Connect with us

Hi, what are you looking for?

Aktuell

Welttag für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz: NGG fordert mehr Personal für Arbeitsschutz-Kontrollen in Düsseldorf

Viele Betriebe lassen Beschäftigte länger arbeiten, als es das Gesetz erlaubt, aber die zuständigen Aufsichtsbehörden kontrollieren zu selten

Zu wenige Kontrollen beim Arbeitsschutz: Von der richtigen Schutzkleidung in der Lebensmittelherstellung bis hin zur Arbeitszeiterfassung in der Gastronomie – die Aufsichtsbehörden sollen Unternehmen in Düsseldorf häufiger daraufhin prüfen, ob Arbeitsschutzvorschriften eingehalten werden. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG zum Welttag für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz an diesem Donnerstag.

Allerdings fehle es den Ämtern häufig an Personal. Nach einem aktuellen Bericht der Bundesregierung waren in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2020 insgesamt lediglich 344 Aufsichtsbeamtinnen und -beamte für Arbeitsschutz-Prüfungen zuständig. „Damit muss sich rein rechnerisch ein Kontrolleur landesweit um 1.263 Betriebe kümmern. Mit dieser Quote ist effektiver Arbeitsschutz kaum möglich“, kritisiert Zayde Torun, Geschäftsführerin der NGG-Region Düsseldorf-Wuppertal. Der kritische Kontrollblick auf die Gefahren am Arbeitsplatz dürfe nicht länger eine „Rarität der Arbeitswelt“ bleiben. Nach Angaben der Arbeitsagentur gibt es allein in Düsseldorf aktuell 22.580 Betriebe mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Der Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies vor knapp zwei Jahren habe gezeigt, wie wichtig der Gesundheitsschutz der Beschäftigten sei. Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann von der CDU habe zwar damit begonnen, das Personal in den Kontrollbehörden der Bezirksregierungen aufzustocken. Das Defizit sei aber weiterhin enorm, so Gewerkschafterin Torun. „Die Ämter waren lange vor der Pandemie massiv unterbesetzt. Das rächt sich jetzt. Ob es um Verstöße gegen Corona-Maßnahmen oder um fehlenden Unfallschutz geht – am Ende steht die Gesundheit der Beschäftigten auf dem Spiel.“

Nach Angaben des DGB NRW haben bislang landesweit weniger als zwei Prozent der Betriebe pro Jahr mit einer Visite der Arbeitsschützer zu rechnen. „Dabei können die Berufsgenossenschaften, die ebenfalls den Arbeitsschutz kontrollieren, die staatlichen Missstände nicht wettmachen. Die Politik muss jetzt rasch dafür sorgen, Fachleute für die Behörden zu gewinnen“, betont Torun. Dies gelinge aber nur, wenn der öffentliche Dienst eine attraktive Bezahlung biete.

Eine wichtige Stellschraube für einen besseren Arbeits- und Gesundheitsschutz sei zugleich die Mitbestimmung. „Betriebsräte kümmern sich täglich darum, das Risiko für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu minimieren. Mit Konzepten gegen Corona, die zum Unternehmen passen, leisten sie zugleich einen großen Beitrag gegen Infektionen am Arbeitsplatz“, sagt Torun. Ob in der Ernährungsindustrie, im Bäckerhandwerk oder im Gastgewerbe – bei den laufenden Betriebsratswahlen mitzumachen, sei auch mit Blick auf die eigene Gesundheit ratsam, so die NGG.

Bildquellen

  • Arbeitszeit: NGG / Alireza Khalili
Anzeige

Aktuell

Auf einen Cappuccino: Die Jamin-Kolumne

Aktuell

Die nordrhein-westfälischen Industriebetriebe haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Umsatz von 186 Milliarden Euro erwirtschaftet – 17,1 Prozent mehr als im ersten Halbjahr...

Aktuell

Der Düsseldorfer Multiservice-Anbieter Klüh zählt erneut zu den besten Arbeitgebern der deutschen Facility Management-Branche. In der Studie „Deutschlands begehrteste Arbeitgeber 2022“ des F.A.Z.-Instituts und...

Aktuell

Für die rund 300 Beschäftigten in Düsseldorfs Floristikbranche gibt es deutlich mehr Geld. Eine gelernte Floristin kommt jetzt auf einen Stundenlohn von 13,31 Euro....

Aktuell

Die Einführung des 9-Euro-Tickets hat sich im Juni und Juli 2022 dämpfend auf die Inflationsrate in Nordrhein-Westfalen ausgewirkt. Wie das Statistische Landesamt IT.NRW ermittelt...

Aktuell

Das Zahlungsverhalten in Deutschland hat sich verschlechtert. Im 1. Halbjahr 2022 verzeichneten Lieferanten und Kreditgeber im B2B-Geschäft einen durchschnittlichen Zahlungsverzug von 10,51 Tagen (2....

Weitere Beiträge

Aktuell

Die Inflation frisst Einkommen auf: Wegen rasant steigender Preise gehen den Haushalten in Düsseldorf in diesem Jahr rund 335 Millionen Euro an Kaufkraft verloren...

Aktuell

Ein Großteil der Neueinstellungen in Düsseldorf hat ein Verfallsdatum: 14.856 von insgesamt 35.229 neu abgeschlossenen Arbeitsverträgen in der Stadt waren im zweiten Quartal des...

Aktuell

Zu Beginn der Hauptreisezeit fehlt in vielen Düsseldorfer Hotels und Pensionen das nötige Personal. „Rezeptionistinnen, Köche, Barkeeper, Service- und Reinigungskräfte werden händeringend gesucht. Ohne...

Aktuell

Viele Hotels und Gaststätten in Düsseldorf sind derzeit dringend auf neues Personal angewiesen – und könnten dabei auch Geflüchteten aus der Ukraine eine Job-Perspektive...

Aktuell

Die rund 18.800 Menschen, die in Düsseldorf in der Gastronomie und Hotellerie arbeiten, bekommen ab sofort deutlich mehr Geld. Zum Mai steigen ihre Löhne...

Aktuell

Während der Corona-Pandemie ist die Zahl der Minijobs in Düsseldorf deutlich zurückgegangen. Mitte vergangenen Jahres gab es in der Stadt rund 73.600 Stellen auf...

Aktuell

In Düsseldorf sind aktuell 7.787 Menschen auf Sozialleistungen angewiesen – obwohl sie eine Arbeit haben. Damit ist jeder fast fünfte erwerbsfähige Hartz-IV-Bezieher in der Stadt...

Aktuell

In Düsseldorf haben rund 39.000 Menschen einen Minijob, rund 4.000 arbeiten in der Gastronomie – und die meisten verdienen dabei lediglich den gesetzlichen Mindestlohn....

Anzeige