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Jamin-Kolumne: Ein Windrad in den Rheinwiesen

Auf einen Cappuccino: Die Jamin-Kolumne

Ein Windrad in den Rheinwiesen in meinem Lieblingswohnstadtteil Düsseldorf-Oberkassel – warum nicht?! Bei einem meiner Spaziergänge in den Rheinauen kam mir die Idee: Im Bereich des neuen Hallenbads in Oberkassel passt gut ein Windrad in die Wiesenlandschaft.

Klimaminister Robert Habeck stellte ja jüngst fest, dass dringend Flächen für Windräder benötigt werden. Die neue Bundesregierung will das Ziel von zwei Prozent der Landesflächen für die Windenergie an Land gesetzlich verankern – das ist viermal mehr als bisher.

Wichtiges Zeichen setzen

Die Abstandsregel – 1000 Metern zur nächsten Bebauung – will Habeck abschaffen: „Da, wo Abstandsregeln vorgehalten werden, um Verhinderungsplanung zu betreiben, können sie nicht länger bestehen bleiben.“ Auch NRW hat eine solche Abstandsregel.

Wir Düsseldorfer könnten da – weltweit – ein erstes, wichtiges Zeichen zur Bekämpfung des Klimawandels setzen: Eben ein Windrad mitten in der Großstadt. Denn wichtig ist, dass wir alle mit unserem gelernten Egoismus ein wenig zurückstehen. Der Klimaschutz fordert von jedem Einzelnen ganz persönliche Zugeständnisse.

Anwohner nicht erfreut

Habeck kennt diese „individuellen Betroffenheiten“. Gründe für die Absagen an Windkrafträder: Zu laut, Gefahr für die Tierwelt, störend im Landschaftsbild usw. Mir selbst ist klar: Ein Windrad in den Düsseldorfer Rheinwiesen wird viele Spaziergänger und Anwohner nicht erfreuen. Oder doch?

Der grüne Minister meint jedenfalls: „Erst einmal hoffe ich, dass wir als Gesellschaft in der Lage sind, auch immer wieder mal über unsere eigenen individuellen Betroffenheitsschatten zu springen, sonst wird das alles nichts werden.“

Wüst: Abstandsregel kippen

Geht es nach Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) dürfte dem Rheinwiesen-Projekt möglicherweise nichts im Wege stehen. Er sieht nach einem Bericht der Rheinischen Post in der bisherigen 1000-Meter-Abstandsregel für den Ausbau der Windkraft in Nordrhein-Westfalen kein unüberwindliches Hindernis.

„Wenn die Akzeptanz vor Ort da ist, kann man alle landesweiten Grenzen für Windräder unterschreiten“, sagte Wüst vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf.

Klimaschutz-Wahrzeichen

Das „Düsseldorfer Windrad“ würde im Übrigen sehr schnell zu einer Tourismus-Attraktion werden. Die Stadtwerber*innen könnten damit angeben, dass die NRW-Landeshauptstadt als erste Großstadt mitten in attraktiver Lage ein „Klimaschutz-Wahrzeichen“ errichtet hat.

Ich sehe schon die Spaziergänger aus aller Welt auf den Oberkasseler Deichen flanieren. Ein Windrad als „Denkmal“ mit Klimaschutz-Portfolio. Die Terrasse des Cafés im neuen Hallenbad als Treffpunkt und Aussichtsplattform für Klimaschützer aus aller Welt.

Anstoß für Diskussion

Ehrlich, ich mache mir keine große Hoffnung, dass das Windrad in den Rheinwiesen tatsächlich errichtet werden könnte. Ich ahne schon den Widerstand. Aber die Überlegung sollte Anstoß sein für eine neue Diskussion. Wollen wir Windräder in einer Großstadt? Und wo wollen wir sie uns leisten?

Die Großstädte gehören zu den großen Energieverbrauchern im Land. Da sollten sie doch zur grünen Energiegewinnung, wo immer es möglich ist, beitragen. Na dann: Liebe Grünen- und CDU-Ratsherr*innen im Düsseldorfer Stadtrat, bitte diskutieren Sie. Sie haben doch die Macht …

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino…

Ihr Peter Jamin

 

Peter Jamin (© Michael Seelbach)

Peter Jamin arbeitet als Schriftsteller und Journalist. Er veröffentlichte – neben Kolumnen und Artikeln – mehr als 30 Bücher zu gesellschaftlich relevanten wie unterhaltsamen Themen. Darüber hinaus arbeitete er als Autor und Regisseur von Fernsehdokumentationen und -serien. Etliche Bücher schrieb er als Ghostwriter prominenter Zeitgenossen. Mit seinem Schwerpunktthema „Vermisst“ befasst er sich seit rund 30 Jahren; unterhält auch ein „Vermisstentelefon“ zur Beratung von Angehörigen Verschwundener. Ausgezeichnet wurde Jamins Arbeit u.a. mit dem „GdP-Stern“ der Gewerkschaft der Polizei „in besonderer Würdigung seiner herausragenden journalistischen Leistungen“. Infos zum Autor unter jamin.de.

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