Connect with us

Hi, what are you looking for?

IT & Telekommunikation

Fachkräftemangel: Milliarden-Einbußen durch Wissensverlust

Laut einer Studie des Fraunhofer IAO und des Hightech-Bundesverbands BITKOM kommt der Fachkräftemangel den deutschen IT-Unternehmen teurer zu stehen: Der Know-how-Verlust und Personalengpässe bremsen Unternehmen, denen dadurch durchschnittlich 8,5 Prozent ihres Umsatzes verloren geht. Dabei gibt es dennoch Wege zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.

Laut einer Studie des Fraunhofer IAO und des Hightech-Bundesverbands BITKOM kommt der Fachkräftemangel den deutschen IT-Unternehmen teurer zu stehen: Der Know-how-Verlust und Personalengpässe bremsen Unternehmen, denen dadurch durchschnittlich 8,5 Prozent ihres Umsatzes verloren geht. Dabei gibt es dennoch Wege zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.

Rund 11 Mrd. Euro Umsatz entgehen deutschen IT-Unternehmen jährlich durch Wissens- und Kompetenzverlust. Dieses alarmierende Ergebnis zeigt eine aktuelle Studie des Fraunhofer IAO und des Hightech-Bundesverbands BITKOM. „Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen IT-Branche leidet massiv darunter, dass hochqualifizierte Mitarbeiter von Unternehmen ihr erfolgskritisches Know-how mitnehmen – sei es zur Konkurrenz oder in die Rente“, sagte der stellvertretende IAO-Institutsleiter Dr. Wilhelm Bauer bei der Vorstellung der Studie in Berlin.

Für die Untersuchung befragten Fraunhofer IAO und BITKOM 203 IT- und Telekommunikations-Unternehmen. Die Studie „Fachkräftemangel und Know-how-Sicherung in der IT-Wirtschaft“ gibt einen umfassenden Überblick über die Ursachen des Verlusts von Wissen und Kompetenzen. Gleichzeitig werden erfolgversprechende Lösungsansätze aufgezeigt, um dem entgegenzuwirken.

Die Ergebnisse zeigen: Trotz aktuell guter Geschäftsentwicklung geht vor allem das Wissen der mittelständischen IT-Unternehmen verloren. So geben 64 Prozent der Befragten an, dass sie einen Kompetenzverlust erleiden, weil Fachleute aus Karrieregründen das Unternehmen verlassen. „Der Wettbewerb um die besten Köpfe in der IT-Branche wird schärfer“, sagte BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Das treffe vor allem die mittelständischen IT-Unternehmen hart, weil sie im Vergleich zu größeren Konzernen weniger bekannt sind und in der Regel nicht so hohe Gehälter zahlen können. Weitere Gründe für Kompetenzverluste sind altersbedingtes Ausscheiden, das 42 Prozent der Unternehmen nennen, und längere Familienphasen (35 Prozent).

Strukturell bedingte Personalengpässe führen zur Überlastung von Wissens- und Leistungsträgern, die für die strategische Entwicklung der Unternehmen und die technologischen Innovationen entscheidend sind. Laut Umfrage geben 45 Prozent der Unternehmen an, dass ihre Mitarbeiter infolge knapper Personalressourcen überlastet sind. 26 Prozent mussten deswegen bereits Aufträge ablehnen, 9 Prozent konnten Projekte nicht zu Ende führen und bei 8 Prozent sind Kunden deshalb abgewandert. „Die Folgen des Fachkräftemangels sind massive Einbußen im Kerngeschäft der Unternehmen“, sagte Bauer. Im Durchschnitt verlieren die Unternehmen 8,5 Prozent ihres Umsatzes.

Gleichzeitig trifft der demografische Wandel die häufig noch als jugendzentriert geltende IT-Branche: Aktuell sind fast vier Fünftel (79 Prozent) aller IT-Spezialisten in den Unternehmen unter 41 Jahre alt. Dieser Anteil wird innerhalb von zehn Jahren auf 45 Prozent sinken. Dann wird die Altersgruppe der 41 bis 45-jährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit 38 Prozent das beschäftigungsstärkste Segment der IT-Branche sein. Aktuell sind es in dieser Altersgruppe erst 18 Prozent. „Alternde Belegschaften stellen die IT-Branche vor besondere Herausforderungen, weil das technologische Know-how in keinem anderen Bereich so schnell veraltet“, sagte Bauer. „Hier sind Unternehmen und Mitarbeiter gefragt: die Unternehmen müssen Weiterbildungsangebote machen und die Mitarbeiter bereit sein, diese anzunehmen.“

