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Frau Höpker hat`s drauf: Ihre Mitsingkonzerte sind Kult

Für business-on bat Susan Tuchel die Profimusikerin und Entertainerin Katrin Höpker zum Interview. Frau Höpker machte es möglich, man traf sich in einem Café in Köln-Ehrenfeld.

THOMAS BITTERA / FRAU HÖPKER

Wenn Frau Höpker einmal im Monat zum Gesang bittet, pilgern rund 650 Menschen zum Henkelsaal auf die Ratinger Straße. Frau Höpker nimmt sie alle mit, denn: „Singen macht glücklich.“ Und es funktioniert. Von der 95-Jährigen aus dem Stammpublikum bis zum erfolgreichen Mittelständler fängt sie mit ihrer typischen Handbewegung alle ein und öffnet Münder und Herzen.

Business-on.de: 2008 haben Sie mit „Frau Höpker bittet zum Gesang“ ein neues Format erfunden, einen Ad hoc-Chor mit lauter Laien. Mittlerweile touren Sie mit Ihrem Mann und ein paar Mitarbeitern jeden Monat mit einem neuen Programm durch NRW und singen und spielen vor ausverkauften Häusern. Wie sah das vor acht Jahren aus, als Sie mit „Frau Höpker bittet zum Gesang“ an den Start gingen?

Katrin Höpker: Angefangen habe ich in einer Kölner Kneipe mit 40 Leuten. Mein Equipment war ein Piano, meine Stimme und eine Leinwand mit Liedtexten. Am Ende des Abends ging ein selbstkonstruierter Klingelbeutel herum. Aber dann hat sich die Sache mit den Mitsingkonzerten verselbständigt. Der Run wurde so groß, dass ich meine Kommunikations- und Verwaltungsstrukturen anpassen musste und nach und nach auch zur Unternehmerin geworden bin. Ich habe damals auf Tapeten Regeln für mein Buchungssystem entwickelt und diese immer weiter perfektioniert. Wer sich einmal auf meiner Website registriert hat, wird per E-Mail eingeladen und kann sich und eine Begleitperson eine Woche vorher online anmelden.

Business-on.de: In Düsseldorf kostet der Eintritt 10 Euro, dafür bekommt man drei Mal 40 Minuten Live-Musik. Gesungen werden Popsongs, Schlager, Volkslieder und Evergreens mit Texten, die von der Wand abgelesen werden können. Gezahlt wird in bar, bleiben Sie dabei?

Katrin Höpker: Meine Gäste genießen einen Vertrauensvorsprung. Ich möchte keine Vorkasse oder ein Bezahlsystem einführen. Mein Mann und ein Mitarbeiter stehen mit Listen an der Tür. Jeder wird namentlich begrüßt. Einen Stempel gibt es auch nicht, stattdessen kann sich jeder ein Bonbon nehmen.

Business-on.de: Das klingt nicht nach knallhartem Business …

Katrin Höpker: Gemessen an den allgemein üblichen Maßstäben ist es das auch nicht, wobei meine Arbeitswoche schon 70 bis 80 Stunden hat. Geschäftsoptimierung heißt für mich aber etwas anderes als Gewinnoptimierung. Bei mir zählt, ob ich bei einem solchen Abend, bei dem ich mich auch körperlich verausgabe, alle im Boot habe. Und dazu gehört auch, dass mein Mann mir vor dem Auftritt ein Feedback gibt über die Gäste. Sind vielleicht Leute dabei, die das Stehkonzert konstitutionell gar nicht schaffen? Dann besorgen wir Stühle. Auch wenn wir mit anderen Veranstaltern zusammenarbeiten, ist es mir wichtig, dass die Leute schon im Vorfeld gut informiert werden, über die Verkehrsanbindung, die Zahl der Sitzplätze, das gastronomische Angebot usw. Im Übrigen beantworte ich auch immer noch alle persönlichen Anfragen und meine Fanpost selber. Es gibt auch eine kleine Fangemeinde, die mich auf meinen Konzerten begleitet. Man kennt sich untereinander, bekommt alles mit von Hochzeiten bis zu Todesfällen. Das T-Shirt eines sehr lieben, verstorbenen Fans habe ich bei Auftritten immer bei mir.

Business-on.de: Wer kommt zum Mitsingen?

Katrin Höpker: Bei mir stimmt die Frauenquote. Singen ist auf jeden Fall eine weibliche Domäne, wir sprechen ja nicht umsonst von der Muttersprache! Der Männeranteil bei meinen Abenden liegt im Durchschnitt bei ca. 30 Prozent, jedoch mit steigender Tendenz – das freut mich. Frauen machen sich auch als Gruppe immer eine gute Zeit: Ich habe auf einem Konzert mit 1.500 Frauen aus aller Welt gesungen und es hat funktioniert.

Business-on.de: Die Marke „Frau Höpker bittet zum Gesang“ mit der rauchigen Stimme, dem weißen Hosenanzug, dem Witz, Charme und Charisma, kann man die überhaupt kopieren?

Katrin Höpker: Es hat den einen oder anderen Versuch gegeben. Aber es hat bis jetzt noch niemand hinbekommen, in Personalunion live zu spielen und zu singen und ein solches Programmrepertoire mit künstlerischem Anspruch auf die Bühne zu bringen.

Business-on.de: Wo möchten Sie mit Ihrem Unternehmen in fünf Jahren stehen?

Katrin Höpker: Ich möchte mit Gesundheit und Fröhlichkeit auch dann noch als Frau Höpker auf der Bühne stehen und mit meinen Gästen singen. Denn das ist das Beste und Sinnvollste, was ich je gemacht habe.

 

Susan Tuchel

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