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Work-Life-Balance

Schuften bis der Arzt kommt: Warum Arbeitgeber regelmäßige Urlaube empfehlen sollten

Ein Jahr lang warten die meisten Arbeitnehmer auf ihren lang ersehnten Urlaub. Viele von ihnen haben keine andere Wahl, denn im Sommer haben ihre Kinder Sommerferien. Unternehmen sollten häufigere Auszeiten durchsetzen.

Für die Generation Y ist das Thema Work-Life-Balance ein Buch mit sieben Siegeln. Die Karriere mit der Freizeit in Einklang bringen, ist für viele Menschen schwierig. Einige von ihnen sind Eltern von Kindern, die ihre volle Aufmerksamkeit benötigen. Viel Zeit für die Ausübung persönlicher Hobbys bleibt in solchen fällen nicht. Arbeitgeber sind selten hilfreich. Sie scheinen von ihren Angestellten immer mehr abzuverlangen. Wenig verwunderlich, dass die heutige Generation der Arbeitnehmer gestresst ist und aus diesem Grund er krank t.

Der Stressfaktor Arbeit hat eine große Auswirkung auf Arbeitnehmer und -geber. Letztere sind diesem Aspekt selten bewusst, jedoch sind sie besonders betroffen. Ein Angestellter, der viele Fehltage hat, kann seine Arbeit nicht richtig ausführen. Ist er am Arbeitsplatz anwesend und leidet unter Stress, ist seine Produktivität merklich eingeschränkt. Für das Unternehmen bedeutet ein nicht produktiver Arbeitnehmer sinkende Umsätze. Dabei gibt es Möglichkeiten, das Problem zu lösen.

Die Generation Y bei der Work-Life-Balance unterstützen

Unternehmen aus dem Silicon Valley machen es vor: Google und Co. haben eigene Kindergärten für ihre Arbeitgeber; es gibt Fitnessstudios und Räume zum Abschalten. Die Angestellten der Firmen müssen nicht Stunden damit verbringen, von einem Ort zum anderen zu fahren. Ihre Kinder werden in der unmittelbaren Nachbarschaft betreut, sie können Sport nach Feierabend ausüben und in der Mittagspause gibt es die Möglichkeit, sich ein wenig zu entspannen.

Solche Maßnahmen sollte jedes Unternehmen versuchen, zu etablieren. Natürlich können kleine Start-ups, die aus drei Mitarbeitern bestehen, nicht einen Kindergarten anbieten. Doch auch diese Firmen haben die Möglichkeit, zumindest einen Raum zum Relaxen aufzubauen. Aufgabe eines Unternehmens ist es, anhand einer Analyse den Bedarf der Mitarbeiter zu ermitteln. Folgende Fragen können helfen:

  • Wie viele Mitarbeiter sind in der Firma tätig?
  • Wie groß ist der Anteil der Eltern?
  • Wie viele Männer und Frauen sind angestellt?
  • Welche Altersgruppen gibt es im Betrieb?

Anhand dieser Fragen kann die Firma passende Lösungen entwickeln, die zu den Angestellten passen. Die Analyse kann beispielsweise mit einer simplen Umfrage erfolgen.

Arbeitgeber auffordern, sich häufiger Urlaub zu nehmen

Das Portal erkaeltet.info berichtet über das Phänomen der Freizeitkrankheit. Diese recht junge Erkrankung, die irgendwann um die Jahrtausendwende begann, beschreibt einen Beschwerdekomplex, bei dem Betroffene im Urlaub krank werden. Da das Leiden recht neu ist, stehen wenige Informationen bereit. Zu den Manifestationen gehören Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskel- und Kreuzschmerzen sowie ein Schwächegefühl. Experten gehen davon aus, dass es sich um ein wiederkehrendes, chronisches Beschwerdebild handelt.

Auffällig ist, dass Workaholics häufig unter der Freizeitkrankheit leiden. Sie empfinden arbeitsbedingten Stress als angenehm. Für sie ist eine Auszeit das Gegenteil von angenehm. Da diese Personen ständig unter Stress stehen, wird Botenstoffes Cortisol ausgeschüttet, welches das Immunsystem unterdrückt. Kurz gesagt: Der Körper ist anfällig für Krankheitserreger.

Die Freizeitkrankheit soll durch eine zweite Ursache ausgelöst werden: Ein plötzlicher Übergang in die Freizeit. Das ist bei einem Großteil der Arbeitnehmer der Fall. Sie arbeiten fast ein Jahr lang (gesetzliche Arbeitstage ausgenommen) und nehmen sich im Sommer Urlaub, um gemeinsam mit den Kindern zu verreisen. Diese fast ununterbrochene Arbeitsweise ist ungünstig, weil sie das Risiko einer Freizeitkrankheit erhöht.

Arbeitgeber sollten ihre Angestellten über die Gefahr aufklären und sie ermuntern, sich häufiger Urlaub zu nehmen. Anstatt einmal pro Jahr zu verreisen, wäre es möglich, zwei oder drei Kurzurlaube zu machen. Nachteile gibt es für Arbeitnehmer nicht. Laut der Psychologin und Wissenschaftlerin Verena C. Hahn gibt es im Bezug auf die Erholungswirkung keinen Unterschied zwischen einem Kurztrip und mehrwöchigen Urlaub.

Einige Arbeitnehmer scheinen erkannt zu haben, dass die Reisedauer keine Auswirkung auf ihre Erholung hat. Laut der Tourismusanalyse 2016 der STIFTUNG FÜR ZUKUNFTSFRAGEN hat die Reisedauer in den letzten 35 Jahren abgenommen. 1980 lag sie bei durchschnittlich 18,2 Tagen, im vergangenen Jahr war sie 12,6 Tage lang. Zwar stieg die Reisedauer im letzten Jahr gegenüber den Vorjahren, dies könnte aber mit den vielen Fernreisen verbunden sein. Eine Fernreise dauert im Schnitt 17,3 Tage, eine Reise in Europa 12,7 und im Inland nur 10,6 Tage.

Die Angestellten nach Feierabend nicht belästigen

Im 21. Jahrhundert scheint dank dem Smartphone jeder mit seinen Mitmenschen verbunden zu sein. Das geht zu weit, wenn der Chef nach Feierabend seine Mitarbeiter mit geschäftlichen Themen kontaktiert. Die Mitarbeiter benötigen Zeit, um sich nach dem Job zu entspannen – und das sollte jeder Chef respektieren. Probleme entstehen nicht nur auf gesetzlicher Ebene – theoretisch arbeitet der Mitarbeiter, wird dafür aber nicht bezahlt – sondern auch aus psychischer Sicht.

Laut der Psychologin Sabine Sonnentag, die sich seit 16 Jahren mit dem Thema Abschalten nach dem Feierabend befasst, hat mehr als jeder zweite deutsche Arbeitnehmer (60 Prozent) Schwierigkeiten damit. Im Interview mit derwesten.de sagt sie, dass das Problem darauf beruht, dass bei vielen Menschen nach Arbeitsschluss keine echte Freizeit stattfindet. Es stehen Verpflichtungen an, denen Arbeitnehmer nachkommen müssen. Menschen müssen Zeit finden, sich wirklich zu erholen, sei es durch Sport oder andere Aktivitäten.

(Redaktion)


 


 

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