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Immer mehr Migranten gründen Unternehmen

Gute Nachrichten: Mehr Menschen wollen ihr eigenes Unternehmen gründen – und das „trotz“ guter Wirtschaftsentwicklung. 10 Jahre lang galt in Deutschland die Faustformel: gute Konjunktur, weniger Arbeitslose – weniger Existenzgründungen. Erwerbslosigkeit ist hierzulande Gründungsmotiv Nummer 1, so die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK).

Gute Nachrichten: Mehr Menschen wollen ihr eigenes Unternehmen gründen – und das „trotz“ guter Wirtschaftsentwicklung. 10 Jahre lang galt in Deutschland die Faustformel: gute Konjunktur, weniger Arbeitslose – weniger Existenzgründungen. Erwerbslosigkeit ist hierzulande Gründungsmotiv Nummer 1, so die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK).

Die aktuelle Entwicklung gibt Hoffnung. Insbesondere mehr Personen mit Migrationshintergrund erkundigen sich bei den IHKs zur Existenzgründung.

Mehr Existenzgründungen

Das Bonner Institut für Mittelstandsforschung prognostiziert für dieses Jahr 425.000 Gründungen, 3  Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2011 erwarten 78 Prozent der IHKs eine gleich bleibende oder sogar noch steigende Zahl von Neugründungen. Offenbar suchen mehr Gründer als früher ihre Chance im Aufschwung. Von 2007 bis 2009 ist die Zahl der Gründer mit Migrationshintergrund, die der IHK ihr Geschäftskonzept vorstellten, um 32 Prozent gestiegen. Die Gesamtzahl der IHK-Gründungsberatungen lag hingegen in diesen beiden Jahren auf gleichem Niveau. Jährlich informieren sich etwa 350.000 Gründer bei ihrer IHK, jeder fünfte hat mittlerweile einen Migrationshintergrund. Insgesamt schaffen Migranten in diesem Jahr rund 150.000 Arbeitsplätze durch neue Unternehmen.

In allen Branchen präsent

Während Migranten das betriebswirtschaftliche Rüstzeug im Durchschnitt etwas besser beherrschen, sind deutsche Gründer bei Finanzierungsfragen etwas gründlicher vorbereitet. Viele Gründer mit ausländischen Wurzeln wollen im Handel (24 Prozent) oder in der Gastronomie (22 Prozent) starten, bei deutschen Gründern sind es 21 bzw. 15 Prozent. Die sonstigen Dienstleistungen wie Gebäudebetreuung, IT-Services oder personenbezogene Dienstleistungen liegen bei deutschen Gründern vorne (41 Prozent; Migranten: 23 Prozent). Der Anteil von Gründern, die in der Industrie starten wollen, ist bei Personen mit und ohne Migrationshintergrund etwa gleich hoch (4 bzw. 5 Prozent).

 Nachholbedarf bei allen Gründern

53 Prozent aller Gründer können nicht erklären, warum ihr Produkt besser ist als das Angebot der Konkurrenz. Hier gibt es noch Nachholbedarf. Jedoch leisten Migranten einen wichtigen Beitrag zum Gründungsgeschehen. Künftig braucht Deutschland noch stärker diese Wachstumsimpulse: Allein demografiebedingt wird es 2050 in Deutschland 700.000 Selbstständige weniger geben.

Folgendes müsse geschehen, damit der unternehmerische Funke mehr Unternehmergeist entfacht:

– Gründung erleichtern. Die Mindestinvestitionssumme sollte von derzeit 250.000 Euro auf 125.000 Euro abgesenkt und die zu schaffenden Arbeitsplätze von 5 auf 3 reduziert werden, damit Selbstständige eine Aufenthaltserlaubnis bekommen können. Dabei ist eine flexible und einzelfallbezogene Anwendung dieser Regelungen beim Start von Unternehmen geboten.

– Anerkennungsgesetz zügig umsetzen. Für viele Gründungen ist der Nachweis eines Bildungsabschlusses äußerst hilfreich, um Kunden gewinnen zu können. Die IHKs werden zukünftig auch die Aufgabe übernehmen, für IHK-Berufe die Anerkennung ausländischer Abschlüsse zu übernehmen. So werden gründungswillige Migranten an einem Ort die Anerkennung ihrer Abschlüsse beantragen und einen umfassenden Gründerservice von der Erstauskunft über Unterstützung bei Förderanträgen bis zum Businessplan-Check erhalten.

– Unternehmertum im Bildungssystem verankern. Nicht nachvollziehbar ist, dass in 4 von 5 gesellschaftswissenschaftlichen Schulbüchern das Thema „Unternehmertum“ fehlt. Jeder Schüler, jeder Student muss sich während seiner schulischen bzw. universitären Laufbahn mit dem Thema „Unternehmertum“ befassen, etwa in einem Fach „Wirtschaft“. So werden die Voraussetzungen für mehr Gründungen mit starken Innovationssignalen geschaffen – für Deutsche und Migranten.

 

Redaktion

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