Um der Erosion ihrer Wissensbasis entgegenzuwirken, müssen Unternehmen deutlich mehr Ressourcen einsetzen. 63 Prozent der befragten Unternehmen versuchen bereits heute, den informellen Wissensaustausch zu fördern. 49 Prozent nutzen Tandemmodelle, bei denen ausscheidende Mitarbeiter und ihre Nachfolger eine Zeit lang zusammenarbeiten. Erst 38 Prozent nutzen systematische Übergabeinstrumente, bei denen Erfahrungen aus abgeschlossenen Projekten regelmäßig in Workshops an andere Mitarbeiter weitergegeben werden. 34 Prozent setzen eine lebensphasenorientierte Aufgaben- und Karriereplanung für ihre Mitarbeiter ein. So haben Beschäftigte bei ihrem Jobeinstieg andere Kompetenzen und persönliche Bedürfnisse als während einer Familienphase oder als Senior. „Die IT-Unternehmen müssen ihre Personalpolitik an die demografische Entwicklung und den damit verbundenen Fachkräftemangel anpassen“, sagte BITKOM-Hauptgeschäftsführer Rohleder. Entscheidend sei dabei ein intelligenter Mix aus organisatorischen und technischen Maßnahmen. Unter den befragten IT-Unternehmen setzen 49 Prozent Wissensdatenbanken ein, 48 Prozent eine standardisierte Dokumentation, 43 Prozent Web-2.0-Instrumente und 39 Prozent Expertensysteme.

Nach Angaben des BITKOM gibt es in der ITK-Branche aktuell rund 858.000 Beschäftigte. Rund 55 Prozent davon sind IT-Spezialisten. Im ersten Quartal 2012 gaben 63 Prozent der ITK-Unternehmen an, dass der Fachkräftemangel ihre Geschäftstätigkeit bremst.

Alle Infos zur Studie kompakt im Internet unter: www.iao.fraunhofer.de/dpm/955.html

Quelle: Bitkom e.V.

 

Anzeige

News

Wegen einer Klage von Umweltverbänden könnte ein Versorgungsvertrag zwischen Tesla und dem Wasserverband Strausberg-Erkner für die Gigafactory des Autobauers im brandenburgischen Grünheide nicht zustande...

Aktien & Fonds

Einführung: Was ist eine Aktienanalyse und wie wird sie durchgeführt? Beim Aktienresearch geht es darum, die fundamentalen und technischen Elemente des Aktienmarktes zu verstehen....

News

Vier von zehn Deutschen sind bereit, im neuen Jahr nachhaltiger einzukaufen. Höhere Preise und fehlende Auswahl stellen allerdings Hürden dar. Fündig werden sie vor...

News

Das Berufsleben beendet, die Kinder aus dem Haus. Da stellt sich für viele die Frage: Was kann ich vom Leben noch erwarten? Die „37°“-Reportage...

News

Noch vor gar nicht allzu langer Zeit fand in jedem Büro mindestens einen Firmenstempel, häufig jedoch gleich mehrere Stempel. Doch, aufgrund der immer weiter...

E-Commerce

Online-Handel wird immer beliebter. Kein Wunder, denn die Vorteile sind unschlagbar: Man ist nicht an Öffnungszeiten gebunden und kann bequem vom Wohnzimmer aus shoppen....

Threema als sichere Alternative zu Whatsapp & Co.?

Threema Messenger

Viele Menschen nutzen die Kurznachrichtendienste Whatsapp oder Telegram zur Kommunikation. Allerdings gibt es inzwischen sichere und bessere Alternativen wie den Schweizer Messenger Threema auf dem Markt.

ZIM Förderung

ZIM Förderung

ZIM Förderung – Programm für mehr Innovation und Wachstum im Mittelstand

Weitere Beiträge

E-Commerce

Die Zukunft des digitalen Handels wird von Playern entschieden, die ihre Strategie knallhart datengetrieben planen. Die E-Commerce-Experten von ecom consulting und SHOPMACHER fassen zusammen,...

News

Laut einer neuen Studie (1)  von Iron Mountain sind Unternehmen in ganz Europa aufgrund des mangelnden Risikobewusstseins ihrer Mitarbeiter*innen zunehmend Bedrohungen ausgesetzt. Während Führungsteams...

News

Ein sorgloser Umgang mit den Daten ihrer Kund:innen kann für Unternehmen zu großen Verlusten führen: 72 Prozent der deutschen Konsument:innen würden bei einem Unternehmen,...

HR-Themen

Die letzten 18 Monate haben die Arbeitswelt nachhaltig verändert. Der Wechsel ins Homeoffice, die Einführung hybrider Arbeitskonzepte und die intensive Nutzung von Videokonferenz-Tools sind...

News

Gestern stellte das RKW Kompetenzzentrum das dritte Update der Studie „Mittelstand meets Startup 21: Potenziale der Zusammenarbeit“ im Rahmen des Online-Events „Better together?“ vor.

News

Schreiende Kinder, ungewohntes Arbeitsumfeld und schlechte Büroausstattung: Das Arbeiten im Homeoffice ist nicht für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nur angenehm. In diesem Umfeld sind...

Startups

Heute erscheint die zweite Ausgabe des Digital Sales Monitor, in welchem sowohl die Effizienz als auch die Nachhaltigkeit der Vertriebsabteilungen von Startups und Mittelständlern...

News

Aktuelle Studie "Nachhaltigkeit im Fokus" des Marktforschungsinstituts Rothmund Insights untersucht Motive, Verhaltensweisen und Wünsche der Verbraucher zum Thema Nachhaltigkeit und nachhaltige Produkte

Anzeige
Send this to a friend