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Mehr „Danke“ als Bitte: Kommunikation im Stadtwald

Wir haben an dieser Stelle schon mehrfach über Begrüßungsrituale unter Sportlern und Spaziergängern philosophiert. Seit vergangener Woche ist eine ganz neue, bislang unbekannte Variante dazu gekommen.

Wir haben an dieser Stelle schon mehrfach über Begrüßungsrituale unter Sportlern und Spaziergängern philosophiert. Seit vergangener Woche ist eine ganz neue, bislang unbekannte Variante dazu gekommen.

Radfahrer, die mit ihrem Bike durch den Stadtwald fahren, kennen das Problem: mäandrierende Wanderer und Walkergruppen sowie Hundehalter, die ihre Hunde nicht halten, sondern kreuz und quer durchs Unterholz laufen und über Straßen und Wege springen lassen. In jedem Fall gilt: Nähert man sich Mensch oder Tier, hilft ein beherztes Klingeln.

Entweder springen die Angeklingelten fluchtartig zur Seite (oder, schlimmer, mitten auf den Weg). Oder die Hundehalter erbarmen sich und halten ihre Tiere fest (anleinen scheint ja unmöglich zu sein), damit der Radler gefahrenlos passieren kann.

Wenn man sich für solche Selbstverständlichkeiten als Radler nicht sofort bedankt, zischt es einem von Hundebesitzern hinterher – ein gepresstes „Dankeschön“ mit dem Sub-Text: Da hättest du dich mal bedanken sollen, dass ich dir gnädigerweise des Weg frei gemacht habe und mein Hund dich nicht angesprungen, umgerannt oder gebissen hat (alles schon passiert).

Ja – dafür bin ich wirklich dankbar, sehr dankbar sogar. Für Selbstverständlichkeiten muss ich mich aber nicht bedanken.

Ich habe mir mittlerweile dennoch angewöhnt, mich grundsätzlich zu bedanken, wenn Menschen mich mit dem Rad passieren lassen. Das kostet keine Überwindung, ist eine nette Geste und hilft, das – oftmals zu Recht – ramponierte Bild des rasenden Radlers etwas gerade zu rücken.

Vergangene Woche nun fuhr ich auf einem Waldweg, auf dem vor mir ein Mann mit Hund (natürlich nicht angeleint) ging. Ich klingelte also, der Mann nahm seinen Hund beiseite, und ich sagte ein ehrlich gemeintes „Dankeschön“. Darauf blaffte er „Mehr als zur Seite gehen kann ich nicht!“ – und ließ mich ratlos zurück.

Hätte ich lieber nichts sagen sollen?

Anscheinend ist der gute Mann samt Hund schon mehrfach selbst angeblafft worden und nimmt auch bei einem freundlich gemeinten Wort gleich eine Angriffshaltung ein. Schade.

Ich werde auch weiterhin „Danke“ sagen, wenn Fußgänger, Hunde und deren Halter ein wenig Platz machen. Vielleicht hänge ich jetzt ein „…ist ehrlich gemeint!“ dran. Man weiß ja nie.

 

Wolfram Lotze

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