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Zum "Stresstest" bei US-Banken

Die Regierung von Barack Obama hat den nationalen Banken einen "Stresstest" verordnet: die Notenbank Fed stattet den Instituten derzeit im Auftrag des Präsidenten Besuche ab und nimmt dabei unter die Lupe, wieviel denn dran ist an der finanziellen Not der einzelnen Banken. Auch die wirtschaftliche Situation der Institute ist Gegenstand dieser Untersuchungen. Die Medien kommentieren das Vorgehen der US-Regierung überwiegend positiv.

Westfalen-Blatt:  zum Thema US-Bankenanalyse

Bielefeld. (ots) - Wie sich die Zeiten ändern! Vor ein paar Jahren hätten Beamte der Notenbank Fed, die zur Bilanzkontrolle ins Institut kommen, bei keiner US-Bank Stress ausgelöst. Heute heißt eine Analyse ihrer Krisenfestigkeit ganz offiziell "Stresstest". Und noch etwas hat sich verändert: 2009 verursacht eine Summe von 75 Milliarden US-Dollar, die Washington als neue Kapitalspritze und weitere Stütze für das Finanzsystem zur Verfügung stellen muss, nicht etwa Entsetzen. Im Gegenteil: Die meisten Beobachter sind erleichtert. Sie haben sich inzwischen an ganz andere Beträge gewöhnt und hatten auch dieses Mal mit einem höheren Geldbedarf gerechnet. Unterm Strich überwiegt tatsächlich das Positive. Vor allem die Nachricht, dass einige Institute wie - etwas überraschend - American Express sowie Goldman Sachs und J.P. Morgan Chase kerngesund sind, macht Hoffnung, dass die Genesung des Systems begonnen hat. Gern möchte man dies auch für das deutsche Bankensystem glauben. Die aktuellen Verluste der Commerzbank nähren allerdings die Zweifel. Vielleicht könnte ein Stresstest wie in den USA die Steuerzahler beruhigen.

WAZ: Gestresste Banken

Essen. ( Von Markus Günther) Der Begriff "Stresstest" ist der medizinischen Diagnostik entlehnt. Barack Obama hatte den großen US-Banken den Besuch beim Arzt verordnet, um zu beweisen, dass sie im Kern doch recht gesund sind. Das Ergebnis fällt aber differenzierter aus. So gibt es Banken, die staatliche Hilfe wohl nie gebraucht hätten, nun aber als hilfsbedürftig erschienen. Auf der anderen Seite gibt es Institute, die einen immer größeren Kapitalbedarf haben. Das gilt für zehn der 19 Banken, ihnen will die US-Regierung nun eine Kapitalerhöhung verordnen. Das ist aber heikel. Denn einerseits zeigt es, wie massiv die Regierung mitbestimmt. Andererseits ist unsicher, ob die Banken so viel Vertrauen an den Märkten genießen, dass sie das Kapital durch neue Aktien aufbringen können. Scheitert die Rettung durch den freien Markt, stehen die Banken schlechter da als zuvor. Denn dann ist bewiesen, dass sie aus eigener Kraft nicht mehr existieren können. Die Alternative ist dann nur noch, weitere Banken sterben zu lassen oder den Staat die Kontrolle übernehmen zu lassen. Beides wäre beunruhigend und hätte Konsequenzen für die Finanzmärkte weltweit.

(Redaktion)


 


 

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