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Wie eine sexistische Briefmarkensammlung

Ein paar Bürger und Journalisten in meiner Lieblingswohnstadt Düsseldorf führen in diesen Tagen eine höchst befremdliche und peinliche Diskussion. Eine Sexismus-Debatte, bei der der Stein des Anstoßes alles andere als mit Sex zu tun hat, meint unser Kolumnist Peter Jamin. Es geht um zwei simple Großplakate für das Leichtathletik-Meeting 2019 in der NRW-Landeshauptstadt.

screenshot Jamin

Das eine Plakat zeigt neben viel Werbung einen muskulösen Sportler in Frontansicht ab Hüfte in die Headline „Finale Oho!“ – das sei so ok. Das andere Plakat zeigt neben viel Werbung einen muskulöse Sportlerin in Backansicht ab Oberschenkel und die Headline „Finale Oho!“.

Extrem verklemmt denken

Das Plakat mit der Sportlerin, Sandy Morris, soll nun besonders sexistisch sein. Ich finde, um das sexistisch zu finden, muss man schon extrem verklemmt denken oder auf Biegen und Brechen in die Schlagzeilen der Medien wollen.

Die Hinterseite der Sportlerin als sexy zu bezeichnen, ist schon sehr mutig. Der Sport-gestählte Rücken einer Sportlerin zählt nicht gerade zu den herausragenden Sexualzielpunkten brünstiger Deutscher. Und der Po in schwarzer Sporthose ist auch keine Augenweide. Es ist halt der Körper einer stinknormalen, durchtrainierten Sportlerin.

Der Hintern der Frau

Aber der Düsseldorfer CDU-Ratsherr Stefan Wiedon, dessen Name mir in dieser Diskussion zum ersten Mal aufhält, obwohl ich regelmäßiger Nutzer Düsseldorfer Medien bin, meint über das Großplakat: „Was einem im Vorbeifahren ins Auge fällt, ist der Hintern der Frau und das Wort ‚oho‘.“

Ich sage: Man sieht, was man sehen will. Das Großplakat bietet aus Werbersicht viel zu viele Elemente – der Betrachter hat nicht auf den ersten Blick einen Blickfang. Eine knallige Headline oder ein Symbol oder Teil eines Menschen beispielsweise. Das Großplakat ist ein Sammelsurium von Schriften, Störern und Kästen und im Mittelpunkt ein Stück Frauenkörper.

Wenig ernsthafte Arbeit

Wer dieses Großplakat als sexistisch bezeichnet, findet auch eine Briefmarkensammlung sexistisch. Und hat offensichtlich zu wenig ernsthafte Arbeit…

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino…
                                            Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

 

Peter Jamin

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Peter Jamin
Peter Jamin

Peter Jamin arbeitet als Schriftsteller und Journalist. Er veröffentlichte – neben Kolumnen und Artikeln – mehr als 30 Bücher zu gesellschaftlich relevanten wie unterhaltsamen Themen. Darüber hinaus arbeitete er als Autor und Regisseur von Fernsehdokumentationen und -serien. Etliche Bücher schrieb er als Ghostwriter prominenter Zeitgenossen. Mit seinem Schwerpunktthema „Vermisst“ befaßt er sich seit rund 30 Jahren; unterhält auch ein „Vermisstentelefon“ zur Beratung von Angehörigen Verschwundener. Ausgezeichnet wurde Jamins Arbeit u.a. mit dem „GdP-Stern“ der Gewerkschaft der Polizei „in besonderer Würdigung seiner herausragenden journalistischen Leistungen“. Infos zum Autor unter jamin.de.

Bildquellen

  • Peter Jamin: Michael Seelbach
  • Milo Moire: Peter Palm
  • Peter Jamin im Maintower Kriminalreport mit Moderator Robert Hübner: Hessischer Rundfunk / Screenshot by Peter Jamin
  • jamin_corona_video_bundesregierung_anton_lehmann: Screenshot by Peter Jamin / Bundesregierung
  • jamin_corona: Peter Jamin / Peter Jamin
  • jamin_terror: Screenshot by Peter Jamin / Facebook-Video von Unbekannt
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