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Zigaretten-Schockbilder

Tabakwaren-Einzelhandel begrüßt Entwurf der Tabak-Produkt-Richtlinie

Der Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE) begrüßt die Haltung der Regierungskoalition zu den Plänen einer neuen Tabak-Produkt-Richtlinie (TPD). Laut Medienberichten will die Regierung die von der EU-Kommission geplante Einführung von übergroßen Schockbildern verhindern und die TPD nachverhandeln.

Bislang gibt es keine wissenschaftlichen Belege, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen gesundheitspolitisch wirksam sind.

Schockbilder auf 75 Prozent der Verpackungsfläche, das Verbot ganzer Produktsegmente und die Vereinheitlichung von Verpackung und Produkt - die Vorschläge der EU-Kommission zur Überarbeitung der Tabak-Produkt-Richtlinie 2001/37/EG sind drastisch. "Wir begrüßen ausdrücklich, dass sich die Bundesregierung nun dieses wichtigen Themas annimmt, denn es hat Signalwirkung über die Tabakbranche hinaus", so Rainer von Bötticher, Präsident des BTWE.

Im Vorfeld hatten sich bereits andere Länder, wie Italien, Polen und Griechenland kritisch zum Entwurf der neuen TPD geäußert. "Die vorgeschlagenen Regulierungsmaßnahmen hätten gravierende Auswirkungen auf den legalen Markt für Tabakprodukte in der Europäischen Union und stellen einen Verstoß gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit dar, wie er im nationalen und europäischen Verfassungsrecht gilt. Wir lehnen den Entwurf der Brüsseler EU-Bürokratie daher ab," erklärt von Bötticher.

Die von der EU-Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat vorgelegten Vorschläge enthalten neben der Einführung von Schockbildern auch das Verbot ganzer Produktsegmente. Durch eine Standardisierung von Verpackung und Produkt stehen zukünftig Slim-Zigaretten vor dem Aus, auch wäre der Verkauf von Feinschnitt in Runddosen verboten. Durch das Verbot sogenannter charakterisierender Aromastoffe dürften zukünftig zudem Menthol-Zigaretten und traditioneller Schnupftabak nicht mehr verkauft werden. Die Bundesregierung hat sich nun gegen die Einführung von Schockbildern ausgesprochen und dafür plädiert, dass es den EU-Staaten vorbehalten sein soll, diese einzuführen. Geplant waren kombinierte Bild- und Textwarnhinweise auf mindestens 75 Prozent der Front- und Rückseite der Verpackung. Kritisiert wird unter anderem der fehlende wissenschaftliche Nachweis dieser Maßnahmen.

Verband: Nichtraucherschutz bereits wirksam

"Als Einzelhandelsverband setzen wir uns mit unseren Mitgliedern für einen umfassenden Jugend- und Nichtraucherschutz ein. Die gesundheitlichen Risiken des Tabakkonsums sind heute allgemein bekannt. Eine massive Vergrößerung der Warnhinweise trägt nicht zu einer besseren Informationsvermittlung bei. Ebenso wenig existiert ein überzeugend belegter Wirkungszusammenhang zwischen Packungsdesign und der Entscheidung von Nichtrauchern, mit dem Rauchen zu beginnen, bzw. von Konsumenten, das Rauchen aufzugeben," erläutert von Bötticher.

Ohne eine individuelle Packungs- und Produktgestaltung würde der Preis zum primären Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb werden, was langfristig eine Preisreduzierung von Tabakwaren zur Folge hätte. Dadurch sei ein Anstieg des illegalen Handels und besonders ein vermehrtes Aufkommen von gefälschten Tabakerzeugnissen zu erwarten. Der Verband fürchtet bei einer Umsetzung der EU-Richtlinie massive negative Auswirkungen für den Tabak-Facheinzelhandel.

Mit wirkungsvollen Präventions- und Informationsmaßnahmen habe der Anteil jugendlicher Raucher in den vergangenen zehn Jahren ohnehin mehr als halbiert werden können argumentiert der Branchenverband: von 27,5 Prozent (2001) auf 11,7 Prozent (2011). Das sei der bislang niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung Ende der 1970er-Jahre durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Der Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels e.V. (BTWE) ist die Interessenvertretung des Tabakwaren-Fachhandels in Deutschland. Der BTWE ist als Partenverband dem Handelsverband Deutschland - HDE angeschlossen.

(Redaktion)


 


 

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