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Deutscher Apothekertag: Branchenstimmung hellt sich trotz Zukunftssorgen auf

ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening

Deutschlands Apotheken blicken wieder etwas optimistischer in die Zukunft – das war eines der wichtigsten Ergebnisse des Apothekenklima-Index 2021, einer repräsentativen Meinungsumfrage im Auftrag der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA, die zum Auftakt des Deutschen Apothekertages in Düsseldorf vorgestellt wurde.

Zwar erwarten immer noch vier von zehn Apothekeninhaberinnen und -inhabern (43,6 Prozent) eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage ihres Betriebes in den nächsten zwei bis drei Jahren. 2020 war es allerdings noch jeder zweite (49,6 Prozent). Die Bereitschaft, in die Zukunft der wohnortnahen Apotheke zu investieren, hat ebenso wie der Personalbedarf zugenommen. Das größte Anliegen ist und bleibt für die freien Heilberuflerinnen und Heilberufler eine langfristig stabile Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten. 81,8 Prozent halten eine ausreichende Planungssicherheit für das wichtigste gesundheitspolitische Thema der kommenden Jahre.

Zu den Ergebnissen sagt ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening: „Dass sich die Stimmung in den Apotheken aufgehellt hat, führe ich vor allem auf zwei Faktoren zurück: Das Anfang dieses Jahres in Kraft getretene Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz bringt positive Impulse. Die Apotheken suchen Fachkräfte, wollen investieren und Arbeitsprozesse anpassen, um sich auf Herausforderungen wie das E-Rezept und die Pharmazeutischen Dienstleistungen vorzubereiten. Darüber hinaus haben die Apotheken ihren Patienten, den politischen Entscheidungsträgern und sich selbst gezeigt, wie flexibel und resilient sie eine Pandemie bewältigen können.“

Die richtigen Prioritäten für das Gesundheitswesen

Overwiening, die seit Januar dieses Jahres als erste Frau an der Spitze des Bundesverbandes steht, schlägt aber auch warnende Töne an: „Wir erwarten von der Politik, dass sie nach der Bundestagswahl und erfolgter Regierungsbildung die richtigen Prioritäten für das Gesundheitswesen setzt. Wir brauchen Planungssicherheit. Dazu gehört die konsequente Durchsetzung der einheitlichen Abgabepreise bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln im Bereich der gesetzlichen Krankenkassen. Was im Apothekenstärkungsgesetz festgeschrieben worden ist, muss mit Leben erfüllt werden.“

Die ABDA-Präsidentin wirbt auch für einen Bürokratieabbau im Gesundheitswesen. „Die Pandemie hat gezeigt, dass wir immer dann die Menschen gut und schnell versorgt haben, wenn wir unnötige bürokratische Hemmnisse aus dem Weg räumen konnten. Daher fordern wir, dass Apotheken Lieferengpässe bei Rabattarzneimitteln auch nach der Pandemie unkompliziert, eigenverantwortlich und patientenfreundlich managen können.“

Apothekertag erstmals als Hybridveranstaltung mit Jens Spahn als Gast

Der Deutsche Apothekertag findet pandemiebedingt am 22. und 23. September 2021 erstmals als Hybridveranstaltung in den Räumen der Messe Düsseldorf und online statt. Zum Abschluss der Wahlperiode und unmittelbar vor der Bundestagswahl wurde Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstagvormittag auf dem Deutschen Apothekertag erwartet, der nach einem Grußwort für einen zweistündigen Austausch mit den Delegierten bereitstehen sollte.

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