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Meine Carsharing-Bilanz

Seit zwei Jahren verzichtet unser Kolumnist Peter Jamin nun schon auf ein eigenes Auto. In diesen Tagen, wo ganz Deutschland immer wieder über Klimaschutz und Diesel-Skandal diskutiert, ist es für ihn an der Zeit einmal eine persönliche Bilanz zu ziehen.

Grundsätzlich stelle ich schon lange fest: Ich vermisse den eigenen Wagen nicht. In Düsseldorf gibt es immerhin etliche Carsharing-Angebote wie DriveNow, Drivy, Greenwheels, Flinkster oder Car2Go.

Lieber U-Bahn statt BMW

Ich stelle auch fest, dass sich meine Ansprüche an die Mobilität verändert haben. Wenn ich heute längere Strecken zurücklegen muss, bedauere ich nicht, dass ich auf meinen 5er BMW verzichtet habe. Ich frage mich vielmehr, ob ich die Strecke gut mit dem Fahrrad, mit Zug, U-Bahn und Bus erledigen kann. An letzter Stelle steht die Miete eines Carsharing-Fahrzeugs.

Autos bewege ich seit zwei Jahren nur noch recht selten. In Deutschlands Städten gibt es weitgehend ein hervorragendes Angebot des ÖPNV, des Öffentlichen Personen Nahverkehrs.

Mit DriveNow Blumen kaufen

Selten benötige ich wirklich ein Auto. Vor wenigen Tagen etwa mietete ich mir einen Mini Cooper von DriveNow, um im Gartencenter Blumen für die herbstliche Balkonbepflanzung einzukaufen. Die Blumen kosteten rund 50 Euro, das Fahrzeug zum Transport 8,91 Euro.

Für Autos gebe ich heutzutage recht wenig Geld aus. Ich benötige nur noch etwa alle zwei Monate einmal einen Wagen. Ich habe drei Fahrräder. Eine Gazelle, die seit 20 Jahren für die Stadtteilfahrt auf der Straße steht. Im Keller steht ein Koga-Miyata 21 Gang, mit dem ich lange Touren machen kann. Und neuerdings ein Pedelec der Marke „Mate“, also ein Kamerad, mit dem ich bequem jede Art von Tour mit Unterstützung eines Elektromotors bis zu 25 km/h Geschwindigkeit machen kann.

60 Euro für Luxusauto

Als ich vor zwei Monaten einmal eine Wochenendreise nach Utrecht recht machen wollte, mietete ich mir bei Europcar ein Fahrzeug und wurde mangels vorhandenen Kleinwagen auf einen top ausgestatteten Mercedes C-Klasse upgegraded. Miete mit 900 Freikilometern für das Wochenende 60 Euro – ein Schnäppchen.

Grundsätzlich hat sich auch meine Einstellung zur Mobilität verändert: Ich muss nicht mehr alles schnell erledigen. Wer auf ein eigenes Auto verzichtet und die Welt zu Fuß, per Fahrrad, per Bus und Bahn erkundet, gewinnt für sein Leben auch eine gewisse Gelassenheit. Rasen war gestern, genießen ist heute – vor allem auch wenn es um Mobilität geht.

Von Kunstwerken träumen

Trotz aller Vorteilen des Carsharing und des neuen Bewusstseins für ein klimafreundliches Fortbewegen habe ich natürlich auch Spaß an tollen Autos. Manche von ihnen sind ja kleine Kunstwerke, und so neige auch ich gelegentlich dazu von ihrem Besitz zu träumen.

Mehr muss es aber auch nicht sein. Denn wenn ich mir überlege, dass dieses schöne Auto die meiste Zeit an irgendeiner Straßenecke steht und mit den Jahren vor sich hin rostet, weiß ich, dass ich es nicht brauche.

Einfach den Porsche mieten

Wer heute mit dem Gedanken spielt, auf einen eigenen Wagen zu verzichten, sollte eine Übergangszeit einplanen und Carsharing testen. Ich habe mich damals etwa ein Jahr vor dem Verkauf des eigenen Pkw bei mehreren Carsharing-Unternehmen angemeldet und deren Angebot immer wieder ausprobiert – das kostet ja nicht viel.

Eine Freundin sagte mir damals, als ich beschloss endgültig auf einen eigenen Wagen zu verzichten: „Wenn du dann mal unbedingt ein Porsche fahren möchtest, kannst du dir ja auch für ein Wochenende einen mieten.“

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino…
                    Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

 

Peter Jamin

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