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Zinsen sollen auf Rekordtief bleiben

Fed-Chef Bernanke will Arbeitslosigkeit mit Anleihekäufen bekämpfen

US-Notenbankchef Ben Bernanke will die weiter auf hohem Niveau verharrende Arbeitslosigkeit in den USA mit massiven Anleihekäufen und weiterhin auf Rekordtief verharrenden Zinsen bekämpfen.

Die bei über acht Prozent liegende Arbeitslosigkeit sei "weiterhin eine ernste Sorge", sagte Bernanke am Donnerstag. Er nahm damit Stellung zum Beschluss der Federal Reserve (Fed), die US-Konjunktur mit Anleihekäufen von monatlichen über 40 Milliarden Dollar (31 Milliarden Euro) und der Beibehaltung des Zinstiefs ankurbeln zu wollen.

Die Wall Street reagierte mit einem Kursfeuerwerk, der Dow-Jones-Leitindex legte mehr als 200 Punkte zu und übersprang erstmals seit Dezember 2007 die Marke von 13.500. "Wir wollen eine nachhaltige Verbesserung am Arbeitsmarkt", sagte Bernanke. "Wir haben keine bestimmte Zahl im Kopf. Aber die, die wir die letzen sechs Monate gesehen haben, ist es nicht."

Der Kauf hypothekarisch gesicherter Wertpapiere solle so lange fortgesetzt werden, bis die Arbeitslosigkeit substanziell zurückgehe, teilte die Fed mit. In einem neuen Ausblick der Notenbank hieß es, die Arbeitslosigkeit werde in diesem Jahr wohl nicht mehr unter acht Prozent sinken.

Kaufen, bis es besser wird

"Wenn der Ausblick für den Arbeitsmarkt sich nicht wesentlich verbessert, wird das Komitee seine Käufe von hypothekarisch gesicherten Wertpapieren fortsetzen, zusätzliche Käufe tätigen und andere Werkzeuge anwenden, bis eine solche Verbesserung im Kontext der Preisstabilität eintritt", erklärte die Notenbank. Zugleich kündigte das Institut an, die Zinsen für kurzfristige Kredite bis Mitte 2015 auf dem gegenwärtigen Rekordtief zu belassen.

Mir den Anleihekäufe sollen die Zinsen langfristig niedrig gehalten werden und die Kreditaufnahmen und Investitionen angekurbelt werden. Notenbank-Chef Ben Bernanke hatte in einer Rede im vergangenen Monat darauf hingewiesen, dass die sogenannte quantitative Lockerung und andere unorthodoxe Maßnahmen der Zentralbank die Kreditkosten abgefedert und die Aktienkurse in die Höhe getrieben hätten. Bei der am Donnerstag angekündigten Maßnahme handelt es sich bereits um die dritte Runde von Anleihekäufen.

Staatsdefizit das vierte Jahr in Folge über eine Billion Dollar

Das US-Haushaltsdefizit hat im August um 191 Milliarden Dollar (147 Milliarden Euro) zugenommen und verharrt damit seit vier Jahren ununterbrochen über der Marke von einer Billion Dollar. Das US-Finanzministerium teilte mit, der Fehlbetrag habe in den ersten elf Monaten des am 30. September endenden Haushaltsjahres bei 1,16 Billionen Dollar gelegen - sechs Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Mitteilung bestätigte, dass Präsident Barack Obama es in jedem Jahr seiner Amtszeit mit einem Billionen-Defizit zu tun hatte. Sein Herausforderer bei der Präsidentenwahl im November, Mitt Romney, wirft ihm vor, nicht genug gegen das Defizit unternommen zu haben.

(dapd)


 


 

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