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Wahrzeichen für Spielsüchtige

Jetzt wird Düsseldorf also zum „Las Vegas“ – zur Glücksspielstadt unter Deutschlands Großstädten. „In einer Stadt wie Düsseldorf darf natürlich auch der Marktführer unter den Spielhallen nicht fehlen. Die Kette Casino Merkur-Spielothek vom gleichnamigen Glücksspiel-Giganten ist in Düsseldorf gleich mit einer ganzen Reihe von Spielotheken vertreten“, schreibt das Internetportal onlinespielotheken.net. Jetzt hat sich der Glücksspiele-Gigant auch noch ein Wahrzeichen dazugekauft, meint unser Kolumnist Peter Jamin – die „Esprit Arena“ wird zur „Merkur Spielarena“.

screenshot

Sozialdemokraten ohne Hemmungen

Wenn es um Geld geht, scheint bei manchen SPD-Politikern offensichtlich der soziale Verstand auszusetzen. Anders kann man nicht verstehen, dass OB Thomas Geisel den Deal zwischen Sport- und Sucht-Veranstalter in Düsseldorf nicht gestoppt hat. Zwar hält sich der SPD-Politiker mit Kommentaren bedeckt, aber man kann sicher sein, dass er zur Umbenennung der Esprit-Arena in die Merkur Spielarena sein „Go“ gegeben hat.

Ist das schlimm, dass Düsseldorfs Spielsüchtige jetzt so ein schönes Wahrzeichen wie die „Merkur Spielarena“ haben?

Offensichtlich aus Sicht der Düsseldorfer Sozialdemokraten nicht. Dabei haben deren Kolleginnen in der SPD-Bundestagsfraktion schon 2012 gefordert, „Spiel-Automaten für Süchtige sowie für Jugendliche zu sperren“. Der Grund: In Deutschland gäbe es rund 500.000 pathologische Glücksspieler, 800.000 Menschen hätten ein problematisches Spielverhalten.

Nun holt OB Geisel also ausgerechnet den größten Glücksspielautomaten-Betreiber Merkur in die Esprit-Arena und macht die Glückspielautomaten-Aufsteller im Sport gesellschaftsfähig. Ein neues Anti-Doping-Konzept? Glücksspiel gegen Doping?

SPD anfällig für Glücksspiel-Kohle

In den Medien schütteln viele über diesen Glücksspiel-Deal den Kopf. Bild-Schlagzeile (s.o.): „Esprit-Arena wird Zocker-Halle.“

Offensichtlich ist die SPD besonders anfällig für die Reize der Glückspiel-Dealer und vor allem für die Kohle der Automatenindustrie.

Ich habe schon nicht verstanden, dass Geisels Parteigenosse, der SPD-Bundestagsabgeordnete Peer Steinbrück, im Jahr 2010 für 15.000 Euro Honorar eine halbe Stunde lang beim “FORUM für Automatenunternehmer in Europa e.V.” in Berlin aus seinem neuen Buch vorgelesen hat. In dem Verein sind rund 150 Geldspielgeräte-Betreiber organisiert.

SPD-Warnungen nicht wert

Was sind die Warnungen und Aktivitäten von SPD-Politikern gegen die Glücksspiel-Sucht wert angesichts der Geschäfte, die SPD-Kollegen wie Geisel und Steinbrück mit den Automatenaufstellern machen – nichts.

Schon im Jahre 2013 sprach die SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Graf von einer „dramatischen Entwicklung“ in den Spielhallen: „Der Anteil der jungen Männer zwischen 18 und 20 Jahren, die in den letzten 12 Monaten an Geldspielautomaten gezockt haben, hat sich seit 2007 mehr als verdreifacht. 52 Prozent der Spielerinnen und Spieler in Spielhallen geben an, dass sie die Kontrolle über das Spielen an gewerblichen Geldspielautomaten verloren haben. Es gibt in Deutschland hochgerechnet rund 500 000 pathologische Glücksspieler. Zwei Drittel haben Schulden, 18,2 Prozent davon mehr als 25.000 Euro. Die Einnahmen mit den Geldspielautomaten – und damit die Verluste der Spieler – sind seit 2007 um über 30 Prozent auf über vier Milliarden Euro im Jahr gestiegen.“

OB Geisel, stoppen Sie den Deal

Mein Appell an Thomas Geisel, den Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, wie auch an den Rat der Stadt Düsseldorf: Stoppen Sie die Umbenennung der Esprit-Arena in Merkur-Spielarena. Machen Sie aus Düsseldorfs fröhlich-lebendiger Fortuna-Sport-Arena keinen düsteren Glücksspiel-Treffpunkt! Machen Sie den Deal rückgängig.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino…
                               Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

 

Peter Jamin

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