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Kunst & Kultur

Berlin – eine Herbstreise

Einige Tage in Berlin, Kunst und Kultur, Essen und Trinken, die Atmosphäre der Stadt genießen, herrlich. Ein lockerer Plan mit viel Raum für spontane Erlebnisse bildet den Rahmen.

Ulrike Liedtke / Ulrike Liedtke

Die Anreise mit der DB verläuft äußerst geschmeidig und damit es so bleibt, ist der Erwerb der Berlin WelcomeCard direkt am Hauptbahnhof im Informationszentrum visitBerlin eine gute Idee.
Die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, ein Stadtplan, ein kleiner City Guide und Ermäßigungen an vielen Orten machen das Erkunden der Stadt sehr komfortabel.

Der erste Tag ist ein Sonntag. Vom Hotel Augustinenhof in der Auguststraße führt der erste kleine Stadtbummel zu den Hackeschen Höfen und zum Hackeschen Markt. Hier entdeckt man entzückende kleine Geschäfte und Manufakturen, aber auch eine interessante Auswahl an Kneipen und Cafés. Auf dem Weg durch die Auguststraße fällt ein großes altes Gebäude mit lauschigem Biergarten auf, Clärchens Ballhaus. Seit mehr als 105 Jahren wird hier im Ballsaal, im Wintergarten und im Spiegelsaal getafelt, getanzt und gefeiert. Das Sonntagskonzert im Spiegelsaal bildet einen wunderbaren Tagesausklang.

Es ist kühl und regnerisch. Eine Fahrt an den Wannsee zur Liebermann-Villa passt ausgezeichnet. Im Bauerngarten der Villa blühen die Dahlien und Astern, das Gemüse ist erntereif. Der Weg an den See durch einen kleinen Birkenhain gibt das Gefühl, in einem Gemälde von Liebermann zu spazieren. Der See liegt im Regenschleier. Seit 2006 ist die Villa als Museum geöffnet. Die Rettung und Restaurierung der Villa ist der Max-Liebermann-Gesellschaft zu verdanken, die sich ohne öffentliche Mittel bis heute um Betrieb und Erhaltung kümmert. Ein kleines Café mit Terrasse und Blick auf den See läßt die Gäste entspannt die Atmosphäre genießen.
Ein kleiner Abstecher nach Potsdam ist naheliegend, es reicht für eine Stadtrundfahrt und macht Appetit auf mehr.

Heute steht die Museumsinsel auf dem Programm, die bequem zu Fuß zu erreichen ist. Da die Sonne herausgekommen ist, schieben wir spontan eine Bootstour auf der Spree ein. Die MS Franziska tuckert gemütlich an der Museumsinsel vorbei und durchs Regierungsviertel. Eine waschechte Berlinerin, Waltraud Anneliese Bellezza, Zeitzeugin der Wende, mit Humor und einem kritischen Blick, informiert auf sehr unterhaltsame Weise und erzählt von der Geschichte der Stadt.
Die Museumsinsel, einer der schönsten Museumskomplexe der Welt, hat seit Juli 2019 ein neues Eingangsgebäude, die James-Simon-Galerie, entworfen von David Chipperfield. Die verschiedenen Museen beherbergen einzigartige Kunstschätze. Wir beschränken unseren Besuch auf das Pergamonmuseum und die Alte Nationalgalerie.

Ein Abend in Wilmersdorf in der „Bar jeder Vernunft“, einer wunderbaren Kleinkunstbühne in einem Spiegelzelt, versetzt zurück in die 20er Jahre. Ein ausgezeichnetes Showprogramm und eine schmackhafte Küche garantieren einen wunderbare Zeit. An diesem Abend singt Sebastian Krämer 25 Lieder aus 25 Jahren, großartig.

Heute ist ein Stadtbummel geplant, Kurfürstendamm, KaDeWe, Friedrichstraße und Galeries Lafayette. Der Ku’damm läßt einen gewissen Charme vermissen, im KaDeWe ist Umbau und Inventur ein wenig hinderlich. Wir kommen nicht mit prallen Einkaufstüten heraus. Ausgesprochen lecker ist die Currywurst direkt vor dem KaDeWe.

Auch sonst wurde lecker gespeist. In unserem Viertel war die Auswahl an Cafés, Restaurants und Kneipen gut. Wir aßen im Lawrence in der Oranienburgerstraße köstliches arabisches Lamm, in der Tucholskystraße bei Vino & Basilico ausgezeichnete Pasta und nahmen einen Absacker in der Eckkneipe Keyser Soze, die auch Café und Restaurant ist. Von dort waren es wenige Schritte zum Hotel Augustinenhof, mit gemütlichen und ruhigen Zimmern, sehr freundlichem und hilfsbereitem Personal, leckerem Frühstück und einem bildschönen Innenhof.

Am Abreisetag ist noch Gelegenheit einen kurzen Besuch im Hamburger Bahnhof zu machen, dem Museum für zeitgenössische Kunst in der Nähe des Hauptbahnhofes, einen Spaziergang durch das Regierungsviertel und an der Spree entlang. Ein Mittagsimbiss in der Kantine Deluxe ist der Abschluss intensiver Tage in Berlin.

 

Ulrike Liedtke

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