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Die aktuelle Situation in Japan

Fukushima – schon jetzt ist klar, der Name erweitert die Kette von Orten, die mit unglaublichen technischen Katastrophen einhergehen. So wie Seveso in Italien, so wie Tschernobyl, wo ebenfalls ein Atomreaktor außer Kontrolle geriet.

Fukushima – schon jetzt ist klar, der Name erweitert die Kette von Orten, die mit unglaublichen technischen Katastrophen einhergehen. So wie Seveso in Italien, so wie Tschernobyl, wo ebenfalls ein Atomreaktor außer Kontrolle geriet.

Der Stand momentan in Fukushima: In der Nacht, gegen 3 Uhr, bricht in Reaktor 4 ein Feuer aus – im Umfeld der Anlage wird deutlich erhöhte Radioaktivität gemessen. Anderthalb Stunden später ist das Feuer gelöscht, auch dank des Einsatzes von Soldaten der US-Armee.

Ab 6 Uhr wird für den Luftraum über dem AKW ein Flugverbot verhängt, das für einen Radius von 30 Kilometer. Um 7.30 Uhr melden die Behörden beim zerstörten AKW Fukushima eine Strahlenbelastung von bis zu 400 Millisievert pro Stunde.

Unklar ist bei allem immer wieder, wie es im Inneren der Reaktorblöcke aussieht. Auf Grund der hohen Strahlenbelastung sind nur noch 50 der zuvor eingesetzten 750 Arbeiter in der Anlage.

Dann wird bekannt, dass es auch an den abgeschalteten Blöcken 5 und 6 Probleme mit der Kühlung der Bennstäbe gibt.

10.11 Uhr: Die Kühlung in Reaktor 4 droht komplett auszufallen. Die Wetterlage treibt Winde und damit Radioaktivität aus Norden in den Großraum Tokio.

Um 10.38 Uhr teilt die japanische Atomaufsicht mit, dass in der Wand von Reaktor 4 zwei je acht Quadratmeter große Löcher klaffen. Es scheint so zu sein dass das Kühlwasser in einem der Brennelementebecken am kochen ist.

Die bisher verzeichneten Explosionen sind Wasserstoffexplosionen, die Gefahr einer Kernschmelze droht immer noch. Stand 11.17 Uhr treibt der Wind die Radioaktivität nun hinaus aufs Meer, für die Bevölkerung ein Grund um aufzuatmen.

Chronologie der Katastrophe

Japan nach dem Erdbeben, Japan nach dem Tsunami, und Japan in banger Erwartung eines atomaren Super-GAU, der noch nicht abgewendet ist. Seit über 14 Tagen reißen die Negativschlagzeilen nicht ab, auch wenn die Berichterstattung in den hiesigen Medien auf Normalmaß zurückgefahren wurde. Die Chronologie der Katastrophe ist auch eine Chronologie der Hilflosigkeit im Umgang mit ihr. Business-on.de mit den wichtigsten Schlagzeilen im chronologischen Ablauf.

Freitag, 11. März: Ein Erdbeben der Stärke 9,0 erschüttert Japan, kurz darauf trifft ein teils mehr als 20 Meter hoher Tsunami auf Japans Küste. Autos, Schiffe, Häuser und Menschen werden wie Spielzeugfiguren mitgerissen. In einem Reaktor des AKW Fukushima Eins fällt die so wichtige Kühlung aus, die Bewohner im Umkreis werden aufgefordert ihre Häuser zu verlassen.

Samstag, 12. März: Alles dreht sich um Fukushima. Ein Druckablass in Reaktor 1 sorgt für tausendfach erhöhte Strahlenwerte. Auch in Reaktor 2 versagt die Kühlung. Eine Wasserstoffexplosion zerstört Dach und Wände im Block 1.

Sonntag, 13. März: Kühlausfall auch in Reaktor 3.

Montag, 14. März: Schwere Wasserstoffexplosion in Reaktor 3, die starken Schäden am Gebäude sind für alle Welt deutlich sichtbar. Wie es im Innern aussieht bleibt Spekulation. Von bereits stattgefundener Kernschmelze ist die Rede, dann heißt es, dass eine Kernschmelze droht, so schlimm das Unglück, so miserabel ist auch die Kommunikation zu den Ereignissen von Japans offiziellen Stellen.

Dienstag, 15. März: Weitere Explosionen erschüttern Fukushima, nur noch 50 Arbeiter versuchen Schlimmeres zu verhindern. Längst ist die Betreiberfirma Tepco zur Zielscheibe der Kritik geworden.

Mittwoch, 16. März: Die Radioaktivität im Dunstkreis der Reaktoren erreicht Höchstwerte, Hubschrauber werfen Wasser aus der Luft ab, um den besonders gefährdeten Reaktor 3 zu kühlen.

Donnerstag, 17. März: Jetzt kommen auch Wasserwerfer als Kühlmittel zum Einsatz.

Freitag, 18. März: Um die Kühlung wieder anspringen zu lassen, werden Stromkabel verlegt.

Samstag, 19. März: Spinat und Milch aus der Region Fukushima sind verstrahlt.

Sonntag, 20. März: Block 2 hat wieder Strom, die Blöcke 5 und 6 zeigen sich stabil, in den Abklingbecken sind Temperaturen von unter 100 Grad, vermeldet Tepco. Eigentlich positive Nachrichten.

Montag, 21. März: Grauer Rauch aus Reaktor 3 und weiße Schwaden an Reaktor 2 bringen die Arbeiten zeitweise zum Stillstand. Jetzt auch erhöhte Strahlenbelastung im Trinkwasser, allerdings noch unter den Grenzwerten.

Dienstag, 22. März: Laut Tepco werden nun wieder alle Reaktoren mit Strom versorgt. Die Kühlsysteme sollen so wieder in Betrieb genommen werden.

Donnerstag, 24. März: Eine gefährliche Strahlendosis trifft drei Arbeiter.

Freitag, 25. März: Noch immer ist die Kühlung der Reaktorblöcke das große Problem. Statt Salzwasser kommt jetzt Süßwasser als Kühlmittel zum Einsatz, um eine Verkrustung der Kernbrennstäbe zu vermeiden.

Samstag, 26. März: Im Meerwasser vor dem AKW übersteigt die Belastung mit radioaktivem Jod den zulässigen Grenzwert um das 1250-fache.

Sonntag, 27. März: Die Strahlenbelastung des Meerwassers übersteigt den zulässigen Grenzwert jetzt um das 1850-fache.

Montag, 28. März: Jetzt wird erstmals bestätigt, dass im Reaktor 2 des Atomkraftwerks Fukushima eine teilweise Kernschmelze stattgefunden hat. Dies könnte sogar schon unmittelbar nach dem Erdbeben am 11. März passiert sein. Nach vielen Nachbeben erschüttert ein Beben der Stärke 6,5 die Region um Fukushima.

Bis heute sind durch die Ereignisse in Japan mehr als 10 000 Tote zu beklagen, über 17 000 Menschen werden noch vermisst. 

(Aktualisiert 28.03.2011)

 

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