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Jamin-Kolumne: Mut in Zeiten von Putins Krieg

Auf einen Cappuccino: Die Jamin-Kolumne

Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit. Der erste Hoffnungsschimmer auf das Ende eines Krieges ist der Mut des Einzelnen, der dagegen protestiert. In Moskau zeigte uns das vor wenigen Tagen die TV-Journalistin Marina Owsjannikowaa.

In der Nachrichtensendung des populären Ersten Kanal des russischen Staatsfernsehens sprang sie plötzlich mit einem großen Pappschild hinter die Nachrichtensprecherin und protestierte: „Kein Krieg. Beenden Sie den Krieg. Glauben Sie der Propaganda nicht. Hier werden Sie belogen. Russen gegen den Krieg“.

Der „Krieg“ ist verboten

Wer Mut beweist, muss gelegentlich mit härtesten Folgen rechnen: Tod, langjährige Gefängnisstrafe oder gesellschaftliche Ächtung. In Putins Russland darf in diesen Tagen niemand das Wort „Krieg“ benutzen. Dafür gibt es langjährige Gefängnisstrafen. Obwohl die Zerstörung der Ukraine nichts anderes als ein allein von Russland geführter Krieg ist.

Mut beweist aber auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Er flüchtete nicht ins Ausland, er blieb in seiner Hauptstadt Kiew. Mut bewies auch seine Bevölkerung, die mit ihm gemeinsam gegen die Russen kämpft. Mut bewiesen jüngst auch der polnische Premier Mateusz Morawiecki und seine Kollegen aus Tschechien und Slowenien, die mit dem Zug durch die halbe Ukraine reisten, um in Kiew Solidarität zu bekunden.

Macht des freien Wortes

Wenn wir in diesen Tagen auf die Straße gehen und gegen Putins Krieg demonstrieren, benötigen wir nur Karton und Farbe, um Protestschilder zu malen. Wir müssen nur den Hintern aus dem Fernsehsessel hochbekommen – Mut brauchen wir auf einer Demo nicht. Da gilt die Macht des freien Wortes.

Mut ist ein zartes Pflänzchen, aus dem gelegentlich ein Urwald erwachsen kann. Erinnern wir uns nur an die friedliche Revolution in der DDR 1989. „Wir sind das Volk“ riefen die Demonstranten – und bald schon stürzte das Regime und wir wurden ein vereintes deutsches Volk.

Mit Mut ins Gefängnis

Mutige Worte wie die Fernsehjournalistin Marina Owsjannikowa haben schon viele Menschen ins Gefängnis gebracht. Ein Blick in die Geschichtsbücher lohnt. Alexander Solschenizyn beispielsweise, ein russischer Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger, ging für das freie Wort und seine Kritik an Stalin ins Gefängnis. Sophie Scholl wurde von den Nazis ermordet, weil sie Flugblätter gegen die Verbrechen des Nationalsozialismus veröffentlicht hatte.

Mut in Zeiten des Krieges zu beweisen ist gefährlich. Wir dürfen trotzdem hoffen, dass mehr Menschen als bisher in Russland gegen den Krieg demonstrieren werden. Und dass aus den mutigen Seelen eine Massenbewegung wird, über die Wladimir Putin stürzt und Putins Krieg gegen die Ukraine endet.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino…

Ihr Peter Jamin

 

Peter Jamin (© Michael Seelbach)

Peter Jamin arbeitet als Schriftsteller und Journalist. Er veröffentlichte – neben Kolumnen und Artikeln – mehr als 30 Bücher zu gesellschaftlich relevanten wie unterhaltsamen Themen. Darüber hinaus arbeitete er als Autor und Regisseur von Fernsehdokumentationen und -serien. Etliche Bücher schrieb er als Ghostwriter prominenter Zeitgenossen. Mit seinem Schwerpunktthema „Vermisst“ befasst er sich seit rund 30 Jahren; unterhält auch ein „Vermisstentelefon“ zur Beratung von Angehörigen Verschwundener. Ausgezeichnet wurde Jamins Arbeit u.a. mit dem „GdP-Stern“ der Gewerkschaft der Polizei „in besonderer Würdigung seiner herausragenden journalistischen Leistungen“. Infos zum Autor unter jamin.de.

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