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Minimalismus in Wuppertal

Der Künstler Imi Knoebel zeigt im Skulpturenpark Waldfrieden den legendären „Raum 19“ aus der Beuys-Klasse sowie strahlende Aluminiumbilder.

Michael Richter

Imi Knoebels Herkunft ist der Minimalismus. Diese künstlerische Haltung bestimmt sein Schaffen seit den frühesten Anfängen bis zum heutigen Tag. 1979 lernten sich die heutigen Weltstars Tony Cragg (68) und Imi Knoebel (76) kennen. Imi Knoebel zeigte gerade in Gent den legendären „Raum 19“ aus der Beuys-Klasse.

Seit Donnerstag steht diese in der oberen Ausstellungshalle in Craggs Skulpturenpark Waldfrieden, als dritte Fassung seit 1968, bestehend aus 270 Teilen – geometrischen Grundformen wie Kuben und Trommeln, Rechtecken und Quadraten, Rahmen und Platten. In der unteren Halle im Park beweist Knoebel, warum er u. a. die symbolträchtigen Fenster in der Krönungskathedrale von Reims gestalten durfte. Mit den Primärfarben Rot, Blau und Gelb bringt er die Halle mit ihrem Seiten- und Oberlicht zum Klingen. Wie genau er vorgeht, zeigt die Arbeit „Ich Nicht IV“. Wie im Goldenen Schnitt besteht der größte Teil der flachen Scheiben aus kräftigem Karminrot. Die darüber liegenden, kleineren, fünf Rechtecke wechseln vom strahlenden bis zum matten Gelb.

» Skulpturenpark Waldfrieden, Hirschstraße 12, Wuppertal, bis zum 3. Dezember. Dienstag bis Sonntag von 10-19 Uhr, ab November Fr bis So 10-17 Uhr

Biografisches

Imi Knoebel wurde 1940 in Dessau geboren. Ab 1962 besuchte er die Werkkunstschule im nahe gelegenen Darmstadt, wo er seinen späteren Freund Rainer Giese kennenlernte, mit dem er 1964 an die Kunstakademie nach Düsseldorf wechsele. Dort wurde er, nach einem Jahr in der Klasse für Gebrauchsgrafik, wiederum gemeinsam mit Giese, 1965 in die Klasse von Joseph Beuys aufgenommen. Beide hatten inzwischen den Vornamen IMI angenommen, bei dem es sich um die Kurzform ihres Abschiedsgrußes „Ich Mit Ihm“ handelt. Aus seinen Anfängen in Düsseldorf entwickelte Knoebel sein Werk, mit dem er sich im Lauf der Jahre internationale Anerkennung verschaffte, z. B. 2012 mit dem Kythera-Preis ausgezeichnet wurde.

 

Liane Rapp

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