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Der gesteuerte Hass der Hetzer

Wie wichtig Facebook für die Streitkultur in unserer Gesellschaft ist und wie Rechtsextreme das ausnutzen, zeigte jüngst eine Analyse zum Thema „Hass“. Unser Kolumnist Peter Jamin sieht sich bestätigt.

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Ich nenne ja nicht ohne Grund die sogenannte „Alternative für Deutschland“ eine Hetzer-Partei. Zu oft registriere ich bei meiner täglichen Medien-Lektüre Hass-Kommentare von Funktionären und Mitgliedern wie Sympathisanten der AfD.

Für mich ist das ein Beleg dafür, dass in dieser Partei der Hass als Mittel der Kommunikation, des alltäglichen Umgangs miteinander und vor allem mit dem politischen Gegner wie auch dem unbedarften Medienkonsumenten gepflegt wird. Ich finde derartiges Verhalten abstoßend und für echte Demokraten nicht akzeptabel.

Was ich bislang gespürt und beobachtet habe, wird nun von dem IT-Experten Philip Kreißel bestätigt. Wie die „Tagesschau“ am 20. Februar 2018 berichtete, wertete der Wissenschaftler „in Kooperation mit dem Institute for Strategic Dialogue in London Hunderte Diskussionen auf Facebook zu Beiträgen von Bild, Focus-Online, Kronen-Zeitung, Spiegel-Online, tagesschau.de, Welt sowie ZDF heute aus“.

Das Ergebnisse überrascht mich nicht. Die „Tagesschau“ schreibt in ihrem Bericht: „Lediglich fünf Prozent der Accounts waren im Januar für 50 Prozent der Likes bei Hass-Kommentaren verantwortlich. Und in dieser lautstarken Minderheit findet sich sogar noch ein extrem aktiver Kern: Ein Prozent der Profile waren demnach für 25 Prozent der Likes verantwortlich. Diese Profile agieren oft gemeinsam und sind generell deutlich aktiver als „normale“ Nutzer.“

Hier der Link dazu.

Kein Wunder, auch wurde festgestellt, dass die meister Hetzer entweder Anhänger von AfD oder der mit der Hetzer-Partei im Geist verbandelten Organisation „Identitären“ waren. Julia Ebner, Wissenschaftlerin am Institute for Strategic Dialogue, spricht von Kampagnen, die mit zahlreichen gefälschten Accounts von rechtsextremen Kreisen koordiniert würden.

IT-Experte Kreißel entwickelte zur Analyse der Hass-Kommentare einen sogenannten „Hate-Finder“. So fand er rund 3000 Meldungen und 18.000 Kommentare, die auf den Facebookseiten der untersuchten Medien gepostet worden waren. Kreisels Analyse ist erschreckend: Rechtsextreme tun durch ihre gefasten Hass-Kommentare so, als wären sie eine gesellschaftliche Mehrheit. Also, als wären es Millionen, die zu bestimmten Themen der Meinung wie die AfD sind.

Glücklicherweise hat die sogenannte „Alternative für Deutschland“ allerdings nur rund 16 Prozent Anhänger und Sympathisanten unter der Deutschen. Mit diesem Hetzer-Potential kann Deutschland auch gut in Zukunft zurechtkommen.

Wir dürfen den Hass der Hetzer-Partei und ihrer Konsortien nur nicht mehr so ernst nehmen und nicht mehr auf alle Parolen und jede Propaganda eingehen. Lassen wir die Hetzer ruhig einmal rechts liegen, wenn wir sie wieder mal zum Kotzen finden.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino…
                             Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

 

Peter Jamin

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