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Whynachten – das Fest der was?

Letzten Freitag war „Black Friday“. Ich habe versucht mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt zu fahren, weil ich zum Glühwein verabredet war. Schlussendlich bin ich die 2,3 Kilometer gelaufen – aus panischer Angst vor all den Einkaufstüten inklusive ihrer völlig genervten Besitzer.

Letzten Freitag war „Black Friday“. Ich habe versucht mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt zu fahren, weil ich zum Glühwein verabredet war. Schlussendlich bin ich die 2,3 Kilometer gelaufen - aus panischer Angst vor all den Einkaufstüten inklusive ihrer völlig genervten Besitzer.

Ich freue mich immer, wenn Mitte Oktober der erste Schicht-Nugat zusammen mit Lebkuchen und Spekulatius in den Geschäften zu finden ist. Ehrlich – ich genieße das große Fressen, inklusive des schlechten Gewissens und dem ein oder anderen Kater, Glühwein wärmt eben von innen.

Alle Jahre wieder begeben wir uns in diese besinnliche Zeit des physischen und psychischen Weihnachtsstress. Ich bin eine davon.

Als ich also an der Heinrich-Heine-Alle ankomme und noch etwas Bargeld holen will, sehe ich eine offensichtlich wohlhabende Frau mit ihrer Tochter – ich habe die Tochter daran erkannt, dass sie nicht nur dieselbe Handtasche wie ihre Mutter trägt (natürlich in einer anderen Farbe), sondern genauso beladen mit den Designer-Tüten durch die Gegend stolziert.

Am Aufgang in die Altstadt sitzt eine obdachlose Frau, die eine stadtbekannte Zeitschrift verkauft. Ganz barmherzig läuft das wohlhabende Duo auf sie zu und streckt ihr einen Euro hin. Jeder Düsseldorfer Bürger, der die Zeitschrift schon einmal gekauft hat, weiß, dass sie 2,40 Euro kostet und davon die Hälfte an den Verkäufer gespendet wird. Mit einem Euro kommt man also nicht weit, aber es ist ja bald Weihnachten. Ich finde die Intention der beiden Damen wirklich nett, allerdings frage ich mich warum alle nur zwischen November und Dezember so barmherzig sind.

Vieles hängt mit dem Konsum rund um die Weihnachtszeit zusammen. Man wird auf allen Kanälen dazu animiert Geld auszugeben, um ihren Lieben (und natürlich bedürftigen Personen) etwas Gutes zu tun und ihnen zu zeigen, wie sehr man sie mag.

Ich frage mich warum wir das nicht das ganze Jahr über tun. Mich selbst kann ich da nicht ausnehmen – ich kaufe zwar regelmäßig die stadtbekannte Zeitschrift, darüber hinaus bin ich aber nicht karitativ engagiert. Umso mehr Respekt habe ich vor Menschen, die sich tatsächlich das ganze Jahr über einbringen. Sie geraten oft in Vergessenheit und agieren als stille Helden hinter den Kulissen.

Der Rest der Gesellschaft ist stolz auf sich, wenn sie endlich alle Geschenke gekauft und dabei noch atemberaubende Sonderangebote ergattert haben.

Ich werde Sie jetzt nicht fragen, was der eigentliche Sinn von Weihnachten ist, so wie ihn die Bibel auslegt, und auch nicht, ob wir eine Gesellschaft sind, die sich mehr und mehr vom Wesentlichen entfernt. Nein, es gibt auch wundervolle positive Beispiele.

Aber ich möchte Sie fragen, ob nicht immer Weihnachten sein kann. Abgesehen vom Spekulatius und verkaufsoffenen Sonntagen: Warum sind wir gerade in dieser Zeit alle so barmherzig und nicht das ganze Jahr über?

 

Carolin Kirchhoff

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