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  • 09.04.2019, 10:46 Uhr
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  • Deutschland
Wirtschaftsfaktor Cannabis

Das große Geschäft mit dem Gras

In Deutschland ist unter anderem der Besitz, der Verkauf und der Handel mit Marihuana verboten, doch mehrere Parteien setzen sich im Bundestag nach wie vor für eine Entkriminalisierung der Droge ein. Folgen könnte damit Deutschland in einer nachfolgenden Legislaturperiode dem Vorbild Uruguays, das als erstes Land der Welt Hanf legalisierte. Auf wirtschaftlicher Ebene ist die Legalisierung von Cannabis ertragreich, was sich Deutschland zunutze machen könnte.

Cannabis gibt es in Deutschland bisher nur für Kranke legal

Hanf bzw. Cannabis übt schon seit tausenden von Jahren auf die Menschen eine immense Faszination aus. So wurde Marihuana schon vor ca. 12.000 Jahren als Getreide angebaut. Die berauschende Wirkung, die auf dem enthaltenen THC beruht, machte schnell die Runde. Trotzdem gilt auch heute noch: In Deutschland ist praktisch alles, was mit Cannabis im Zusammenhang steht, illegal – dies geht aus den §§29 ff. BtMG hervor. Hierzulande gibt es online aber zumindest zahlreiche CBD Produkte zu kaufen, über die Ratgeber-Portale regelmäßig informieren. CBD wird aus der weiblichen Hanfpflanze gewonnen und kann positive, gesundheitliche Effekte haben – eine berauschende Wirkung ist praktisch nicht vorhanden.

Kritiker werfen der Politik seit Jahren vor, dass Hanf in Deutschland immer noch kriminalisiert ist und nicht dem Vorbild von Uruguay oder zahlreicher amerikanischer Staaten gefolgt wird. Es gebe ein Recht auf Rausch, als Ausprägung der allgemeinen Handlungsfreiheit. Die Politik sieht das anders:

  • Bisher legalisierte sie nur den Konsum für Schwerkranke oder auch Schmerzpatienten im März 2017
  • Diese können von ihrem Arzt bei entsprechender Indikation ein Rezept für medizinisches Hanf erhalten

In der Legalisierung von Cannabis schlummert monetäres Potenzial

Auf politischer Ebene sind Parteien wie die folgenden für die schon oft diskutierte Legalisierung von Cannabis:

  1. Die Grünen
  2. Die Linke
  3. FDP

Als einige wenige haben sie offenbar erkannt, dass mit der Legalisierung von Cannabis hierzulande auch ein großes wirtschaftliches Potenzial erschlossen werden könnte. In den USA löste die damalige Legalisierung einen regelrechten Boom aus, die Nachfrage stieg rapide an. Dies schuf neue Arbeitsplätze nicht nur in der Produktion von Cannabis, sondern auch im Bereich des Marketings und des Verkaufs. Wie viel Umsatz ein legaler Cannabis-Markt in Deutschland erwirtschaften könnte, ist nur schwer abzuschätzen. Auf dem Schwarzmarkt kostet ein Gramm Marihuana derzeit ca. 15 Euro, geschätzt wird der jährliche Konsum hierzulande auf ca. 400 Tonnen.

Künftige Freigabe von Cannabis in Deutschland durchaus möglich

So kämen bei einer Legalisierung schnell mehrere Milliarden Euro zusammen, selbst wenn der Grammpreis dann „nur“ zehn Euro betragen und der jährliche Konsum sich bei 250 Tonnen nivellieren würde. Der Staat könnte davon mit einer additiv eingeführten Cannabis-Steuer profitieren, wie es sie derzeit im Tabakbereich schon gibt. Weil auch Unsummen an Justizkosten mit einer Cannabis-Legalisierung gespart werden könnten, ist diese tatsächlich schon bald denkbar. In der aktuellen Legislaturperiode ist jedoch nicht mehr damit zu rechnen. Befürchtet wird ein rapider Konsum-Anstieg von den Kritikern, der jedoch nicht sonderlich wahrscheinlich ist:

  • In Ländern, wo bereits legalisiert wurde, war kein großer Anstieg zu beobachten
  • Seit Jahren ist Cannabis in Deutschland illegal in jeder größeren Stadt zu bekommen

Wann die Legalisierung frühestens stattfinden könnte, ist bis dato noch offen.Wann die Legalisierung frühestens stattfinden könnte, ist bis dato noch offen. Die aktuelle Legislaturperiode endet im Oktober 2021.

(Redaktion)


 


 

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