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Corona #10: Mein Auto ist die Bahn

Quer durch alle Medien höre ich in diesen Tagen von den Forderungen der deutschen Autoindustrie. Forderungen nach Förderungen. Durch den Staat. Also durch uns alle. Gleich, ob wir ein Auto haben (wollen) oder lieber Bus und Bahn gefördert sehen.

Peter Jamin / Peter Jamin

Und da bin ich auch schon beim Thema dieser Kolumne: Mein Auto ist die Bahn. Ich habe schon vor drei Jahren auf mein Auto verzichtet. Habe in meinem Lieblingswohnstadtteil Oberkassel in meiner Lieblingswohnstadt Düsseldorf einen Parkplatz freiwillig frei gemacht. Niemand hat mich dafür gelobt.

Die Bevölkerung kränker gemacht

Vergessen. Irgendjemand anderes Auto steht jetzt auf den Parkplätzen, die ich in meiner Umgebung früher blockiert habe. Was mich aber stört, ist die Dreistigkeit der Autoindustrie. Sie haben Millionen Autofahrer*innen mit dreckigen Motoren betrogen. Und ganz Deutschland mit schmutzigeren Abgasen kränker gemacht. Sie zahlen Milliarden Dividende an ihre Aktionäre. Und jetzt wollen die Autohersteller noch mal Geld von uns allen, damit es ihnen noch besser geht. Sie wollen, dass wir jedes ihrer neuen Autos mit ein paar Tausend Euro Zuschuss attraktiver machen.

Rheinbahn & Co fordern nicht

Ich frage mich: Wo bleiben die Forderungen der Betreiber von Bus und Bahn? Vor meiner Tür fahren jeden Tag dutzendfach die Uraltbahnen der U75 zwischen Düsseldorf und Neuss hin und her. Laut. Hässlich. Komfortlos.

Schlafen Straßenbahnbetreiber wie die Rheinbahn? Was machen die reichlich bezahlten Vorstände den ganzen Tag? Wo bleiben die Forderungen nach mehr Geld des Staates für bessere Bahnen, bessere Busse?

Neue Mobilitätskonzepte notwendig

Der sogenannte Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird von Politikern gern als bedeutsam und zukunftsweisend tituliert. Aber die meist alten Kisten fahren noch immer durch unsere Straßen. Aber immer noch zu selten. Immer noch ohne Komfort.

Die Bundesregierung arbeitet an einem Konjunkturförderungsprogramm für die dritte Phase von Corona. Ich schlage vor, dass man dabei endlich umdenkt. Mehr Klimaschutz durch Bus und Bahn. Neue Mobilitätskonzepte für Stadt und Land. Keine Staatsknete für Auto-Individualismus. Mehr Car2Go statt SUV. Mehr Bus und Bahn statt Privatbenziner.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino…
                          Ihr Peter Jamin

 

Peter Jamin

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Peter Jamin
Peter Jamin

Peter Jamin arbeitet als Schriftsteller und Journalist. Er veröffentlichte – neben Kolumnen und Artikeln – mehr als 30 Bücher zu gesellschaftlich relevanten wie unterhaltsamen Themen. Darüber hinaus arbeitete er als Autor und Regisseur von Fernsehdokumentationen und -serien. Etliche Bücher schrieb er als Ghostwriter prominenter Zeitgenossen. Mit seinem Schwerpunktthema „Vermisst“ befaßt er sich seit rund 30 Jahren; unterhält auch ein „Vermisstentelefon“ zur Beratung von Angehörigen Verschwundener. Ausgezeichnet wurde Jamins Arbeit u.a. mit dem „GdP-Stern“ der Gewerkschaft der Polizei „in besonderer Würdigung seiner herausragenden journalistischen Leistungen“. Infos zum Autor unter jamin.de.

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