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Konsum 2017: verlässliche Stütze in unsicheren Zeiten?

Der private Konsum bleibt eine wichtige Stütze für die Konjunktur in Deutschland und Europa: Laut GfK-Prognose werden die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2017 real um 1,5 Prozent steigen. Für die Europäische Union erwartet GfK einen Anstieg zwischen 1 und 1,5 Prozent. Damit trägt der private Konsum weiterhin zu einer positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bei, wie die GfK-Experten Rolf Bürkl (Konsum) und Dr. Wolfgang Adlwarth (Handel) heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Nürnberg erläuterten.

Der private Konsum bleibt eine wichtige Stütze für die Konjunktur in Deutschland und Europa: Laut GfK-Prognose werden die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2017 real um 1,5 Prozent steigen. Für die Europäische Union erwartet GfK einen Anstieg zwischen 1 und 1,5 Prozent. Damit trägt der private Konsum weiterhin zu einer positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bei, wie die GfK-Experten Rolf Bürkl (Konsum) und Dr. Wolfgang Adlwarth (Handel) heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Nürnberg erläuterten.

„Im Gleichklang mit einem anhaltend positiven Wirtschaftswachstum und europaweit sinkender Arbeitslosigkeit bleibt der private Konsum auch 2017 eine wichtige Stütze für die Konjunktur in Deutschland und Europa“, führte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl aus. „Für Deutschland rechnen wir damit, dass der private Verbrauch real um 1,5 Prozent steigen wird und damit in etwa so stark zulegt wie das BIP insgesamt.“

Auch der Einzelhandel wird von den steigenden Konsumausgaben profitieren. Für den Lebensmitteleinzelhandel erwartet GfK-Handelsexperte Dr. Wolfgang Adlwarth einen Anstieg von 2 Prozent. Für den Nonfood-Bereich prognostiziert GfK ein Plus von 0,8 Prozent.

Europa: wirtschaftliche Entwicklung anhaltend positiv

Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung zeigte sich 2016 europaweit ein positives Bild: Mit Ausnahme von Griechenland wuchs das Bruttoinlandsprodukt in allen EU-Ländern und erzielte laut Schätzung der Europäischen Kommission vom November eine durchschnittliche Steigerung um 1,8 Prozent gegenüber 2015. Dabei konnten vor allem osteuropäische Länder wie Polen, Slowakei und Bulgarien ihre dynamische Entwicklung fortsetzen. Spitzenreiter war Rumänien mit einem BIP-Wachstum von 5,2 Prozent, gefolgt von Irland, das an sein starkes Wachstum aus den Vorjahren anknüpfen konnte und 2016 ein Plus von 4,1 Prozent erzielte. Für 2017 rechnet die Europäische Kommission mit einem etwas moderateren Anstieg des BIP von 1,6 Prozent im EU-Durchschnitt.

Europa: Arbeitslosigkeit um 7 Prozent gesunken

Die Arbeitslosigkeit in der EU sank 2016 im Durchschnitt um 7 Prozent. Hohe Rückgänge konnten unter anderem Kroatien, Ungarn, Slowakei und die Niederlande verzeichnen. Nur in Estland, Norwegen, Dänemark und Italien stieg die Arbeitslosigkeit.

Europa: weiterhin große Unterschiede in der Anschaffungsneigung

Die Anschaffungsneigung der europäischen Verbraucher entwickelte sich 2016 erneut sehr unterschiedlich und konnte nur teilweise von den insgesamt sinkenden Arbeitslosenzahlen profitieren. Während Griechenland unverändert auf dem niedrigsten Niveau aller EU-Länder verharrte, setzte in Portugal eine deutliche Erholung der Anschaffungsneigung um 21 Indikatorpunkte ein. In absoluten Zahlen zählt Portugal jedoch im Eurovergleich mit Griechenland und Ländern wie Litauen, Spanien und Estland zu den Schlusslichtern. Aufholen konnten im zurückliegenden Jahr korrespondierend zur gesunkenen Arbeitslosigkeit insbesondere Bulgarien, Frankreich und Polen.

Europa: Steigerung des privaten Konsums um 2,1 Prozent

Wie bereits im Vorjahr verzeichnete der private Konsum in Europa ein solides Wachstum um real 2,1 Prozent und trug wesentlich zum Wirtschaftswachstum in der EU bei. Einzige Ausnahme mit einem Rückgang um 0,5 Prozent war erneut Griechenland, wo der private Konsum weiter unter den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise leidet. Die stärksten Zuwächse gab es erneut in Osteuropa – insbesondere in Rumänien, das von einer erneuten Mehrwertsteuersenkung profitierte – sowie im Baltikum.

Deutschland: Einzelhandel legt weiter zu

Positive wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die anhaltend gute Konsumlaune in Deutschland werden sich auch 2017 in weiter steigenden Einzelhandelsumsätzen niederschlagen. Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) wird voraussichtlich um 2 Prozent auf 179,5 Milliarden Euro wachsen. Die zunehmende Zahl an Haushalten in Deutschland, die aus dem anhaltenden Bevölkerungswachstum und dem positiven Wanderungssaldo resultiert, sowie die steigende Konsumstimmung sind die wesentlichen Treiber dieser positiven Entwicklung. Während SB-Warenhausketten 2016 nur sehr moderat zulegten, steigerten vor allem Drogeriemärkte und Vollsortimenter ihre Umsätze. Discounter konnten 2016 den rückläufigen Trend aus den Vorjahren stoppen und ihren Marktanteil verteidigen.

Im Nonfood-Handel erwartet Dr. Wolfgang Adlwarth, Handelsexperte von GfK, einen moderateren Anstieg um 0,8 Prozent auf 170,6 Milliarden Euro, was unter anderem auf Sättigungstendenzen im Textil- und Elektronikhandel zurückzuführen ist. Vor diesem Hintergrund profitierte der Nonfood-Einzelhandel bereits 2016 weniger von der allgemein guten Konsumstimmung als der LEH.

Dr. Wolfgang Adlwarth: „Mit Blick auf 2016 konnte insbesondere der Online-Handel mit einem Plus von 8 Prozent weiter zulegen – ein Trend, der auch 2017 anhalten wird. Investive Ausgaben für den längerfristigen Nutzen stehen ebenfalls weiter im Fokus der Verbraucher, was sich im zurückliegenden Jahr unter anderem in einer starken Zunahme der Wohnungsbaufertigstellungen niederschlug.“

Risiken für die Konsumprognose 2017

Die GfK-Prognosen zur Entwicklung des Konsums in Europa und Deutschland sind vor dem Hintergrund einer möglicherweise aufkommenden Verunsicherung der Konsumenten für das Jahr 2017 zurückhaltend formuliert. Zu den Unsicherheiten in diesem Zusammenhang zählen die derzeit wieder deutlich anziehende Inflation, die bevorstehenden Brexit-Verhandlungen, Wahlen in wichtigen europäischen Ländern wie Frankreich, den Niederlanden, Deutschland und wahrscheinlich Italien sowie die künftige Ausrichtung der neuen US-Regierung.

Quelle. GFK

 

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