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Wochenrückblick

Die wichtigsten Themen der Woche im Überblick

Die Woche startete mit der Freude Deutschlands über den Sieg bei der Fußball-WM. Auch auf den Märkten zeigte man sich angesichts der geplanten Kooperation von IBM und Apple optimistisch. Überschattet wurden die Ereignisse allerdings von der Flugzeugkatastrophe in der Ostukraine, bei der eine Passagiermaschine wegen eines vermeintlichen Terrorakts abstürzte. Weitere wichtige Themen der Woche waren die spektakuläre Wende im NSU-Prozess und ein neuer Vertrauensverstoß in der deutsch-amerikanischen Spionageaffäre.

Die Nachrichten im Überblick:

Deutschland wird Fußballweltmeister

Das bestimmende Thema der Woche war der krönende Abschluss der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Zum vierten Mal nach 1954, 1974 und 1990 gelang einer deutschen Elf der Gewinn der größten Auszeichnung des internationalen Fußballs. Held des Abends war Mario Götze, der das DFB-Team nach einer nervenaufreibenden Partie zum Titel schoss.

Am 13. Juli um 19:04 Ortszeit reckte Kapitän Philipp Lahm den goldenen Pokal im Konfettiregen des Maracanã-Stadions in die Höhe. Umjubelt von Tausenden Fans, der Kanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck und Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff kostete das Team um Joachim Löw enthusiastisch den seit 2006 sehnsüchtig erwarteten Triumph aus. Im Vordergrund stand dabei Matchwinner Mario Götze, der das Team nach 112 torlosen Minuten in Führung und zum 1:0-Endstand schoss.

Der vierte Titel einer deutschen Nationalmannschaft war zugleich ein historischer. Zum ersten Mal in der Geschichte der FIFA gelang es einer europäischen Mannschaft, einen Titel auf dem südamerikanischen Kontinent zu gewinnen. Geschenkt wurde der deutschen Elf dabei nichts. Hart aufspielende Argentinier erarbeiteten sich und ihrem Starstürmer Lionel Messi zahlreiche Chancen, die nur durch das beherzte Eingreifen der deutschen Abwehr um Mats Hummels erfolglos blieben. Schließlich war es der in der 88. Minuten für Miroslav Klose eingewechselte Mario Götze, der eine lupenreine Hereingabe von Toni Kroos mit der Brust nahm und Volley ins lange Eck der Argentinier schoss.

Dabei hatte es für die deutsche Mannschaft und die 13.000 Fans lange Zeit nicht gut ausgesehen. Schon vor dem Spiel machte die Nachricht die Runde, dass Sami Kedhira wegen Wadenproblemen nicht spielen konnte. Ihn ersetzte ein ambitionierter Christoph Kramer, der den Platz später allerdings wegen einer Gehirnerschütterung verlassen musste, die er sich wegen einer rüden Attacke von Ezquiel Garay zugezogen hatte. Eine Schocksekunde gab es in der 21 Minute. Per Kopf beförderte Toni Kroos einen Ball zurück in die eigene Hälfte und direkt in den Lauf von Higuain. Vor lauter Überraschung schoss er den Ball allerdings am Tor vorbei. So blieb es beim 1:0-Endstand und einem verdienten Titel für die Goldene Fußballgeneration um Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Lukas Podolski.

Apple will mit IBM kooperieren

Die zweite große Nachricht der Woche kam aus der Wirtschaft. Die Branchenriesen Apple und IBM planen, ihre Kooperation auf breiter Front auszubauen. Mit dem Schritt will Apple stärker in das Geschäft mit Business-Kunden vordringen. Über 100 neue Apps zur Abbildung von Geschäftsprozessen seien bereits im Entstehen begriffen. Zudem plane IBM, speziell für Apple-Technologien optimierte Cloud-Dienste anzubieten und seinen Kunden iPhones und iPads zu verkaufen.

Mit der Zusammenarbeit wollen die ehemaligen Erzrivalen Branchenprimus Microsoft ins Visier nehmen, der gerade mit neuen Modellen seiner Surface-Tablets auf dem Vormarsch ist. Man sei darauf aus, Apples Smartphones und Tablet-PCs fest in unternehmerischen Entscheidungsprozessen zu verankern, so IBM-Chefin Ginni Rommetty im Gespräch mit der „New York Times“. Dies zu erreichen, wolle man spezielle Software zur Auswertung von Unternehmensdaten entwickeln, die an IBMs Cloud-Dienste angebunden werden. Zusammen mit dem neuen Betriebssystem iOS8 soll sie im Herbst verfügbar sein.

