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Abrissreif!?

110 Häuser in Wuppertal sind Schrott. Tendenz steigend. Von verschwundenen Besitzern und unbeliebten Eroberern.

Johannes Rothenhagen / www.talwaerts-zeitung.de

Bröckelnde Fassaden, einstürzende Dächer, lose Simskästen – 50 Schrottimmobilien und 60 Problemimmobilien unterscheidet die Stadt Wuppertal momentan. Bleibt nur: Warten, bis das Haus zur Gefahr wird – und es dann abreißen. So wie diese Woche in der Baumeisterstraße. Sind die Hauseigentürmer nicht aufzufinden, bleibt die Stadt zunächst auf den Kosten sitzen. 70.000 bis 80.000 Euro sind das im Fall der Baumeisterstraße. Hochgekocht ist die Debatte auch durch Linksautonome, die vor kurzem mehrfach leer stehende Marienstraße 41 besetzten.

Verfallene Schandflecke

Andreas Mucke vom Wuppertaler Büro für Quartierentwicklung sind die verwahrlosten Häuser schon rein optisch ein Dorn im Auge. „Ich will doch nicht in ein Viertel investieren, wo ungenutzter Wohnraum in sich zusammenfällt.“ Die Nutzung ist auch für Gaby Schulten von der Wohnungsgenossenschaft Ölberg eG ein Stichwort. „Hauptsache, die Immobilien liegen nicht brach, bis sie nicht mehr zu retten sind“. An der Bergischen Universität forscht Professor Guido Spars intensiv zum Thema Schrottimmobilien. Dabei identifiziert er vor allem soziale Ursachen: „Die sich wandelnde Struktur auf dem Arbeitsmarkt und der demografische Wandel sorgen für eine Abwärtsspirale, bis es zu Vernachlässigung und Verfall kommt“.

Potenzial ist da

Doch es gibt Lösungsansätze. In Rotterdam zum Beispiel werden seit 2004 sogenannte „Bastelhäuser“ (Klushuizen) verkauft: Für wenig Geld überlässt die Stadt heruntergekommene Immobilien jungen Menschen, die das Grundstück mit Energie und Leidenschaft aufwerten. Geschäftsbereichsleiter für Stadtentwicklung, Bauen, Verkehr und Umwelt Frank Meyer hegt die Hoffnung, die Hauseigentümer, die gerne etwas an ihren Immobilien tun möchten, an die Hand zu nehmen und ihnen Fördermöglichkeiten zu zeigen. Denn die Nachfrage nach den Schrottimmobilien ist da. Viele Firmen suchen gezielt nach ihnen, um sie zu entwickeln und zu Geld zu machen. Erst einmal wird die Liste der Schrottimmobilien jedoch weiter anwachsen. Für Meyer ist daher das Thema Marketing wichtig. Wuppertal müsse sich als Wohnstandort profilieren, über seine Grenzen hinaus. Es brauche aber auch ein Bewusstsein, dass es schön ist, in Wuppertal zu leben.

Gekürzte Fassung. Den vollständigen Artikel finden Sie in der Wuppertaler Wochenzeitung talwaerts. Immer freitags für 1,90 Euro überall, wo es Zeitschriften gibt und für 8,90 Euro im Monatsabo: www.talwaerts-zeitung.de

 

Esther Brandt

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