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Materialengpässe bremsen Konjunkturerholung in NRW

Eckhard Forst

Im September hat die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft laut NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima erneut einen Dämpfer erhalten. Zwar gingen die Geschäftserwartungen der Unternehmen nach den deutlichen Rückgängen in den Vormonaten nur noch leicht zurück, aber erstmals seit Jahresbeginn waren die Firmen mit ihren aktuellen Geschäften unzufriedener als im Vormonat. Vor allem in der Industrie hat sich das Geschäftsklima merklich abgekühlt.

Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist im September um 1,0 Punkte auf 16,4 Saldenpunkte gesunken. Dies ist der dritte Rückgang in Folge, was Fachleute gemeinhin als eine konjunkturelle Trendwende deuten. Der Post-Lockdown-Boom der regionalen Wirtschaft dürfte im dritten Quartal ein Ende gefunden haben. „Das Geschäftsklima in Nordrhein-Westfalen ist nach wie vor positiv, jedoch in zwei Lager unterteilt“, so Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK. „Dienstleister und Handel haben angesichts der Lockerungen bei den Coronabeschränkungen wieder Mut geschöpft, während die Industrie aufgrund anhaltender Materialengpässe nicht wie geplant produzieren kann, obwohl viele Aufträge da sind.“

Industrie: Sorgenfalten bei gut gefüllten Auftragsbüchern

Im Verarbeitenden Gewerbe brach das Geschäftsklima im September vor diesem Hintergrund am stärksten ein – von 26,3 auf 18,3 Saldenpunkte. Die Industrieunternehmen waren mit ihrer derzeitigen Geschäftslage deutlich unzufriedener als in den Vormonaten. Einen ähnlich starken Rückgang gab es zuletzt im Mai 2020, als die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft in Atem hielt. Auch was die zukünftigen Geschäftsperspektiven angeht, ist der große Optimismus aus dem Frühjahr nahezu verflogen. Die Auftragsbücher sind zwar immer noch sehr gut gefüllt, aber die Neubestellungen waren im September den vierten Monat in Folge rückläufig. Das hohe Auftragsniveau der letzten Monate war schwer zu halten, vor allem aber machen sich jetzt die Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten auch bei den Auftragseingängen bemerkbar. Am deutlichsten fiel der Stimmungseinbruch in der Ernährungsindustrie aus.

Dienstleister: Stimmungskurve steigt

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima aufgehellt. Vor allem was die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate angeht, ist der Optimismus unter den Dienstleistern in Nordrhein-Westfalen deutlich gestiegen –und das, obwohl sie ihre aktuelle Geschäftslage etwas schlechter beurteilten. Die Sorgen um eine vierte Corona-Welle und damit verbundenen neuen Beschränkungen sind im Moment offensichtlich in den Hintergrund getreten.

Handel: Mit aktueller Geschäftslage zufrieden

Dies gilt auch für den Handel in Nordrhein- Westfalen, wo sich die Stimmung zuletzt ebenfalls verbesserte. Mit ihren derzeitigen Geschäften waren die Händlerinnen und Händler deutlich zufriedener als in den Vormonaten. Zu ihren Geschäftserwartungen äußerten sie sich aber vermehrt skeptisch. Dabei ist im Großhandel die Stimmung wesentlich besser als im Einzelhandel.

Bauwirtschaft: Materialmangel entspannt sich

Im Bauhauptgewerbe blieb das Geschäftsklima nahezu unverändert. Während sich die Geschäftslage verbesserte, nahm die Skepsis bezüglich der Geschäftserwartungen zu. Indes hat sich der Materialmangel auf den nordrhein-westfälischen Baustellen im September verringert. Nur noch 37,7 Prozent der Betriebe berichteten von Engpässen, im August war es noch fast die Hälfte.

Bildquellen

  • nrwbank_eckhard_forst: Christian Lord Otto / NRW.BANK
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