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Von Glück und Unglück mit der Kirmes

Den Menschen in meinem Lieblingswohnstadtteil Oberkassel in meiner Lieblingswohnstadt Düsseldorf wird einmal im Jahr die „Größte Kirmes am Rhein“ beschert. Sie steht von heute an, also von Freitag, dem 12. bis zum Sonntag, dem 21. Juli, in den Rheinwiesen in Oberkassel gegenüber der Düsseldorfer Altstadt. Eine Riesenveranstaltung vor historischer Häuserkulisse.

Peter Jamin / Peter Jamin

Für die einen ist das ein großes Glück, denn sie haben es zu diesem besonderen Freizeitvergnügen nur ein paar Meter weit. Für die anderen Oberkasseler ist es ein großes Unglück, denn die Kirmes schwemmt hunderttausende Menschen und vieltausende Autos in den Stadtteil.

Für zehn Tage verreisen

Gerade erst erzählte mir eine Freundin bei einem Cappuccino, dass sie vermutlich für den Rummer-Zeitraum Düsseldorf verlassen wird. Sie und ihr Freund haben berufsbedingt zwei Autos, bekommen aber von der Stadtverwaltung nur einen Passierschein für ihren Wagen. Ich habe damit natürlich kein Problem. Seit ich vor zwei Jahren meinen eigenen Wagen abschaffte, mache ich Carsharing, fahre Fahrrad, eBike oder mit Bus und Bahn. Da hat man keine Parkprobleme.

Die Autoflut in Oberkassel

Die strikte Ein-Auto-Maßnahme gehört zu den Kuriositäten, die sich die Stadtverwaltung hat einfallen lassen, um der Pkw-Flut im Stadtteil Herr zu werden. Man sperrt ganze Straßenzüge, die nur die Anwohner mit ihren Fahrzeugen befahren dürfen. Allerdings finden ortsfremde Kirmesbesucher mit ihren Autos trotzdem immer wieder Lücken in den Absperrungen. Manche fahren auch rückwärts in Einbahnstraße, um die Anwohner-Parkplätze aufzusuchen. Der Drang nach Vergnügen macht eben erfinderisch.

Dampf durch Kirmesspaß

Es ist also im Vorfeld des großen Kirmesspaß’ auch ordentlich Dampf auf der Stimmung im Stadtteil. Das schlägt sich beispielsweise im Internet beim Nachbarschaftsportal nebenan.de nieder. Wie sollen Freunde oder Geschäftspartner einen besuchen, wenn sie mit dem Wagen nicht vorfahren können? Und es gibt Warnungen: Achtung! Falschparker werden gnadenlos abgeschleppt! Da gibt es nur eine Lösung: Mit Bus und Bahn anreisen und ab auf’s Riesenrad. Da kann man das Elend mit der Autoflut dann gelassen von oben betrachten.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino…
                                      Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

 

Peter Jamin

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