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Werbungskosten: Abzug für den in der Wohnung genutzten PC

Ein privat gekaufter und in der Wohnung aufgestellter Computer ist ein Arbeitsmittel und damit in voller Höhe als Werbungskosten abziehbar, wenn er nahezu ausschließlich der Erledigung dienstlicher Aufgaben dient und die private Mitbenutzung 10 Prozent nicht übersteigt.

Liegt die berufliche Nutzung hingegen unter 90 Prozent, müssen die Kosten in einen beruflichen und privaten Teil aufgeteilt werden. Sofern der Arbeitnehmer das Nutzungsverhältnis nicht im Einzelnen nachweist, ist nach dem Urteil des FG Baden-Württemberg vom 5.5.2010 (Az. 12 K 18/07) im Wege einer vereinfachenden Handhabung von einer hälftigen Aufteilung auszugehen. Das gilt immer dann, sofern der Arbeitnehmer zumindest glaubhaft machen kann, dass er einen PC oder Laptop in einem nicht unwesentlichen Umfang beruflich nutzt. Sofern er aber von diesem pauschalen hälftigen Aufteilungsmaßstab abweichen will, muss er dem Finanzamt gegenüber zusätzliche Anhaltspunkte und Umstände näher darlegen sowie nachweisen oder glaubhaft machen, dass der Einsatz des PC für den Job mehr als 50 Prozent beträgt.

(TIPP) Für eine berufliche Nutzung spricht, wenn der Arbeitnehmer eine Tätigkeit ausübt, bei der ein Computer üblicherweise eingesetzt wird – zum Beispiel bei Journalisten und Lehrern oder Ingenieuren und Grafikern, die den PC mit einem entsprechenden Zeichenprogramm nutzen. Für eine berufliche Nutzung spricht auch, wenn die Software-Programme auf dem häuslichen PC mit dem auf dem Computer des Arbeitgebers kompatibel sind. Ein Arbeitgeberzuschuss bei der Anschaffung spricht ebenfalls sehr stark für eine berufliche Nutzung. Als Argument kann auch angeführt werden, dass sich der PC innerhalb der Wohnung des Arbeitnehmers in einem steuerlich anerkannten Arbeitszimmer befindet.

Bei einem PC, der mehr als 410 Euro (ohne Umsatzsteuer ) gekostet hat, ist der Kaufpreis auf einen Zeitraum von drei Jahren zu verteilen. Im Jahr der Anschaffung ist die AfA nur zeitanteilig absetzbar, und zwar für jeden Monat exakt mit einem Zwölftel. Kostet der PC hingegen netto maximal 410 Euro, können sämtliche Kosten sofort als Werbungskosten abgesetzt werden.

Beispiel: Ein Angestellter hatte im Dezember 2010 einen zum Teil beruflich genutzten PC gekauft.

Beispiel
-Variante 1Variante 2
Netto-Kaufpreis1.000 €400 €
AfA pro Jahr (1.000 €/3 Jahre) 333 €-
davon 1/12 für Dezember 201028 €-
Sofortabzug-400 €
AfA 2011 und 2012 je333 €-
AfA 2013, Restbetrag306 €-

(VSRW-Verlag)


 


 

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