Connect with us

Hi, what are you looking for?

Aktuell

Karrierefalle Minijob: Frauen in Düsseldorf von Pandemie-Folgen besonders betroffen

In der Gebäudereinigung arbeiten viele Frauen mit 450-Euro-Verträgen und sind in der Krise kaum geschützt

Sie kümmern sich stärker um Haushalt und Kinder, haben niedrigere Einkommen und müssen häufiger um ihren Job fürchten: Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hat die Gewerkschaft IG BAU vor einem Rückschritt bei der Gleichberechtigung in Folge der Corona-Pandemie in Düsseldorf gewarnt. „Insbesondere Minijobs werden in der Krise zunehmend zur Karrierefalle“, kritisiert Bezirksvorsitzender Uwe Orlob. Nach Angaben der Arbeitsagentur sind aktuell 58 Prozent der insgesamt rund 69.600 geringfügig entlohnten Arbeitsverhältnisse in Düsseldorf in Frauenhand. In der Gebäudereinigung liegt der Frauenanteil bei den 450-Euro-Stellen sogar bei 66 Prozent.

„Geringfügig Beschäftigte gehen nicht nur beim Kurzarbeitergeld leer aus. Sie sind auch häufiger von Entlassungen betroffen“, so Orlob. Die IG BAU plädiert deshalb dafür, die Minijobs in der jetzigen Form abzuschaffen und sozialversicherungspflichtig zu machen. Eine Anhebung der Verdienstgrenze auf 600 Euro, wie sie einige Arbeitgeberverbände fordern, liefe hingegen auf einen Ausbau prekärer Arbeitsverhältnisse hinaus.

Zudem stehe das Ehegatten-Splitting einer echten Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt im Weg. „Durch hohe Abzüge in der Steuerklasse 5 bleibt vielen Frauen nur wenig vom Bruttoverdienst. Das führt auch zu geringen Arbeitslosenansprüchen und Einbußen beim Elterngeld“, kritisiert Orlob. Die Politik müsse das Thema in diesem Wahljahr anpacken und eine Reform der Einkommenssteuer voranbringen.

Gestiegene Belastung von Frauen durch die Pandemie

Die IG BAU Düsseldorf verweist zugleich auf die gestiegene Belastung von Frauen in der Pandemie. „In Zeiten geschlossener Kitas und Schulen bleibt die Kinderbetreuung nach wie vor meist an den Frauen hängen. Hinzu kommen die Arbeit im Haushalt und die Pflege von Angehörigen“, unterstreicht Orlob. Neben besseren politischen Rahmenbedingungen sei hier auch ein gesellschaftliches Umdenken nötig. „Männer, die beruflich etwas zurücktreten, können der Partnerin helfen, den nächsten Karriereschritt zu gehen und Lasten in der Familie fairer zu verteilen.“

Nach einer repräsentativen Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung ist die durchschnittliche Erwerbsarbeitszeit von Frauen im Zuge der Corona-Krise stärker gesunken als die von Männern. Vor Ausbruch der Pandemie arbeiteten Frauen demnach im Durchschnitt fünf Stunden pro Woche weniger als Männer in einem bezahlten Job. Im Herbst 2020 betrug die Differenz bei Erwerbstätigen mit betreuungsbedürftigen Kindern elf Stunden pro Woche. Zwei Drittel der befragten berufstätigen Frauen mit Kindern gab an, in der Partnerschaft den größeren Teil der Kinderbetreuung zu übernehmen. Sieben Prozent sahen die Hauptverantwortung bei ihrem Partner, 27 Prozent sprachen von einer Gleichverteilung der Sorgearbeit.

Anzeige

Aktuell

Auf einen Cappuccino: Die Jamin-Kolumne

Aktuell

Der Umsatz im nordrhein-westfälischen Gastgewerbe lag im April 2022 real – also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung – um 110,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat April...

Aktuell

Am 27. Juni 2022 bieten die nordrhein-westfälischen Industrie- und Handelskammern von 14:00 bis 16:00 Uhr eine digitale Info-Veranstaltung für Unternehmen zur Grundsteuerreform an. Neben...

Aktuell

Das Hauptzollamt Düsseldorf hat im vergangenen Jahr 86 Verfahren gegen Unternehmen in der Region eingeleitet, weil Mindestlöhne unterschritten, gar nicht oder zu spät gezahlt...

Aktuell

Die Tourismusbranche im Bezirk der IHK Düsseldorf hat in den beiden Pandemie-Jahren stark gelitten. Zudem sorgen Entwicklungen wie der Fachkräftemangel, die Sharing-Economy und der...

Aktuell

Unter dem Motto „In Düsseldorf leben. Klima schützen“ haben städtische Stellen und Partnerorganisationen auf dem Schadowplatz über den Klimaschutz und Klimaschutz-Angebote in Düsseldorf informiert....

Weitere Beiträge

Aktuell

Das Hauptzollamt Düsseldorf hat im vergangenen Jahr 86 Verfahren gegen Unternehmen in der Region eingeleitet, weil Mindestlöhne unterschritten, gar nicht oder zu spät gezahlt...

Aktuell

Vom Eigenheim bis zum Mehrfamilienhaus: In Düsseldorf wurden im vergangenen Jahr 2.360 neue Wohnungen gebaut. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt IG BAU unter Berufung...

Aktuell

Forstleute sind zunehmend am Limit: Stürme, Trockenheit und Schädlinge machen nicht nur den Bäumen in der Region extrem zu schaffen, sondern führen auch zu...

Aktuell

Die rund 4.540 Bau-Beschäftigten in Düsseldorf können sich derzeit über fehlende Arbeit nicht beschweren. Doch nach Erkenntnissen der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt IG BAU sind Maurer...

Aktuell

Uwe Orlob ist als Chef des Bezirksverbands Düsseldorf der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt für vier weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Damit bleibt der 61-Jährige oberster...

Aktuell

Die rund 4.500 Bauarbeiter in Düsseldorf haben während der gesamten Pandemie durchgearbeitet und können sich nun über eine Extra- Überweisung freuen: Sie erhalten in...

Aktuell

Das Hauptzollamt Düsseldorf hat im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres 523 Arbeitgeber in der Region kontrolliert. Im Fokus der Fahnder standen dabei vor allem...

Aktuell

In Düsseldorf haben rund 39.000 Menschen einen Minijob, rund 4.000 arbeiten in der Gastronomie – und die meisten verdienen dabei lediglich den gesetzlichen Mindestlohn....

Anzeige