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Chris Möller: „Wir haben einige Besitzer, die ihr Fahrzeug durch die Vermietung innerhalb von vier Jahren amortisiert haben.“

Campanda ist eine Online-Plattform für die private Wohnmobilvermietung. Chris Möller, Gründer von Campanda, im Interview mit Business On.

Marco Funke / Pressefoto Art Week

Business-on.de: Herr Möller, wer sich Ihre Karrierestationen ansieht, merkt schnell: Sie sind ein alter Hase in der Shared Economy Szene. Was war der Grund, den Nischenmarkt Wohnmobile mit Campanda zu adressieren?

Chris Möller: Es freut mich sehr, die Share Economy Szene mit gestaltet zu haben – drei Jahre bevor das Wort „Sharing Economy“ überhaupt das erste Mal genutzt wurde. Innerhalb meines letzten Start-Ups erento habe ich gesehen, wie sinnvoll es ist, Wohnmobile privat zu vermieten. Ein Wohnmobil wird im Schnitt 20 Tage im Jahr genutzt und steht 49 Wochen ungenutzt herum. Zudem begeistert mich die internationale Komponente am Camper mieten. Wir haben Kunden aus Brasilien, die in der Schweiz ein Wohnmobil buchen oder Deutsche, die in Island mieten.

Business-on.de: Wie finanziert sich die Plattform? Welche Kosten entstehen für den Kunden, wenn er sein Wohnmobil inserieren möchte?

Chris Möller: Wir arbeiten ausschließlich erfolgsabhängig. Sein Wohnmobil bei uns zu inserieren, kostet also nichts. Wir erhalten 20 Prozent Provision – nur bei Buchung. Dafür organisieren wir über die Plattform den Mieter und wickeln die Buchung ab.

Business-on.de: Anfang diesen Jahres haben Sie die französische Plattform Airvy übernommen. Warum gerade ein französisches Unternehmen? Welche Besonderheiten hat der Markt?

Chris Möller: Eine sehr gute Frage. Die Franzosen sind im Bereich Sharing die Vorreiter in Europa, wenn nicht sogar weltweit. Da ist das Teilen eher ein Bestandteil des Alltages. Sehr früh haben dort Versicherungen entsprechende Modelle angeboten. Zudem ist Frankreich die Hauptdestination für Camper innerhalb Europa.

Business-on.de: Sie sagen das Stichwort: Versicherung. Mit Sicherheit ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Vermietung seines Eigentums. Seit Kurzem bieten Sie in Zusammenarbeit mit der Allianz eine neue Versicherungslösung an. Welche Vorteile hat diese Versicherung für die Nutzer?

Chris Möller: Bisher musste ein Besitzer eines Wohnmobiles eine Selbstfahrermietversicherung organisieren und seinen Fahrzeugschein umschreiben lassen mit Zusatzkosten von rund € 2.000,- pro Jahr. Der Besitzer wusste nicht, ob er durch die Vermietung die Versicherung wieder verdienen wird. Dies fällt nun mit der Lösung in Zusammenarbeit mit der Allianz weg. Das Fahrzeug wird bei Anmietung über Campanda pro Buchung versichert und somit vom Mieter mitbezahlt. Bei einem Schaden wird der Besitzer nicht hochgestuft.

Ein Besitzer kann sich mit der Lösung nun mehrere tausend Euro im Jahr dazu verdienen, ohne seine bestehende Versicherung ändern zu müssen und ist komplett frei, ob er eine einzige Vermietung oder mehrere durchführt.

Business-on.de: Mittlerweile dürften Sie bereits einige private Vermieter auf der Plattform haben. Welche Wohnmobile bieten diese an? Neue oder eher schon ältere Modelle?

Chris Möller: Die privaten Fahrzeuge füllen die Lücke, die durch die gewerblichen nicht oder nur sehr schwach abgedeckt werden. Wir haben nun günstigere Fahrzeuge, die dann schon älter sind. Zum Beispiel ein 8 Jahre alter Camper, der dafür toll von seinen Besitzern eingerichtet worden ist. Diese Fahrzeuge hat ein gewerblicher Vermieter selten in der Flotte. Aber auch richtig große Luxusfahrzeuge, beispielsweise von Concorde, sind nun auf der Plattform. Das sind Wohnmobile, die mal locker so teuer wie ein kleines Fertighaus sind.

Business-on.de: Angenommen ich kaufe mir heute ein Mittelklasse-Wohnmobil, fahre damit pro Jahr drei Wochen in den Urlaub und vermiete es in der restlichen Zeit über Campanda. Wieviele Jahre bräuchte ich wohl, bis sich meine Investition amortisiert hat?

Chris Möller: Wir haben einige Besitzer, die ihr Fahrzeug durch die Vermietung innerhalb von vier Jahren amortisiert haben. Der Wertverfall bei älteren Fahrzeugen ist bei Wohnmobilen auch nicht so stark wie bei Personenfahrzeugen. Es gibt aber auch solche, die sich dadurch ein eigenes Geschäft aufgebaut haben und nun eine Flotte von 6 Fahrzeugen haben. Denn: Den Traum, ein eigenes kleines Geschäft aufzubauen, haben immer mehr.

Business-on.de: Wie groß ist der Markt für Mietmobile – in Deutschland, Europa und weltweit?

 Chris Möller: In Deutschland sind rund 1,3 Mio. Wohnmobile und Wohnwagen zugelassen, im Schnitt 8,5 Jahre alt. Weltweit fahren 16 Millionen Wohnmobile auf den Straßen herum. Und die werden im Mittelwert nur 20 Tage im Jahr genutzt. Die Camper kaufen sich für rund € 85 Mrd. neue und gebrauchte Wohnmobile pro Jahr. Hier wird es in den kommenden Jahren einen starken Wandel geben hin zum Mieten. Die Leute verstehen mittlerweile, wie einfach es ist, ein Wohnmobil zu mieten. Denn wozu muss ich kaufen und ein eigenes Mobil unterhalten, wenn ich im Jahr nur eine tolle Rundreise machen möchte? Mieten oder Nutzen erhält in immer mehr Lebensbereiche Einzug.

Weitere Informationen unter: https://www.campanda.de

 

 

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