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Verkehr in den rheinischen Städten wächst weiter – Mobilität muss durch Maßnahmenbündel gesichert werden

Der Verkehr in den rheinischen Städten nimmt weiter zu, die Gründe dafür sind vielfältig: Bis 2025 wird entgegen dem Landestrend insbesondere in den Städten Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln die Bevölkerung wachsen, auch aufgrund des besseren Arbeitsplatzangebots, das generell in den rheinischen Städten zunimmt.

Erich Kasten / pixelio.de

Insgesamt wird Nordrhein-Westfalen bis 2030 knapp 600.000 Einwohner verlieren, die Metropolregion Rheinland hingegen wird über 100.000 Einwohner dazu gewinnen. 2030 leben dann 6,8 Millionen Menschen im Rheinland.

Zusätzliche Arbeitsplätze in den Städten heißt aber auch, dass der Berufsverkehr zwischen Stadt und Umland weiter zunimmt. Bereits heute sind im Rheinland werktäglich über die Städtegrenzen hinweg knapp zwei Millionen Pendler auf Achse, davon rund 1,3 Millionen mit dem PKW. Problematisch wird die Situation auch, weil sich der Pendlerverkehr das Straßennetz mit dem weiter steigenden Güterverkehr (Transitverkehre bis zu 129 Prozent Zuwachs bis 2025) teilen muss. Ähnliches gilt für die Schiene, die ebenfalls Personen- und stark steigenden Güterverkehr aufnehmen muss (Güterverkehrszuwachs auf der Schiene bis 2025 über 50 Prozent).

Soll die Erreichbarkeit der Innenstädte gesichert werden, muss deshalb das überregionale Verkehrsnetz (Straße und Schiene) weiter ausgebaut werden. Im Rheinland besteht insbesondere auf den Achsen Bonn-Köln-Düsseldorf, Aachen-Köln-Siegtal sowie Venlo-Mönchengladbach-Düsseldorf-Bergisches Land erheblicher Ausbaubedarf. Die Rheinland-Kammern haben dazu detaillierte Vorschläge in ihren Positionspapieren „Verkehrsleitbild Rheinland“ und „Verkehrsentwicklung Rheinland 2025“ gemacht.

In den Innenstädten sind einem massiven Verkehrsinfrastrukturausbau aufgrund der hohen Bebauungsdichte und Funktionsvielfalt hingegen engere Grenzen gesetzt. „Der Stadtverkehr von morgen wird nicht zuletzt angesichts knapper öffentlicher Kassen zum Großteil auf der Verkehrsinfrastruktur von heute abgewickelt werden müssen. Darum gilt es an erster Stelle die vorhandene Infrastruktur besser auszunutzen“, so Kurt Schmitz-Temming, Projektleiter und stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/ Rhein-Sieg. So können zum Beispiel die werktäglichen Verkehrsspitzen mit einem zeitlich versetzten Schulbeginn und mit Hilfe flexibler Arbeitszeitmodelle entzerrt werden. Dadurch verteilen sich ÖPNV- und Auto-Pendler über einen längeren Zeitraum, die Infrastruktur wird im Schnitt gleichmäßiger ausgelastet.

Ebenso kann ein dynamisches, systemübergreifendes Verkehrsmanagement, ähnlich der bereits praktizierten Verkehrslenkung auf Autobahnen, dazu beitragen, die vorhandene städtische Straßeninfrastruktur besser zu nutzen und den Verkehr flüssiger zu gestalten. Innerstädtische Verkehrsleitsysteme, sei es durch stationäre Anzeigetafeln oder als Teil mobiler Navigationsgeräte, müssen selbstverständlicher Bestandteil der Verkehrsinfrastruktur werden. Lieferverkehre können mit Hilfe dynamischer Routenführung umweltfreundlicher und schneller abgewickelt werden. Eine integrierte Verkehrsleitzentrale kann dafür einen wichtigen Beitrag leisten.

Stadt- und Verkehrsplanung müssen stärker miteinander verzahnt werden, da einerseits die Siedlungsstruktur das Verkehrsaufkommen beeinflusst und andererseits die Verkehrsinfrastruktur die Standortwahl von Unternehmen und Haushalten. Darum müssen die Funktionen Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Freizeit soweit möglich konzentriert werden. Die Mischung von Nutzungen findet aber dort ihre Grenzen, wo sich Standortinteressen gegenseitig behindern. In solchen Fällen sollten Standorte für bestimmte Gewerbe und Industrien oder die Logistik vorrangig fernab von Wohnsiedlungen und entlang den Verkehrsachsen ausgewiesen werden, da so Nut-zungskonflikte vermieden und der Wegeaufwand für den Wirtschaftsverkehr reduziert werden kann. Hierfür können Regionalpläne einen wichtigen Beitrag leisten.

Folgenden Maßnahmenkatalog schlagen die IHKs im Rheinland zur Sicherung der städtischen Mobilität vor:

Kurzfristige Maßnahmen

– Neue Angebotsformen im ÖPNV
– Schulbeginn staffeln und Arbeitszeiten flexibilisieren
– Betriebliches Mobilitätsmanagement intensivieren

Mittelfristige Maßnahmen

– Infrastrukturausbau trotz knapper Kassen ermöglichen
– Finanzierung des ÖPNV sichern
– Umweltschutz: Anreize statt Verbote
– Verkehrsmanagement auch im nachgeordneten Verkehrsnetz

Langfristige Maßnahmen

– Stadt- und Verkehrsplanung Hand-in-Hand
– Wohnsiedlungen entlang der Achsen des ÖPNV planen
– Nutzungskonflikte zwischen Wirtschaften und Wohnen vermeiden
– Entwicklung logistischer Konzepte fördern

Über die IHK-Initiative Rheinland: 

Die IHK-Initiative Rheinland ist eine gemeinsame Aktion der IHKs im Rheinland, bei der die Mitarbeit interessierter Unternehmen, anderer Wirt-schaftsorganisationen und der Kommunen willkommen und notwendig ist. Ziel der IHK-Initiative Rheinland ist die Stärkung der Zusammenarbeit der Wirtschaft und die Weiterentwicklung der Wirtschaftsregion Rheinland zu einem der attraktivsten Standorte Europas. Dabei leistet die IHK-Initiative Rheinland durch die Bündelung gemeinsamer Aktivitäten und durch die Entwicklung neuer Strategien, Produkte und Maßnahmen den Startschuss für eine verbesserte Positionierung des Rheinlands im Wettbewerb der Standorte.

 

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