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Expressionismus in Gräfrath

Mit der Einzelausstellung „Wider den schönen Schein der Welt. Der Expressionist Werner Scholz“ rückt das „Zentrum für verfolgte Künste“ in Solingen den Zeitgenossen von George Grosz und Otto Dix in den Fokus.

Claudia Grasse

Seine Bilder erzählen vom ausschweifenden Leben im „zügellosen“ Berlin der 1920er-Jahre. Ebenso von Menschen in ihrer existentiellen Einsamkeit und Not. Der Stil von Werner Scholz zeichnet sich durch gedämpfte Farben bei wilder Expressivität aus. Dass er auch immer politisch dachte, zeigt ein Tagebucheintrag von 1931: „Ja, es ist höchste Zeit, sich der wütenden Kulturzerstörerei der Nazis entgegenzustemmen, ihr mit tatkräftiger Arbeit zu antworten. Papierne Pamphlete und Proteste werden heute, wie uns die täglichen Ereignisse beweisen, gegenstandslos.“

Ab 1933 wurde sein Schaffen von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert, der Künstler mit Ausstellungsverbot belegt. In der Münchner Femeschau „Entartete Kunst“ stellten die Nazis 1937 sein Triptychon „Das tote Kind“ und das „Stillleben mit Amaryllis“ an den Pranger, die Werke sind seither verschollen. Im Bombenhagel des Jahres 1944 wurde sein Berliner Atelier zerstört und damit der größte Teil seines vor dem Krieg geschaffenen Werkes. Erst Ende der 1950er Jahre erfuhr er, dass einige Werke gerettet werden konnten, so das „Kind zwischen Gräbern“, das in der Solinger Ausstellung zu sehen ist.

Ohne die erfolgreichen Bemühungen von Dr. Klaus Metzelder, einem engen Freund des Künstlers, wäre die aktuelle Werkschau „Werner Scholz: Ein fast vergessener Expressionist – Wider den schönen Schein der Welt“ nicht zustande gekommen. Er war es, der Zeichnungen, Druckgrafiken und Gemälde aus verschiedenen Sammlungen zusammengetragen und dem Museum zur Verfügung gestellt hat. Denn in der ständigen Sammlung des Zentrums für verfolgte Künste befindet sich lediglich eine Farblithografie von Werner Scholz als Dauerleihgabe – die „Halbweltdame am Caféhaustisch“ von 1929.

Zur Ausstellung liegt ein Katalog vor. Er ist im Museumsshop erhältlich.
Ein Audiogerät kann für 2€ an der Museumskasse entliehen werden.
Die öffentlichen Führungen zur Ausstellung finden jeden Sonntag 11:15 Uhr statt.
Kurator: Dr. Rolf Jessewitsch, Direktor des Zentrums für verfolgte Künste
Wo: Zentrum für verfolgte Künste, Wuppertaler Str. 160, 42653 Solingen
Dauer: 26. November 2017 – 4. Februar 2018
Eintritt: 6 € / ermäßigt 3 €, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre: frei

 

Liane Rapp

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