Apple-Chef Tim Cook sprach indes von einem Meilenstein. Durch die Zusammenarbeit mit IBM könne Apple Fuß in der Unternehmens-IT fassen. Da der Konzern zudem als technischer Ausrüster tätig ist, könnte Apple einen attraktiven neuen Vertriebskanal eröffnen. Bei ihrer Erklärung hielten die neuen Partner mit großen Worten nicht hinter den Berg. Gemeinsam wolle man „neu definieren, wie Arbeit erledigt wird“. Besonders stark wolle man sich dabei auf mobile Geräte fokussieren.

In der Tat würden IBM neue Impulse gut tun. Zuletzt stagnierten die Umsätze des Unternehmens. Die Partnerschaft dürfte unter diesem Gesichtspunkt ein spektakuläres Signal für die Märkte sein. Noch vor 30 Jahren waren Apple und IBM erbitterte Feinde gewesen. Steve Jobs ließ sich im Rahmen des legendären 1984-Werbespots damals sogar mit dem Mittelfinger unter dem IBM-Logo ablichten, gute Vorzeichen also für eine fruchtbare Zusammenarbeit.

Passagierflugzeug in der Ostukraine abgestürzt

Abseits des Konfliktes im Gaza-Streifen sorgte dieser Tage ein weiteres Unglück für Entsetzen. Am Donnerstag stürzte eine Boeing 777 der Malaysia-Airline in der Ostukraine ab. Derzeit sieht es so aus, als seien alle 298 Passagiere ums Leben gekommen. Der Großteil der Fluggäste waren Holländer. Auch seien vier Deutsche unter den Opfern gewesen. Während die genaue Absturzursache noch nicht bestätigt ist, weisen sich prorussische Separatisten und die ukrainische Regierung gegenseitig die Schuld an dem Unglück zu.

Einen Tag nach der Katastrophe laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Wie Angela Merkel und Barack Obama schloss sich der russische Präsident Wladimir Putin den Forderungen an eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls an. Derzeit gehen amerikanische Geheimdienste davon aus, dass der Anschlag von prorussischen Separatisten verübt worden sei. Die malaysische Regierung entsendet ein 62köpfiges Untersuchungsteam an die Unglücksstelle nahe der Rebellenhochburg Donezk.

Der Präsident der Ukraine Petro Poroschenko verurteilte den Vorfall als „terroristischen Akt“. Er beschuldigte die Separatisten, die Boeing 777 mit einer Rakete abgeschossen zu haben. Auch die Kanzlerin betonte, dass es Indizien gebe, die für einen Anschlag sprechen.

Die Bergungskräfte sehen sich unterdessen mit schwierigsten Bedingungen konfrontiert. Die Trümmerteile der Maschine seien über eine Fläche von 15 km² verteilt, so ein Mitarbeiter der Rettungskräfte. Bislang seien 181 Leichen geborgen worden. Problematisch sei weiterhin der Umstand, dass einer der Flugschreiber im Gebiet der Rebellen gelandet ist. Die Black Box wurde von Rettungskräften sichergestellt. Außerdem hätten Dorfbewohner Teile der Trümmer entfernt, um sie als Souvenir mitzunehmen. Diese sind aber besonders wichtig, um festzustellen, ob die Maschine tatsächlich von einer Rakete getroffen wurde.

US-Präsident Obama forderte eine internationale Untersuchung der Absturzursache in der Rebellenregion in der Ostukraine. Im Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten bestand er darauf, dass nichts am Absturzort verändert wird. Nur so könnten „alle Aspekte der Tragödie“ untersucht werden. Zugleich versicherte Obama, dass er US-Experten in die Ukraine entsenden werde.

Am Abend der Geschehnisse boten die Separatisten eine Feuerpause für die Zeit während der Bergungsarbeiten an. Gleichzeitig sicherten sie den Untersuchungs- und Bergungskräften freien Zugang zu dem Wrack zu, so die OSZE in Wien.

Spektakuläre Wende im NSU-Prozess

Der seit nunmehr 14 Monate andauernde Prozess gegen die rechtsradikalen NSU-Terroristen hat eine spektakuläre Wendung erfahren. Hauptangeklagte Beate Zschäpe hat ihren drei Pflichtverteidigern völlig überraschend das Vertrauen entzogen. Die Hintergründe für Zschäpes Entscheidung sind derzeit völlig offen. Bis Donnerstag 14:00 Uhr hatte die Angeklagte Zeit, ihre Gründe vor dem Gericht darzulegen. Die Frist wurde bis einschließlich Freitag verlängert.

