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Events & Sport

Cyclingworld und Critical Mass

Fahrrad fahren ist mehr als Fortbewegung von A nach B. Mit dem richtigen Konzept kann eine Stadt aktiv umweltfreundliche Stadtplanung betreiben. Unser Kolumnist Peter Jamin hat sich aus Anlass der Messe Cyclingworld und der Aktion Critical Mass ein paar Gedanken gemacht.

jamin

Am Wochenende steht in Düsseldorf die Cyclingworld auf dem Programm. Eine gute Gelegenheit sich über den Fahrrad- und eBike-Markt zu informieren. Mich interessiert das Angebot besonders, da ich mir ein eBike bestellt habe und auf Anregungen zum Zubehör und der Behandlung des Akkus etc. hoffe.

Das eBike soll meinen Fuhrpark mit Gazelle-Stadtteilrad (steht seit 20 Jahren bei Regen, Schnee und Sonnenschein immer fahrbereit vor der Haustür) und mein Koga-Myata-Fernstraßenrad (steht sicher im Keller) ergänzen. Auch bin ich gespannt auf das echt breite Angebot der Brands 2018 auf der Messe. Da gibts es erstklassige Hingucker.

Zukunft des Fahrradfahrens

Noch wichtiger wäre mir allerdings, wenn Düsseldorf die Gelegenheit nutzen würde, sich mit dem Zukunftsthema „Fahrradfahren in der Großstadt“ befassen würde. Ein kleiner Kongress, Vorträge oder Diskussionsveranstaltungen würden doch gut in das Rahmenprogramm der Cyclingworld passen.

Es gäbe auf der Cyclingworld ja viel über die Zukunft des Fahrrads zu sagen. Immerhin will man auf einem „Düsseldorfer Fahrradkongress“ am 15. Mai 2018 „das Radfahren auf ein neues Level heben“ – was immer das auch heißen mag. Ziel sei es, „den Radverkehr attraktiver zu machen und so als alltägliches Verkehrsmittel zu normalisieren“. Ach ja?!

Fahrrad und Tourismus

Der Internetauftritt der Cyclingworld lahmt etwas – im Gegensatz zur Zukunft des Fahrrads, mit dem es ja rasant aufwärts gehen könnte, wenn die Stadt- und Gemeindeverwaltungen landauf, landab mitspielen. Zwar wirbt „Düsseldorf Tourismus“ im Internet (h kräftig für die Fahrradstadt Düsseldorf: „In Düsseldorf sind Radler in der glücklichen Lage, nahezu alle Sehenswürdigkeiten im Innenstadtbereich vom Sattel aus erleben zu können.“

Der Praxistest sieht allerdings anders aus. Man muss nur einmal am Ende der Heinrich-Heine-Allee im Bereich des Carsch-Hauses im Zentrum mit dem Fahrrad unterwegs sein. Da merkt man als Radfahrer wie desinteressiert Düsseldorfs Verkehrs- und Stadtplanung am Angebot für Erwachsene- und Kinder-FahrradfahrerInnen ist. Vorfahrt für Luxuslimousinen…

Fahrradweg auf Luegallee

Wenn man es im Rathaus mit der Fahrrad-Zukunft wirklich ernst meinen würde, bekäme die Luegallee in meinem Wohnstadtteil Oberkassel stadteinwärts zunächst einmal wieder einen Fahrradweg. Vor Jahren war es ja die erste Maßnahme des frisch gewählten CDU-Oberbürgermeisters Joachim Erwin den von der SPD eingerichteten Fahrradstreifen zu übermalen. Erwin wußte eben, wie man Zeichen setzt!

Jetzt haben wir wieder einen SPD-Oberbürgermeister, der doch gut zum Fahrbahnmarkierungs-Pinsel greifen könnte. Ich sage nur: Flagge zeigen für Fahrradfahrer, OB Thomas Geisel!

Fahrrad auf Bürgersteig

Jetzt dürfen sich die Passanten auf der Luegallee über die Fahrradfahrer auf dem Bürgersteig ärgern. Die Radfahrer begründen ihre verbotenen Touren in der Regel mit dem Hinweis auf die Gefahr durch Pkw-Raser auf der Luegallee.

Immerhin zeigt Düsseldorf im Internet Flagge für die Radfahrer. „Radschlag“ ist eine App und ein Internetseite. Es gibt dort u.a. News und Tourtipps. Im hier hinterlegten Fahrradnetzplan der Stadt ist die Luegallee nicht aufgeführt.

Radschlag für Touren

RADschlag will – so die Eigendarstellung – „Düsseldorf in eine Stadt zu verwandeln, in der noch mehr Menschen für ihre Wege oft, gerne und sicher das Fahrrad benutzen. Dazu gehören der Bau von Radwegen und Fahrrad-Abstellanlagen, eine durchgängige Wegweisung, praktische Netzpläne, eine gute Fahrradnavigation, verschiedene Tourenvorschläge und vieles mehr. Und natürlich auch die Erkenntnis, wie viel Spaß das Radfahren macht und welche Lebensqualität damit verbunden ist“.

Und sonst? Hin- und wieder sieht man ja neu geschaffene Fahrradwege in den Stadtteilen. Etliche Radwege sind im Bau. Mal werden hier 100.000 Euro, mal dort 1,9 Millionen Euro verbaut. Viel ist das aber nicht angesichts eines Düsseldorfer Gesamtetats von rund 2,8 Milliarden Euro. Auch gibt es etliche Stationen der Ford-Fahrradvermietung. Und das erste einer geplanten Reihe häßlicher, grellbunter Fahrradhäuschen ist auch aufgestellt worden.

Fahrrad-Image aufbessern

Die Verkehrslenker und -denker im Rathaus könnten ruhig mehr für die Fahrradfahrer tun. Vor allem sollte es auch mal eine Image-Kampagne dafür in Düsseldorf geben. Fahrradfahrer helfen schließlich den Autofahrern vielleicht doch noch mit einem blauen Auge um die Fahrverbotszonen herumzukommen. Radfahrer vermeiden Luftverschmutzung.

Immerhin gibt es Critical mass (Kritische Masse). Das ist – so die Eigendarstellung – „eine international verwendete Aktionsform, bei der sich mehrere nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer scheinbar zufällig und unorganisiert treffen, um mit gemeinsamen und unhierarchischen Protestfahrten durch Innenstädte mit ihrer bloßen Menge und ihrem konzentrierten Auftreten auf ihre Belange und Rechte gegenüber dem motorisierten Individualverkehr aufmerksam zu machen„. Die nächste Critical Mass in Düsseldorf findet statt am 13. April 2018 um 19 Uhr am Fürstenplatz.

Auf zur Cyclingworld

Wer sich für die Cyclingworld in Düsseldorf interessiert: Die Messe soll „für Verbraucher ebenso wie für Fahrradhändler und Vertreter der Fahrradindustrie als Impulsgeber für die jeweils kommende Saison dienen. Nicht nur für Düsseldorf, sondern auch für die gesamte umliegende Metropolregion will die Cyclingworld als Wegweiser behilflich sein, wenn es um das Thema Fahrrad geht. Sport – E-Mobility – Urban Biking – Cycling Couture – Travel – Future. Das sind die sechs Themenbereiche, in die sich die Cyclingworld aufgegliedert hat“. Die Cyclingworld findet jeweils von 10 bis 18 Uhr am Samstag, 7., und Sonntag, 8. April 2018, auf dem „Areal Böhler“ in Düsseldorf statt.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino…
                       Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

 

Peter Jamin

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