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Vorstellungsgespräche via Skype: Barrieren höher als gedacht

Immer mehr Unternehmen setzen bei ihrer Bewerber-Auswahl auf Online-Vorstellungsgespräche. In den USA und in Kanada ist die Praxis bereits gang und gäbe, aber auch in Deutschland etabliert sich eine Vorauswahl der Kandidaten für eine Stelle via Skype. Eine kanadische Universität hat nun erstmals wissenschaftlich untersucht, welche Auswirkungen die Videotelefonie auf die Auswahl der Bewerber hat – und kam zu ernüchternden Ergebnissen.

Immer mehr Unternehmen setzen bei ihrer Bewerber-Auswahl auf Online-Vorstellungsgespräche. In den USA und in Kanada ist die Praxis bereits gang und gäbe, aber auch in Deutschland etabliert sich eine Vorauswahl der Kandidaten für eine Stelle via Skype. Eine kanadische Universität hat nun erstmals wissenschaftlich untersucht, welche Auswirkungen die Videotelefonie auf die Auswahl der Bewerber hat – und kam zu ernüchternden Ergebnissen.

In Deutschland wird die Praxis, Bewerber in einem ersten Auswahlgespräch per Skype zu begutachten, noch eher verhalten angenommen. Viele Unternehmen setzen den Schritt als einen Erstkontakt ein, sind sich jedoch einig, dass ein Bewerber das Unternehmen kennenlernen muss, bevor er eine definitive Zusage bekommt. Dass diese Strategie durchaus Sinn macht, haben Forscher der McMaster’s DeGroote School of Business in Kanada herausgefunden. Deren Studie zu Online-Bewerbungsgesprächen zeigt eindeutig, dass Kandidaten, die nur per Skype interviewt wurden, durchweg schlechter abschnitten.

Kandidaten und Unternehmen schneiden schlechter ab

Für das wissenschaftliche Experiment führten die Forscher Greg Sears und Haiyan Zhang Bewerbungsgespräche persönlich und per Skype durch. Dabei kamen sie zu einem eindeutigen Ergebnis: Die Bewerber, die sich per Skype vorstellten, schnitten durchweg schlechter ab. Sie wurden als unsympathischer und weniger geeignet beurteilt als die Kandidaten, die sich persönlich bei den Arbeitgebern vorstellten.

Die Studie bewies weiterhin, dass dieser Effekt auf beiden Seiten zu spüren ist. So beurteilten auch die Bewerber, die ihren potenziellen Arbeitgeber nur per Skype kennenlernten, diesen als weniger attraktiv, weniger kompetent und weniger vertrauenswürdig als die Kandidaten, die ihren potenziellen Arbeitgeber persönlich trafen.
Die kanadische Studie ist die erste Studie zu der vermehrt um sich greifenden Methode, Kandidaten in einem Vorab-Interview online zu beurteilen, bevor sie in das Unternehmen eingeladen werden. die Vorteile einer solchen Methode liegen auf der Hand: Beide Parteien sparen Zeit und die Anreisekosten. Außerdem wird das Skype-Interview besonders bei technikaffinen Berufen als eine gute Gelegenheit verstanden, das Know-how des Bewerbers zu überprüfen. Schließlich lässt sich an einem Videointerview schnell erkennen, wie sicher der Bewerber im Umgang mit dem Computer ist.

Besondere Bedingungen beim Bewerbungsgespräch per Skype

Insbesondere in den USA und Kanada, wo größere Distanzen überbrückt werden müssen, sind Interviews per Skype bereits etabliert. Rund ein Viertel der kanadischen und der US-amerikanischen Bewerber haben bereits an einem Skype-Vorstellungsgespräch teilgenommen. Für Deutschland liegen noch keine Statistiken vor; die Zahl sollte jedoch geringfügig unter diesen liegen.

In den Medien berichten Bewerber meist positiv über ihre Erfahrungen mit Skype beim Bewerbungsgespräch. Die Bewerberin Ellen Nagel erklärte auf sueddeutsche.de, die Möglichkeit zum Bewerbungsgespräch per Skype habe ihr gut gefallen. Nagel bewarb sich bei einem der Vorreiter des Skype-Interviews in Deutschland, dem Versandhandel Otto, und bekam die Stelle. Zu ihren Erfahrungen liefert der Artikel der Süddeutschen Tipps zu den besonderen Bedingungen, welche bei einem Bewerbungsgespräch per Skype herrschen.

Skype eignet sich zur Vorauswahl der Bewerber

Auch die kanadischen Forscher ziehen aus ihrer Studie praktische Konsequenzen. Sie raten vor allem den Unternehmen, einheitlich zu arbeiten. Das heißt, alle Bewerber sollten entweder in einem persönlichen oder in einem Online-Bewerbungsgespräch kennengelernt werden, damit eine eventuelle Fehleinschätzung wie in der Studie vermieden werden kann. Außerdem sollten besonders die Unternehmen Strategien entwickeln, um die ungewohnte Interviewsituation für den Bewerber so angenehm wie möglich zu gestalten. Hilfreich können Einführungsvideos zum Unternehmen und ausführlicher Smalltalk zu Beginn des Gespräches sein.

Die Forscher führen ihre Ergebnisse auf die ungewohnte Situation für die Bewerber und die technischen Barrieren zurück. Das hieße, dass bei einem routinierteren Umgang mit Skype als Interviewsoftware die Unterschiede in den Einschätzungen zurückgehen würden. Je vertrauter Bewerber und Arbeitgeber mit Skype werden, desto einfacher und realer wird die Interviewsituation wirken. Besonders als Zwischeninstanz, also als Ersatz für ein Vorauswahl-Gespräch per Telefon, wird sich das Videointerview per Skype weiter durchsetzen. Für die endgültige Entscheidung ist allerdings nach den Ergebnissen der Studie ein persönliches Kennenlernen unumgänglich.

 

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