Connect with us

Hi, what are you looking for?

Steuertipps

Firmenwagen: Geldwerter Vorteil für Privatnutzung muss nicht sein

Bei Gehaltsverhandlungen ist er ein beliebtes Extra, bei der Lohnabrechnung eher ein Ärgernis: Der vom Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung gestellte Firmenwagen mindert den Nettolohn, denn das Finanzamt behandelt die Privatnutzung des Betriebs-Pkw als geldwerten Vorteil.

Bei Gehaltsverhandlungen ist er ein beliebtes Extra, bei der Lohnabrechnung eher ein Ärgernis: Der vom Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung gestellte Firmenwagen mindert den Nettolohn, denn das Finanzamt behandelt die Privatnutzung des Betriebs-Pkw als geldwerten Vorteil.

 Die Bemessungsgrundlage für die monatliche Lohnsteuer ermittelt die Firma hierzu in der Regel pauschal mit einem Prozent vom Listenpreis inklusive der Sonderausstattungen, auch bei nachträglichem Einbau. Der so ermittelte Betrag mindert sich nicht um vom Betrieb beim Kauf erhaltene Rabatte und gilt auch bei Gebraucht- und Leasingfahrzeugen. Dabei spielt keine Rolle, inwieweit der Angestellte den Wagen tatsächlich für Freizeit und Urlaub genutzt hat.

Die pauschale Lohnsteuer lässt sich aber vermeiden, wenn der Wagen nur für Dienstfahrten zur Verfügung steht. Hierzu muss der Arbeitnehmer nicht unbedingt ein Fahrtenbuch führen. Es reicht völlig aus, wenn laut Arbeitsvertrag eine Privatnutzung unzulässig ist. Der Betrieb muss noch nicht einmal überprüfen, ob das Fahrverbot eingehalten wird. Voraussetzung ist lediglich, dass der Vertrag schriftlich und nicht nur zum Schein abgeschlossen wird. Zwar spricht die allgemeine Lebenserfahrung beim überlassenen Firmenwagen auch für Privatfahrten. Dies kann aber von Betrieb oder Angestelltem durch den Gegenbeweis entkräftet werden. Ausreichend hierfür kann bereits sein, dass der Arbeitgeber die private Nutzung des Firmenfahrzeugs verboten hat.

Vor diesem Hintergrund hat der BFH mit Urteil vom 21.4.2010 entschieden, dass Finanzbeamte nicht automatisch darauf schließen dürfen, dass der vom Arbeitgeber seinen Angestellten aus betrieblichen Zwecken zur Verfügung gestellte Wagen auch privat genutzt wird (Az. VI R 46/08). Vielmehr kann die Listenpreis-Regel nur dann zur Anwendung kommen, wenn der Arbeitgeber einen Dienstwagen tatsächlich zur privaten Nutzung überlässt. Im Urteilsfall stellte ein Apotheker seinen 80 Mitarbeitern einen Fuhrpark von sechs Fahrzeugen für betriebliche Fahrten zur Verfügung. Unter der Belegschaft befand sich auch der Sohn, der das höchste Gehalt aller Mitarbeiter erhielt. Die Lohnsteuerprüfung des Finanzamts ging davon aus, dass der Sohn das teuerste der Kfz, einen Audi A8 Diesel, auch privat nutzt, und versteuerte den hohen Listenpreis. Dabei hatte der Sohn erklärt, dass er den Wagen nicht privat, sondern nur betrieblich genutzt hatte und die Privatnutzung arbeitsvertraglich ohnehin verboten war.

Zunächst müssen die Finanzbeamten feststellen, ob die Voraussetzungen für die Anwendung der Listenpreis-Regelung überhaupt vorliegen, dass also der Wagen überhaupt zur privaten Nutzung überlassen wurde. Steht das nicht fest, kann dies nicht einfach unterstellt werden, urteilten die Richter. Die bloße Behauptung, das betriebliche Kfz würde nicht für Privatfahrten genutzt, genügt allerdings nicht, um die Anwendung der Ein-Prozent-Regelung auszuschließen. Der Ansatz eines geldwerten Vorteils ist aber nur gerechtfertigt, wenn der Arbeitgeber auch gestattet, den Dienstwagen privat zu nutzen, während die unbefugte Privatnutzung gegen den Willen des Arbeitgebers keinen Lohncharakter hat. Die Listenpreis-Regel beruht auf der Annahme, dass der Arbeitnehmer in ähnlicher Weise über ein Fahrzeug verfügen kann wie der Betriebsinhaber selbst über seinen Fuhrpark. Unter diesem Gesichtspunkt unterliegt beim Arbeitnehmer nur die vom Arbeitgeber gestattete private Dienstwagennutzung der Lohnsteuer. Somit reicht es zur Vermeidung eines lohnsteuerlichen Vorteils aus, wenn im Arbeitsvertrag ein Verbot der privaten Kfz-Nutzung durch den Arbeitnehmer vereinbart wird.

