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Mittelständler vernachlässigen Datenschutz

Deutsche Mittelständler reagieren auf die größer werdenden Datenschutzrisiken nur zögerlich und sind nicht ausreichend auf Informationspannen vorbereitet. Das geht aus dem „Information Risk Maturity Index“ der Wirtschaftsprüfer von PwC und des Datenschutz-Dienstleisters Iron Mountain hervor.

Antje Delater / pixelio.de

Nur 45 Prozent der deutschen Betriebe mit 250 bis 2.500 Mitar- beitern verfolgen eine eigene Informations- risiko-Strategie. Zudem sagen 48 Prozent, dass sich die Risiken ohnehin zu rasch ändern würden, um mit der Entwicklung Schritt halten zu können.

„Das Bewusstsein für das Thema hat sich in der Vergangenheit deutlich verbessert, doch es wird von oben noch nicht durchgetragen“, erklärt Hans-Günter Börgmann, Geschäftsführer von Iron Mountain Deutschland. Börgmann bezieht sich damit auf jene 47 Prozent der Befragten, die sagen, dass ihr Vorstand dem Thema Datenschutz keine hohe Priorität beimisst. In vielen Unternehmen, in denen Informationsmanagement lange Zeit unter den Tisch gefallen ist, sei ein regelrechter Datendschungel entstanden.

63 Prozent der deutschen Unternehmen sehen einen verantwortungsvollen Umgang mit Information als essenziell für den Geschäftserfolg an. „Hier geht es nicht länger um fehlendes Bewusstsein, es fehlt an konkretem Handeln“, warnt Derk Fischer, PwC-Partner im Bereich Risk Assurance Solutions, angesichts der drohenden Schäden, die mit einem Datenleck einhergehen. Man sorge sich zwar um den Schutz von sensiblen Informationen, doch man erkenne nicht die möglichen Auswirkungen im Falle einer Datenpanne.

Brüchiges Vertrauen im B2B-Bereich

Die Folgen von Informationsverlusten sind vielfältig. Angefangen von hohen Strafen bei Datenschutzverletzungen über empfindliche Imageschäden in der Öffentlichkeit bis hin zu spürbaren Umsatzeinbußen. 51 Prozent der im Zuge der Datenerhebung befragten 100 Manager in Deutschland haben angegeben, dass sie Geschäftsbeziehungen mit anderen Unternehmen ablehnen, wenn dort bereits eine Datenpanne vorgekommen ist.

Trotz der mangelnden Vorbereitung der Unternehmen hat sich zwischen Garmisch und Flensburg doch Einiges getan. Nach einem Informationsrisiko- Index von 39,7 Punkten im Vorjahr beläuft sich dieser 2013 nun auf 55,5 Punkten. Die Bundesrepublik liegt damit hinter den Niederlanden und Ungarn, aber noch vor Spanien und Frankreich. Der durchschnittliche Wert dieser Länder liegt bei 56,8 Punkten. Das ist ein Plus von 16,4 Punkten gegenüber dem vergangenen Jahr. Der Maximalwert beträgt 100.

 

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