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Seid ihr denn von allen guten Geistern verlassen?

Aktuell ist es in aller Munde, es tummelt sich auf den ersten Plätzen der App-Stores und es ist gerade für junge Zielgruppen weltweit betrachtet das derzeit wohl angesagteste Social Network.

Screenshot Redaktion / snapchat.com

Die Rede ist von Snapchat, einem Netzwerk, dessen einziger Sinn und Zweck zu Anfang aus der schnellstmöglichen  Vernichtung via Snapchat gemachter und versendeter Fotos bestand. Die Zielgruppe war jung, die App für nahezu jeden jenseits der 30 unverständlich und man hat sich der Einfachheit halber damit gebrüstet, Snapchat nicht zu verstehen und so einen Unsinn doch lieber nicht zu nutzen. Manches hat sich zwar bis heute kaum geändert, aber inzwischen ist Snapchat aus der Mauser und zu etwas gereift, das den Platzhirschen Facebook und Twitter auf seine ganz eigene Art und Weise durchaus Paroli bieten kann.

Wie bei jedem Hype rund um neue, digitale Angebote wird auch jetzt von übereifrigen Snapchat-Päpsten erst einmal ein bisschen Unruhe in die Unternehmenslandschaft gebracht. „7 Gründe, warum KMU Snapchat nutzen sollten“ oder gleich  „10 Gründe, warum für Unternehmen kein Weg an Snapchat vorbei führt“. So oder so ähnlich liest es sich momentan alle digitalen Kanäle rauf und runter. Aber was ist dran an der Sache und …

… müssen sich Unternehmen wirklich mit Snapchat beschäftigen?

Fangen wir doch einmal bei der Zielgruppe an. Mit einem Anteil von 40% dürfte die Snapchat-Nutzergruppe im Alter zwischen 18 und 24 Jahren die mit Abstand größte des Netzwerkes sein. Bei den 13-17-jährigen sprechen wir immerhin noch von stolzen 32%  Zurzeit kann man von täglich 2.500.000 aktiven Nutzern in Deutschland ausgehen, ganz klar mit dem Schwerpunkt junge Zielgruppe zwischen 13 und 24 Jahren. (Quelle: snapmeifyoucan). Bei Snapchat arbeitet man natürlich daran, das Netzwerk auch bei anderen Altersgruppen zu etablieren, was mittel- und langfristig durchaus erfolgversprechend sein dürfte.

Was macht Snapchat für Unternehmen so interessant?

Neben dem Versenden sich selbst zerstörender Fotos und den von anderen Anbietern bekannten Messenger-Funktionen gibt es die „Snapchat Geschichten“. Snapchat greift hier in einer sehr einfach zu handhabenden Form den Gedanken des visuellen Storytellings auf. Snaps, egal ob Fotos oder Videos, werden für 24 Stunden als zusammenhängende „Story“ sequentiell (hintereinander) abgelegt. Dann sind sie weg – genau wie die Fotos. Snapchat-Style. Was im ersten Augenblick als unsinniges Feature  erscheint, macht durchaus Sinn, denn Snapchat lebt von Authentizität und Aktualität. Gerade das macht es bei der Zielgruppe so beliebt.

Apropos Authentizität: Es gibt böse Stimmen, die behaupten, dass der Erfolg von Snapchat gar nicht am Snapchat-Prinzip, sondern lediglich an der offensichtlichen Authentizität der Snaps liegt. Und das sei mit jedem anderen Medium genauso zu erreichen. Mal ganz ehrlich? Unsinn! Authentizität haben wir (Berater) unseren Kunden schon vor 10 Jahren gepredigt. Das ist also a) nicht neu und war b) schon immer erfolgreicher, als jede noch so gute Inszenierung.

Mein Fazit: Unternehmen, die ihre Zielgruppen im Segment der 13 bzw. 18-24 jährigen sehen, sollten sich durchaus einmal mit Snapchat befassen und ihre eigenen Möglichkeiten zu diesem Kanal genau ausloten. Aber auch für alle anderen ist das Thema damit nicht restlos vom Tisch, denn – wie heißt es so schön – was nicht ist, kann ja noch werden und Anschauen lohnt sich in jedem Fall.

Geradezu prädestiniert erscheint mir Snapchat immer dann, wenn es „die kleinen Geheimnisse“ (Behind the Scenes oder Backstage-Stories) zu erzählen gibt. Das ist schon deshalb besonders spannend, weil wir hier oftmals Dinge zu sehen bekommen, die uns ohne Shapchat in dieser Form eigentlich verborgen geblieben wären. Die Möglichkeiten werden hier wirklich nur durch die eigene Fantasie begrenzt.

Und wo wir gerade bei Möglichkeiten sind: Da die Snapchat-Stories nach 24 Stunden die Reise ins digitale Nichts antreten, ist in relativ kurzen Abständen Nachschub gefragt. Das Tempo bei Snapchat ist atemberaubend und wer mit einem eigenen Snapchat-Kanal „live“ gehen will, muss sich im Vorfeld auf jeden Fall über mögliche Themen und – ganz wichtig – seine eigenen Ressourcen Gedanken machen. Sicherlich – das muss man bei allen anderen Social Media-Kanälen auch, aber die Schlagzahl ist bei Snapchat einfach deutlich höher. 

Zielgruppe? Passt. Angebot? Passt. Ressourcen? Fehlanzeige.

An diesem Punkt kann man leider schneller ankommen, als einem lieb ist. Dann sind pfiffiges Marketing und viel Kreativität gefragt.
In einem W&V Gastbeitrag erzählt Snapchat-Experte Philipp Steuer passend dazu die Geschichte des Arsenic Magazins, die genau an diesem Punkt hätte scheitern können, wäre da nicht eine geniale Idee gewesen …
Zur Story: Snapchat: 5 Dinge, die man vom Arsenic Magazin lernen kann

Snapchat ist nichts für jeden und schon gar nicht für jedes Unternehmen. Es bietet aber vielen Unternehmen verschiedenster Branchen (unabhängig von ihrer Größe) neue Möglichkeiten, Ihre Kunden am spannenden Unternehmensalltag, der Entstehung neuer Produkte, einem Blick hinter die Kulissen und vielem mehr teilhaben zu lassen. Ungeschönt. Authentisch. Echt.

Ein Tipp am Rande: Die Ministrygroup veröffentlicht regelmäßig ein Powerranking der angesagtesten Snapchat-Kanäle. Ideal, um sich ein erstes Bild davon zu machen, was überhaupt so alles geht und natürlich auch, um vielleicht die eine oder andere Anregung für einen eigenen Snapchat-Kanal zu bekommen.

Hier geht’s zum Blog der Ministragroup: http://ministrygroup.de/blog/

Wer tiefer in Snapchat einsteigen oder sich einfach konkreter mit der App und ihren Möglichkeiten auseinandersetzen will, dem empfehle ich das kostenlose ebook „Snap me if you can“ von Philipp Steuer. Umfassender und besser wird Snapchat definitiv nirgends erklärt. Zum Download geht’s hier: (http://snapmeifyoucan.net/).

Update: „Snap me if you can“ ist gestern in einer brandneuen, komplett überarbeiteten Fassung erschienen.

 

Jens Schlüter

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