Seit Beginn des Prozesses wurde die Angeklagte von den Anwälten Wolfgang Stahl, Wolfgang Heer und Anja Sturm vertreten. Das Gericht hatte sie als Pflichtverteidiger bestellt. Wie ein Sprecher der Karlsruher Bundesanwaltschaft erklärte, sei eine Entbindung der Anwälte nur dann möglich, wenn das Vertrauensverhältnis „endgültig und nachhaltig erschüttert“ ist. Derartige Anträge gebe es häufig in großen Strafverfahren, allerdings werde ihnen nur selten stattgegeben. Sollte das Oberlandesgericht dennoch zustimmen, müssten neue Pflichtverteidiger bestimmt werden. Dies hätten allerdings nur 30 Tage Zeit, sich in die Akten einzuarbeiten. Bei einem derart umfangreichen Fall ist dies aber praktisch nicht möglich. Es besteht die Möglichkeit, dass der Prozess komplett neu aufgerollt werden muss. ARD-Rechtsexperte Gigi Deppe erklärte allerdings, das so etwas nur sehr selten vorkomme.

Derzeit kann über die Gründe für Zschäpes Schritt nur gemutmaßt werden. Mehrere Beteiligte vermuten allerdings, dass die Ursache das Aussageverhalten der Angeklagten ist. Obwohl sie kurz nach ihrer Verhaftung 2011 gegenüber Staatsbeamten zu Protokoll gegeben hatte, aussagen zu wollen, hat sie auf Anraten der Verteidiger in den letzten 128 Tagen des Prozesses geschwiegen.

Mit der Aussage des Thüringer Neonazis Tino Brandt könnte sich dies ändern, so die Experten. Als ranghoher Organisator der Thüringer Neonazi-Szene war er vom Verfassungsschutz des Landes als V-Mann bezahlt worden. Mit seiner Aussage vom Dienstag hatte er Zschäpe schwer belastet. Demnach habe sie „bei politischen Sachen durchaus mitgemacht“ und sei nicht nur „dumme Hausfrau“ gewesen. Der Verteidiger des als NSU-Helfer angeklagten Carsten S Johannes Pausch vermutete, dass Zschäpe nicht länger zu derartigen Charakterisierungen schweigen wollte.

Funkstille zwischen Deutschland und USA beendet

Erstmals seit Bekanntwerden der jüngsten Spionagefälle um zwei NSA-Agenten beim BND reden Kanzlerin Merkel und US-Präsident Obama wieder miteinander. Dabei betonte Obama, dass man die Zusammenarbeit der Geheimdienste künftig verbessern wolle.

Wie das Weiße Haus mitteilte, sei es in den Gesprächen um die Krise in der Ukraine, die Atomverhandlungen mit dem Iran und die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit gegangen. Obama erklärte dabei, dass man sich auf amerikanischer Seite bemühen wolle, mit Deutschland im Gespräch zu bleiben.

Zuletzt hatten die deutsch-amerikanischen Beziehungen einen neuen Dämpfer erhalten, als ein Spionageverdacht gegen je einen Mitarbeiter von Bundesnachrichtendienst und Verteidigungsministerium bekannt geworden war. Als Konsequenz aus der Affäre forderte die Bundesregierung den obersten CIA-Vertreter in Deutschland auf, das Land zu verlassen. In Washington zeigte man sich angesichts dieses politischen Affronts verstimmt.

Erst am Sonntag letzter Woche hatte sich die Kanzlerin im ZDF-Sommerinterview zu den jüngsten Verdachtsmomenten geäußert. Man befinde sich nicht mehr im Kalten Krieg und müsse deswegen mehr denn je an einer zuverlässigen geheimdienstlichen Zusammenarbeit arbeiten. Weiter erklärte die Kanzlerin, dass man eine Verhaltensänderung von den USA erwarte, gleichsam sei man sich bewusst, dass dies nicht von heute auf morgen geschehen könne.

Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein US-Kollege John Kerry kamen am Rande der Atomverhandlungen in Wien auf das Thema zu sprechen. Kerry erklärte an der Seite Steinmeiers, dass die USA und Deutschland weiter „große Freunde“ seien. Auch Steinmeier gab zu bedenken, wie wichtig die deutsch-amerikanischen Beziehungen seien. Deshalb sei es nun wichtig, die Beziehung auf Grundlage von Vertrauen und Respekt erneut zu beleben.

(Florian Weis)


 


 

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