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„Ich bin direkt und ehrlich – so wie man in Wuppertal eben ist“

NDR-Moderatorin Bettina Tietjen hat ein Buch geschrieben: „Unter Tränen gelacht“. Sie erzählt darin auf sehr persönliche Art und Weise – manchmal zum Schmunzeln – von der fortschreitenden Demenzerkrankung ihres Vaters. Gerade ist sie auf Lesereise. Am 21. Mai auch in Wuppertal bei „Bücher Köndgen“.

Oliver Reetz

Sie ist eine notorische Ein-bisschen-zu-spät-Kommerin. Gesten- und einfallsreich entschuldigt sich Bettina Tietjen, und keiner kann ihr böse sein. Denn mit fast jugendlichem Charme schlägt sich die 55-Jährige seit nunmehr 20 Jahren durchs Fernsehbusiness und wirkt kein bisschen müde. Im Gegenteil: Elanvoll und fröhlich, mit freundlichem Nachfragen hat sie sich einen Namen im deutschen Talkshow-Dschungel gemacht, so dass sie die Leute auf der Straße auch im Bergischen ansprechen.

„Ich bin so oft es geht in meiner alten Heimat“, erzählt sie, „mindestens so alle drei, vier Monate, schließlich wohnt eine meiner beiden Schwestern noch genau da, wo wir aufgewachsen sind, jedenfalls nur ein paar Häuser weiter. Ich bin sehr gerne in Wuppertal und freue mich natürlich, wenn ich auch hier – eigentlich ja weit weg vom Einzugsgebiet des NDR – erkannt und angesprochen werde.“

Bei den „Big Seven“ der Moderatorinnen

In Norddeutschland ist Bettina Tietjen eine Fernsehgröße. Doch nicht nur da. Im Herbst befragte die Hörzu ihre Leser, wer im Land denn wohl die beste Moderatorin sei. Die 1, 81 Meter große Wuppertalerin landete im Ranking auf Platz 7 knapp hinter Ina Müller und noch vor Christine Westermann. Jeder dritte Befragte gab an, sie „sehr sympathisch“ zu finden.

Trotz ihrer diversen Jobs – neben der Moderation des TV-Magazins „DAS!“ und freitagabends „Bettina und Bommes“ auch die NDR2-Radiosendung „Tietjen talkt“ – fand sie in den letzten zwei Jahren noch Zeit, zwei Bücher zu schreiben. In „Schuheputzen mit Damenstrümpfen“ gibt sie Tipps für den Alltag weiter, die sie von Prominenten erfahren hat – so etwa den von Kai Pflaume zum optimalen Wienern von Lackschuhen mit Nylonstrumpfhosen.

Eine Achterbahn der Gefühle

Im März nun veröffentlichte sie ein ganz anderes Buch mit dem Titel „Unter Tränen gelacht – Mein Vater, die Demenz und ich“. Darin erzählt sie quasi mit einem weinenden und einem lachenden Auge von der Demenzerkrankung ihres 2013 verstorbenen Vaters und ihren Erfahrungen im Umgang mit dieser Krankheit . Offen und liebevoll schreibt sie von der Achterbahn der Gefühle, einen geliebten Menschen – stückweise – zu verlieren, aber auch ganz neu kennenzulernen. So schildert sie auch die vielen komischen Momente, die sich durch eine Demenzerkrankung ergeben. Zwischendurch muss man immer wieder unweigerlich und herzhaft lachen.

„Genau das habe ich beabsichtigt“, sagt sie lächelnd im Interview, „denn, natürlich hat es mich auf der einen Seite traurig gemacht, zu erleben, wie die Krankheit allmählich Besitz von ihm nahm. Aber Demenz ist nicht nur zum Heulen. Sie kann auch Denkanstoß und Kraftquell sein.“

„Vielleicht verlege ich mich irgendwann ganz aufs Schreiben“, sinniert die studierte Germanistin.

Immer wieder bekommt Bettina Tietjen zu hören, dass Talkgäste baff erstaunt sind, weil die Bettina vor und hinter der Kamera genau die gleiche ist: „Ich kann gar nicht anders, als einfach nur ich selbst zu sein. Vielleicht liegt das auch ein bisschen an meinen Wurzeln. Da, wo ich aufgewachsen bin, wird nicht viel Buhei gemacht, da ist man direkt und ehrlich, und so bin ich auch.“

Karriere: Studium in Münster und Paris, Volontariat in Berlin, seit 1993 beim NDR, aktuell mit dem Magazin „DAS!“, im NDR2-Radio mit „Tietjen talkt“ und nun freitags abends wieder mit „Bettina und Bommes“ im Wechsel mit der NDR-Talkshow.

Privat: Geboren und aufgewachsen in Wuppertal-Elberfeld, wohnt in Hamburg-Harburg, verheiratet mit Udo Tietjen, zwei gemeinsame Kinder: Theo, 20, Pia, 18.

 

Liane Rapp

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