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Jamin-Kolumne: Ein Windrad in den Rheinwiesen #3

Auf einen Cappuccino: Die Jamin-Kolumne

In diesem Blog befasse ich mich noch einmal mit der Erzeugung von grüner Energie in der Großstadt. Mit einer provozierenden Headline „Ein Windrad in den Rheinwiesen“ schrieb ich bereits in den vergangenen zwei Wochen zu dem Thema: Hier und hier.

Neuster Diskussionsteilnehmer aus meiner Lieblingswohnstadt Düsseldorf ist Fridays For Future: „Die Frage nach der Verantwortung von Großstädten bei der Gewinnung von erneuerbaren Energien ist von besonderer Bedeutung bei der Bekämpfung der Klimakrise.“

Fridays For Future Forderung

„Fridays For Future (Düsseldorf) spricht sich selbstverständlich für einen schnellstmöglichen Ausbau von allen erneuerbaren Energien aus, dabei müssen sowohl ländliche als auch städtische Gebiete in Verantwortung genommen werden“ schreiben mir Lena und Jasmin von der Düsseldorfer Initiative.

Klimaministerium: Ländersache

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz weist in einer Stellungnahme darauf hin, dass „die Ausweisung von Flächen zur Nutzung für Windkraft Sache der Länder ist. Diese gehen dabei zum Teil recht unterschiedlich vor. Einen Überblick gibt Ihnen der erste Bericht des Bund-Länder-Kooperationsausschusses zum Stand des Ausbaus der erneuerbaren Energien„.

Laut Koalitionsvertrag – so das Klimaministerium – sollen für die Windenergie an Land zwei Prozent der Landesflächen ausgewiesen werden. Wir stimmen aktuell ab, wie das im Detail umgesetzt wird“. Der „NRW Landesverband erneuerbare Energie“ schickte mir eine spannende Stellungnahme seines Geschäftsführers Christian Mildenberger. Zu lesen in meinem nächsten Freitagsblog auf dieser Website.

Düsseldorfer CDU schweigt

Die Düsseldorfer CDU fand – im Gegensatz zu den Düsseldorfer Grünen – keine Worte zum Thema. Möglicherweise kommt meine Anfrage ja zu früh, und man weiß noch nicht, wie man die Klimakrise in Düsseldorf in den Griff bekommen will.

Das NRW-Umweltministerium wiederum schickte meine Anfrage an das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Von dort erhielt ich eine Audio-Datei zur Hintergrundinformation, aus der ich nicht zitieren darf. Und den lapidaren Hinweis „dass das Land den Rahmen für die Installierung von Windrädern setzt, die Kommunen im Zuge Ihrer Planungshoheit letztlich entscheiden“.

Kaum Chance für Windkraft

Geht es nach dem Bürgerwillen hat die Windkraft in den Städten nicht so große Chancen. Nach einer aktuellen Trend-Umfrage des WDR findet eine Mehrheit  den bisher vorgegebenen Abstand von 1.000 Metern zwischen Windrad und Wohnbebauung richtig.

Ich denke, in Großstädten wie Düsseldorf müsste man sich in vielen Fällen auf einen geringeren Abstand einigen. Möglich wär’s – doch heißt es im WDR-Trend: „Einen grundsätzlich geringeren Abstand befürworten nur 39 Prozent der Wahlberechtigten, eine Mehrheit von 57 Prozent spricht sich dagegen aus.“

Fridays For Future mahnt

Ob mit oder ohne Windräder in der Großstadt – fest steht, dass die Entscheidung letztlich bei den regierenden Parteien in den Städten liegt, mit welchen Mitteln sie ihre grüne Energie beschaffen. Es ist also besonders wichtig, dass sich die Stadtgesellschaften in Großstädten wie Düsseldorf mit dem Thema befassen.

Lena und Jasmin von Fridays For Future in Düsseldorf erwarten folgerichtig: „Wie und mit welchen erneuerbaren Energieformen dies in einer Großstadt wie Düsseldorf umsetzbar ist, müsste mit lokalen Vertreter:innen sowie Expert:innen debattiert werden.“

Diskussion jetzt starten

Für meine Lieblingswohnstadt Düsseldorf bedeutet dieser Hinweis, dass sich alle Parteien, vor allem aber Bündnis 90/Die Grünen und die CDU mit ihrer Mehrheit im Rat der Stadt dringend mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Mit Fahrradwegen allein jedenfalls bekommt man die Klimakrise nicht in den Griff.

Eine breite Diskussion über erneuerbare Energien in der NRW-Landeshauptstadt ist dringend notwendig. Da sollten sich nicht nur die Heinrich-Heine-Universität, die Schulen, die Volkshochschule und andere Bildungseinrichtungen sondern auch Verbraucher- und Umweltschutzverbände wie auch Interessenverbände der Wirtschaft, Hausbesitzer- wie Mieter-Organisationen angesprochen fühlen. Diskussionen und entsprechende Entscheidungen auf die lange Bank zu schieben, nimmt der Klimawandel sehr übel. Es droht: No Future.

————

Und es geht weiter mit meiner Reihe „Ein Windrad in den Rheinwiesen“. In der Folge #4 meines Freitagblogs veröffentliche ich eine ausführliche Stellungnahme von Christian Mildenberger, Geschäftsführer des Landesverbandes Erneuerbare Energien (LEE NRW) e.V. Zitat: „Zugegeben, die Idee in den Rheinwiesen eine moderne Windenergieanlage mit über 200 Metern Gesamthöhe zu errichten, klingt für die Branche der Erneuerbaren Energien verführerisch…“

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino…

Ihr Peter Jamin

 

Peter Jamin (© Michael Seelbach)

Peter Jamin arbeitet als Schriftsteller und Journalist. Er veröffentlichte – neben Kolumnen und Artikeln – mehr als 30 Bücher zu gesellschaftlich relevanten wie unterhaltsamen Themen. Darüber hinaus arbeitete er als Autor und Regisseur von Fernsehdokumentationen und -serien. Etliche Bücher schrieb er als Ghostwriter prominenter Zeitgenossen. Mit seinem Schwerpunktthema „Vermisst“ befasst er sich seit rund 30 Jahren; unterhält auch ein „Vermisstentelefon“ zur Beratung von Angehörigen Verschwundener. Ausgezeichnet wurde Jamins Arbeit u.a. mit dem „GdP-Stern“ der Gewerkschaft der Polizei „in besonderer Würdigung seiner herausragenden journalistischen Leistungen“. Infos zum Autor unter jamin.de.

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