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Die Ungeheuer von Loch Netz – wie protestierende Anwohner eines Kunstsees in Düsseldorf-Oberkassel veräppelt werden

Kaum ist der kleine See im Düsseldorf-Oberkasseler „Belsenpark“ geflutet, machen Anwohner des exklusiven Neubaugebiets in der „Rheinischen Post“ Rabatz und klagen über Verschmutzung, Party- und Autolärm und Hunde, die in ihrem See baden. Unser Kolumnist Peter Jamin schaute sich bei Facebook die Reaktionen der Netzgemeinde an.

Jamin

Wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen, sagt der Volksmund. Bei Facebook schreibt Volkes Stimme allerdings noch viel, viel mehr: „Ja was haben die Käufer /Mieter denn erwartet – eine Oase der Stille und Reinheit für besser Verdienende – stand so in den Verlautbarungen, zum Verkauf/Vermietung? Wie blöd muss man sein, das zu glauben.“

Ein anderer findet es „furchtbar unter welch schlimmen Umständen die Menschen da leben müssen. :-)“.

50 Kommentare dieser Art sind da in wenigen Tagen zusammengekommen. Da gibt es schlaue Tipps wie: „Können die das nicht endlich mit nem Stacheldraht umzäunen?“ Oder: „Kameras und Elektrozaun sehe ich als angemessen an…“

Ein anderer befürchtet: „Die gründen bestimmt bald ihre eigene Bürgerwehr!“

Ganz viele spotten einfach nur – so etwa:

  • „Urbanes Leben ist halt für einige Menschen ein Fremdwort. Würde mich nicht wundern wenn der See im Winter die neue Schlittschuhfläche wird… dann ist da Rabatz im Sommer wie im Winter. Was für ein Spaß“
  • „Da wundern sich die Landeier, dass hier die Bürgersteige nicht um 20.00, kurz vorm Tatort hochgeklappt werden. Ich rieche ganz viel …… Bohnerwachs und Spießigkeit“
  • „Freu mich schon wenn nächstes Jahr der 10 Meter Sprungturm da gebaut wird und die Wasserrutschen.“

Wie immer, wenn es im Internet etwas zu verspotten gibt, machen sich schnell viele ungerufene Geister auf zum großen Spiel. Und so hat nun auch mein Lieblingswohnstadtteil Oberkassel in Düsseldorf seine Ungeheuer von Loch Netz, die die entrüsteten und protestierenden Neubürger in dieser neuen, edlen Wohnanlage gehörig auf die Schippe nehmen.

Allerdings will ich – um des Ausgleichs willen – auch nicht die wenigen besonnen Stimmen unterschlagen. Eine hört sich so an:

„Natürlich dürfte es dort Abends lauter sein, aber wenn wundert es? Denn keine 2 Minuten von diesem „Park“ (diese Bezeichnung hat diese Grünfläche nicht verdient) sind auch noch Kiosk, Pommesbude und Supermärkte, welches ja auch ein ausgezeichnetes Kaufsargument für 6800 Euro pro qm Plattenbau war, die natürlich Menschen anzieht sich eventuell in lauen Sommernächten dort zu treffen. Es ist die Mentalität, die aneckt. Es ist wie in ein Haus mit Biergarten zu ziehen und sich nachher beschweren es sei zu laut.“

Das Düsseldorfer Ordnungsamt sieht im übrigen im Moment keinen Handlungsbedarf, schreibt „Rheinische Post“-Redakteurin Heide-Ines Willner. Jedenfalls will man keine Zäune gegen unberechtigte Besucher errichten, denn die Grünfläche sei für die gesamte Bevölkerung angelegt.

Wenn die Anwohner Glück haben, regnet es ja in diesem Jahr noch sehr viel – zumindest dann hat keiner Lust auf Party und Planscherei im neuen Kunstsee von Oberkassel.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino…
                                   Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

 

Peter Jamin

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