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Ökoprofit: Bergische Städte als Vorreiter

Sie wollen Kosten sparen, die Umwelt schonen und effizienter arbeiten: Mittlerweile über 120 Unternehmen aus dem Bergischen nehmen an dem von der Landesregierung geförderten Projekt Ökoprofit teil. Damit ist die Region so engagiert wie keine andere in NRW und nimmt eine Vorreiterrolle ein.

Neue Effizienz

Im Durchschnitt sparen die teilnehmenden Unternehmen dank der Beratung durch das Ökofit-Team und viele kleine wie große Veränderungen bei Prozessen und Organisation rund 35 000 Euro im Jahr ein. In dieser Woche trafen sich Vertreter der elf teilnehmenden Unternehmen der 11. Runde des Projekts aus Remscheid, Wuppertal und Solingen in den Räumen der Kortenbach GmbH in Solingen, die sich auf Stanz- und Umformtechnik spezialisiert hat. Hier war es vor allem durch den Einbau einer neuen Filteranlage gelungen, den Ölverbrauch drastisch zu reduzieren, so Geschäftsführer Jens Kortenbach. Investiert wurden 3500 Euro, eingespart werden rund 6000 Euro pro Jahr. „Das rechnet sich schnell“, erklärte Kortenbach. Auch an anderer Stelle, mit vermeintlich kleineren Aktionen wird nun Geld eingespart: Einfach, indem in der kalten Jahreszeit von Oktober bis März nicht mehr das große Hallentor, sondern kleinere Türen geöffnet werden. So wird verhindert, dass Wärme verpufft. Mittelfristig ist Kortenbachs Ziel, eine Einsparung von 20 Prozent zu erreichen.

Dass Ökologie nicht im Gegensatz zu Ökonomie stehe, betonte auch der Projektverantwortliche Dr. Stefan Große-Allermann von der betreuenden Firma B.A.U.M Consult. Vielmehr schaffe der Umweltschutz Arbeitsplätze und würde die Firmen einen großen Schritt weiterbringen hin zu einer umweltorientierten Wirtschaft.

Primär wollen die Unternehmer Betriebskosten sparen, das ging aus den vielfältigen Berichten der Firmenvertreter hervor. Beim Wuppertaler Hochschul-Sozialwerk etwa kommen Einsparungen vor allem durch den verringerten Kaltwasserverbrauch in der Großmensa sowie den Einsatz von LED-Außenleuchten bei den Studentenwohnheimen zustande. Bei der Wuppertaler Schleifmittel-Firma Peter Hermann Jung führen allein die neue Steuerung der Fernwärme sowie Mitarbeiterschulungen zu großen Einsparungen beim Strom. Und für die Remscheider Firma Edscha Kunststofftechnik machte Uwe Kloß deutlich, dass allein durch den Einbau von Bewegungsmeldern in Lagerräumen, Fluren und Toiletten nun jährlich rund 13.700 Euro eingespart werden.

Mitarbeiter motivieren

Die gesamte Belegschaft für den Umweltschutz zu sensibilisieren, das ist das erklärte Ziel der Solinger Firma WMK Plastics. Betriebsleiter Nedeljko Relic nutzte ein Umweltquiz, um die Aufmerksamkeit der Kollegen zu erlangen, stellt Tank- und Essensgutscheine als Belohnung für gute Ideen in Aussicht. „Nur, wenn alle mitmachen, kann es funktionieren“, meint Relic. Auch das fünfköpfige Umwelt-Team der Historischen Stadthalle Wuppertal hat sich zum Ziel gesetzt, die Kollegen mitzureißen. Nachhaltigkeitsmanagerin Heike Topol: „Wir sind ja nur Pächter der Räumlichkeiten, die Stadt ist der Besitzer, also können wir Veränderungen nicht einfach so umsetzen. Aber wir entwickeln als die Experten vor Ort die Ideen und freuen uns über jede kleine Verbesserung, etwa, dass wir den Verbrauch von Papierhandtüchern durch neue Handtuchspender massiv verringern konnten.“

Gesenkschmiede spart durch neue Duschköpfe und weniger Wasserdruck

Dass man auch durch kleine Schritte viel bewirken kann, machte der Vertreter der Gesenkschmiede Gebrüder Hartkopf aus Solingen deutlich: Seine Kollegen sind meist hohen Temperaturen ausgesetzt, weshalb sie häufiger duschen. Statt aber wie bisher mit einem Druck von vier Bar kommt das Wasser nun nur noch mit zwei Bar durch die Brause. Außerdem wurden neue Duschköpfe eingebaut. Das Ergebnis: Im Jahr fallen rund 10 000 Euro weniger an Kosten an.

Als „Beste Maßnahme ÖKOPROFIT® – 2016“ wurde von den Workshopteilnehmern eine Maßnahme des Wuppertaler Carmen-Sylva-Haus e.V. gewählt: Für den mobilen, ambulanten Pflegedienst im Quartier, also für Distanzen zwischen zwei und drei Kilometern, schaffte die Geschäftsführung anstatt eines Pkws ein hochwertiges Pedelec an, von dem, so der Firmenvertreter, nicht nur die Umwelt profitiert, sondern auch die Kolleginnen, die nun viel motivierter ihre Arbeit machten, weil sie sich viel mehr an frischer Luft bewegen.

Die aktuelle 11. Projektrunde läuft noch bis zum Sommer 2016. Es bleibt also noch Zeit, um weitere Maßnahmen zu realisieren und die von den Unternehmen präsentierten ökologischen und ökonomischen Einsparungen und Ergebnisse positiv zu erweitern. In einer feierlichen Abschlussveranstaltung werden dann die Gesamtergebnisse vorgestellt und die Unternehmen erhalten ihre Zertifizierung

Durch Ökoprofit wurden im Städtedreieck bisher insgesamt schon 3,5 Millionen Euro eingespart und 200 000 Kubikmeter Wasser weniger verbraucht. Der Restmüll reduzierte sich um 1,25 Tonnen, der Energieverbrauch um 23 Millionen kWh Energie. Der Co2-Ausstoß sank in den vergangenen zehn Jahren um 9200 Tonnen.

Derartige Zahlen freuen auch Ariane Bischoff, Solingens neue Beauftragte für Nachhaltige Entwicklung: „Das große Plus von Ökoprofit ist, dass im Projektverlauf sowohl direkte Erfolge für die teilnehmenden Unternehmen durch einfach umsetzbare Maßnahmen erzielt werden als auch ein mittel- und langfristig ausgerichtetes Umweltprogramm aufgebaut wird. Oft ergeben sich durch einen systematischen Blick in die Betriebsabläufe, die Einbindung der Mitarbeitenden und den Austausch mit anderen Unternehmen erstaunliche Impulse, die lange über den Tag hinaus wirken. Im Ergebnis lassen sich mit Ökoprofit die Verantwortung für den Klima- und Ressourcenschutz, die Arbeitsbedingungen im Betrieb und eine auch finanziell zukunftssichernde Betriebsentwicklung gut verbinden. Das sind konkrete Schritte hin zu einer nachhaltigen Entwicklung, von der alle profitieren!“

Ausführliche Infos zum Projekt Ökoprofit gibt es hier.

 

Liane Rapp

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