 

VSRW-Verlag

Anzeige

Wellness & Genuss

Es ist der Schritt, den viele Cannabis Nutzer, Produzenten, Händler, aber auch Experten seit langer Zeit fordern: die Legalisierung von Cannabis. Viele andere Staaten...

News

Didacta und die Lehrkräftefortbildung mobile.schule kooperieren: Die mobile.schule wird im Rahmen der didacta – die Bildungsmesse 2022 in Köln (7. bis 11. Juni) ein...

Fressnapf-Gruppe knackt die Umsatzmarke von 3 Milliarden Euro Fressnapf-Gruppe knackt die Umsatzmarke von 3 Milliarden Euro

News

Die Fressnapf-Gruppe übertrifft ihre Erwartungen für 2021 und erzielt einen Jahresumsatz von 3,17 Milliarden Euro. Das entspricht einem Umsatzwachstum von über 500 Millionen Euro...

News

Die Menschheit in allen Teilen der Erde unterliegt dem Klimawandel und steht vor der Herausforderung der Bekämpfung. Die Auswirkungen sind mittlerweile mehr oder weniger...

Finanzen

Es ist zu befürchten, dass die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) in 2022 weiter steigen. Grund ist der weiter gesunkene Garantiezins für Lebensversicherungen. Einst...

News

Fairtrade Deutschland feiert in diesem Jahr runden Geburtstag. Bereits seit 30 Jahren setzt sich die gemeinnützige Organisation für mehr Fairness im Handel ein –...

Threema als sichere Alternative zu Whatsapp & Co.?

Threema Messenger

Viele Menschen nutzen die Kurznachrichtendienste Whatsapp oder Telegram zur Kommunikation. Allerdings gibt es inzwischen sichere und bessere Alternativen wie den Schweizer Messenger Threema auf dem Markt.

ZIM Förderung

ZIM Förderung

ZIM Förderung – Programm für mehr Innovation und Wachstum im Mittelstand

Weitere Beiträge

News

Wer über seinen Arbeitgeber eine Entgeltumwandlung abgeschlossen hat, kann sich im neuen Jahr freuen: Ab 1. Januar 2022 muss der Chef den Vertrag bezuschussen...

Finanzen

Selbst gekauft oder vom Arbeitgeber finanziert, geldwerter Vorteil oder nicht: Ob Beschäftigte die Ausgaben für ihre Bahncard steuerlich geltend machen können, hängt von verschiedenen...

HR-Themen

Die sogenannte Generation Z unterscheidet sich in vieler Hinsicht von bisherigen Generationen. Auf Homeoffice legen sie keinen großen Wert. Wichtig sind den 16- bis...

News

Im Unternehmen haben die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeitenden höchste Priorität. Deshalb regeln die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), wie die Arbeitsstätten gestaltet...

News

Wer in Deutschland Mitglied in der Kirche ist, muss Kirchensteuer zahlen. Sie macht ja nach Bundesland bis zu 9 Prozent von der Einkommensteuer aus....

Wirtschaftslexikon

Die private Nutzung des Firmenwagens oder eine andere Sachleistung, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer gewährt, wird als geldwerter Vorteil bezeichnet. Auch die Einnahmen, die...

Unternehmen

Mit einem deutlichen Umsatzplus von fast 20 Prozent und damit dem höchsten Zuwachs in den letzten zehn Jahren hat Alnatura das Geschäftsjahr 2019/2020 zum...

News

Beim Ehrenamt beginnt es: Die Aschaffenburger Werkzeug Weber GmbH & Co. KG wird für ihr Engagement gegenüber den eigenen Mitarbeitern als besonders ehrenamtsfreundlicher Betrieb...

Anzeige
Send this to a friend