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Vom Home-Office-Schrank und dem Büro im Koffer

Journalist und Autor Christian Herrendorf

Der Interior-Designer Mike Neubauer und der Journalist Christian Herrendorf, beide Düsseldorfer, beraten Unternehmen und Verbände zum Thema Home-Office. Ihr Ansatz: Sie beginnen bei den Mitarbeiter*innen, deren Wünschen und Sorgen. Daraus entwickeln sie Ideen für den Heimarbeitsplatz, die Kommunikation im Unternehmen und die Organisation dieser neuen Form des Arbeitens. Nun haben die beiden das Buch „Home-Office und wie es funktionieren kann“ (9,95 Euro, Tredition) geschrieben. business-on sprach mit den beiden Autoren.

business-on: Viele Zeitungen und Magazine haben in den vergangenen Monaten über Home-Office berichtet, im Internet gibt es viele Angebote dazu. Warum braucht es noch Ihr Buch?

Mike Neubauer: Keines der Angebote hat alle Bereiche des Themas zusammen behandelt. Und kein anderer Ansatz geht vom Mitarbeiter aus, um den es schließlich geht. Wir bieten Lösungen auf allen Ebenen: Kommunikation, Gesundheit und der Arbeitsplatz an sich. Dabei helfen uns Parallelen aus dem Sport, das Thema noch einmal anders zu betrachten.

business-on: Was ist die größte Herausforderung beim Thema Home-Office?

 Christian Herrendorf: Die meisten Heimarbeitsplätze sind im Frühjahr improvisiert worden und verharren seitdem in diesem provisorischen Zustand. Da inzwischen klar ist, dass sie auch unabhängig von Corona für viele zu einer Dauereinrichtung werden, müssen sie spätestens jetzt noch einmal neu und idealerweise ganzheitlich betrachtet werden. Wir vergleichen das im Buch mit einem Duschvorhang. Wenn man in seine erste eigene Wohnung zieht, kauft man auf dem Weg dorthin im Möbelmarkt noch schnell einen Duschvorhang, auch wenn der einem nicht gefällt. Und nach drei Jahren hängt das Ding immer noch da.

business-on: Herr Neubauer, hätte es für Sie als Interior-Designer nicht gereicht, wenn Sie die ersten beiden Kapitel des Buches über die Mitarbeiter und deren Heimarbeitsplatz veröffentlicht hätten?

 Neubauer: Ich als Gestalter kann auf keinen Fall ohne die restlichen Themen auskommen. Gute Gestaltung ist immer eine Folge von vorhandenen Begebenheiten. Alle Themen zusammen führen zu der Gestaltung, die ich vorschlage, denn sie liefert die Gründe für unsere vier verschiedenen Ansätze.

business-on: Wie sehen diese aus?

Neubauer: Wir haben aus unseren Gesprächen mit Arbeitnehmer*innen unter anderem zwei Wünsche und Sorgen mitgenommen. Wenn die Arbeit schon bei ihnen einzieht, möchten sie diese klar von ihrem Privatleben trennen. Und zweitens: Oft gibt es in den Wohnungen kaum Raum für den Heimarbeitsplatz. Deshalb haben wir ein Schrankbüro, zwei Formen von Sekretären und ein Büro zum Mitnehmen, in einem Koffer, entwickelt. Alle vier kann man in die Wohnung integrieren – und man kann sie alle zuklappen.

business-on: An wen richtet sich Ihr Buch?

Herrendorf: An Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen gleichermaßen. Die Mitarbeiter*innen lernen Lösungen kennen, die sie mit in Gespräche mit ihren Führungskräften nehmen können. Und die Vorgesetzen erfahren, was sie berücksichtigen müssen, wenn sie zufriedene Mitarbeiter*innen im Home-Office haben möchten. An der Stelle kann ich aus unserem Buch zitieren: So gut, wie das Home-Office ist, so gut ist am Ende die Arbeit.

business-on: Was ist Ihre Lieblingsstelle/Ihr Lieblingsabschnitt im Buch?

Neubauer: Ich finde das Gesamtwerk so rund, dass ich keine besondere Stelle herausheben möchte. Ich mag gerade diesen engen Zusammenhalt der Themen, die alle aufeinander und zueinander stehen, und ich finde das zeichnet das Buch auch besonders aus.

Herrendorf: Ich mag das Kapitel über die Arbeitsplätze am liebsten. Ich war echt begeistert, als Mike mir zum ersten Mal die Zeichnungen vom Home-Office-Schrank und vom Büro-Koffer geschickt hat.

Mehr zu den Autoren gibt es unter www.wie-es-funktionieren-kann.de, mehr zum Buch auf HOME OFFICE …und wie es funktionieren kann | Christian Herrendorf (tredition.de)

 

Bildquellen

  • Home-Office Herrendorf Neubauer: Junagrafica / tredition GmbH
  • Christian Herrendorf: Andreas Endermann
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