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  • 10.09.2018, 08:21 Uhr
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  • Deutschland
Wirtschaft

Fachkräftemangel bremst Wirtschaftswachstum: Unternehmen müssen reagieren

Viel Arbeit, wenig Experten: Der Mangel an ausgebildeten Fachleuten macht der produzierenden Wirtschaft zu schaffen, das Wachstum leidet. Neue Ideen sind gefragt, um dem Fachkräftemangel erfolgreich zu begegnen.

Ob Weltkonzern oder Hersteller von Hebezeugen oder: Alle sind betroffen

Internationale Unternehmen wie die Siemens AG suchen in Deutschland Fachkräfte wie Projektingenieure für Automatisierungs- und Antriebslösungen. Mittelständische Firmen wie der Automobilzulieferer Schnellecke Group AG & Co KG benötigen für ihre Standorte Systemkräfte für Automotive-Logistik sowie Ingenieure für Automatisierungstechnik. Kleine und mittlere Unternehmen wie die transprotec GmbH als Hersteller von Kettenzügen und Hebezeugen suchen nach Servicemonteuren. All diese Firmen haben eines gemeinsam: Sie werden auf dem deutschen Arbeitsmarkt immer schwieriger fündig. Damit fehlt ihnen das entscheidende Werkzeug für weiteres Wachstum: zu Fachkräften ausgebildete, berufserfahrene Mitarbeiter.

Fachkräfteengpass schmälert Wachstum

Das Problem ist nicht neu, wird dadurch aber nicht kleiner: Seit Jahren belegen Studien den Fachkräftemangel in Industrie und Wirtschaft. Ein Kurzbericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) zeigt das Ausmaß des Problems: Laut Bericht fehlen zurzeit ungefähr 440.000 Fachkräfte, durch den Mangel verringert sich das Wirtschaftswachstum um 0,9 Prozent pro Jahr. Wären die Fachkräfte vorhanden, könnte die Wirtschaftsleistung der Bundesrepublik etwa 30 Milliarden Euro höher ausfallen. Durch den Fachkräftemangel sinken aber die Unternehmensinvestitionen, Aufträge können nicht immer effizient bearbeitet werden.

Kleine und mittlere Unternehmen sind besonders betroffen

Es sind besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die unter der Situation leiden – wie die in Hamburg ansässige transprotec GmbH. Der Betrieb stellt Hebezeuge, Kettenzüge und Lastaufnahmemittel vornehmlich für Unternehmen aus den Bereichen Bau, Industrie, Logistik und Bühnentechnik her. In der angespannten Arbeitsmarktsituation heuern die wenigen verfügbaren Fachkräfte eher bei großen Unternehmen an, die aufgrund ihres Images, guter Aufstiegsmöglichkeiten und diverser Extraleistungen wesentlich attraktiver erscheinen. Die Folge: KMU für Industriegüter gehen bei der Suche nach Fachkräften oftmals leer aus.

Nachhaltige Konzepte für die Mitarbeitergewinnung

Vor diesem Hintergrund müssen KMU reagieren, um auf dem Arbeitsmarkt nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten. Was macht ein Unternehmen für junge Fachkräfte interessant? Das kann ein Produkt sein, dass „sexy“ ist und an dem ein junger Ingenieur gern mitarbeiten möchte. Eine andere interessante Option sind Auslandsaufenthalte, die sich durch internationale Kunden und Partner ergeben können.

Ein weiterer Pluspunkt bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter kann in der Produktion die Umstellung von Einzelarbeitsplätzen auf fließende Fertigung sein. Junge Fachleute können so den kompletten Produktionsprozess selbstverantwortlich steuern und ein hohes Maß an Unabhängigkeit im Job genießen. Überhaupt ist es für High Potentials reizvoll, wenn ihnen in der Produktion und bei der Projektarbeit mehr Eigenverantwortung zugestanden wird und die Hierarchien im Unternehmen flach sind.

Finanzielle Zusatzleistungen für die Mitarbeiter

Klar: Über eine Prämie nach einem erfolgreich abgeschlossenen Projekt freut sich jeder Mitarbeiter – zusätzlich gibt es noch weitere finanzielle Anreize, die einen Arbeitsplatz attraktiv machen. Da wäre zum Beispiel die betriebliche Altersvorsorge (bAV): Hier können Unternehmen freiwillig statt der üblichen 15 Prozent bis zu 21 Prozent zuschießen – die Arbeitnehmer wird’s freuen. Weitere interessante Incentives sind flexible Arbeitszeiten und -orte, eine Betriebs-Kita und innerbetriebliche Gesundheitsleistungen.

(Redaktion)


 


 

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