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Recht & Steuern

Günstigerprüfung gilt schon für Vorauszahlungen

Seit 2009 unterliegen Kapitalerträge einer 25-prozentigen Abgeltungsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Ist der individuelle Steuersatz des Kapitalanlegers niedriger als 25 Prozent, sieht das Gesetz eine Günstigerprüfung vor, die im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung durch das Finanzamt durchgeführt wird (vgl. Steuerzahler-Tip 3/2010, S. 4).

Kicker / Pixelio.de

Die Günstigerprüfung bewirkt die Versteuerung der Kapitalerträge (Was ist ein Kapitalertrag?) mit dem niedrigeren individuellen Steuersatz und führt somit zu einer steuerlichen Entlastung gegenüber dem Abgeltungsteuersatz. Bislang war nicht geklärt, ob die Auswirkungen der Günstigerprüfung bereits unterjährig im Rahmen der Einkommensteuervorauszahlungen zu berücksichtigen sind. Schließlich sind zahlreiche Steuerzahler verpflichtet, viermal im Jahr (10.3, 10.6., 10.9. und 10.12.) Einkommensteuervorauszahlungen an das Finanzamt zu entrichten. Davon betroffen sind nicht nur Gewerbetreibende und Freiberufler, sondern teilweise auch Rentenempfänger und Arbeitnehmer mit Nebeneinkünften.

Das Finanzministerium Schleswig-Holstein hat mit Erlass vom 5.5.2010 (Az. VI 305 – S 2297 – 109) verfügt, dass die Günstigerprüfung auf Antrag des Steuerpflichtigen bereits im Rahmen der Festsetzung von Vorauszahlungen berücksichtigt werden kann – obwohl die programmtechnische Umsetzung für eine maschinelle Verarbeitung in absehbarer Zeit nicht zur Verfügung stehen wird. Das bedeutet: Wird die Günstigerprüfung bereits im Vorauszahlungsverfahren beantragt, muss das Finanzamt manuell rechnen und die auf die Kapitalerträge entfallende Steuer von normalerweise 25 Prozent auf den individuellen Steuersatz herabsetzen. In vielen Fällen wird damit eine Verminderung der laufenden Einkommensteuervorauszahlungen einhergehen.

(TIPP) Deshalb gilt: Wer seine unterjährige Steuerbelastung vermindern möchte und über nennenswerte Kapitaleinkünfte verfügt, könnte die Günstigerprüfung bereits im Vorauszahlungsverfahren beim Finanzamt beantragen. Lohnen wird sich das insbesondere, wenn das voraussichtlich zu versteuernde Einkommen max. ca. 15.800 Euro bei Ledigen und max. ca. 31.600 Euro bei zusammen veranlagten Ehegatten liegt, da bei Überschreiten dieser Einkunftsgrenzen auch der sogenannte Grenzsteuersatz über 25 Prozent hinausgeht.

Damit das Finanzamt auf die Günstigerprüfung schon im Vorauszahlungsverfahren eingeht, müssen sämtliche voraussichtlichen Kapitaleinnahmen des entsprechenden Jahres mitgeteilt werden.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Berichterstattung über die Abgeltungsteuer erscheint die vorzeitige Herabsetzung der Vorauszahlungen in der Tat als interessante Alternative. Nach Berichten der Financial Times Deutschland warten nämlich angeblich hunderttausende Privatanleger auf die Erstattung von zu viel gezahlten Kapitalsteuern aus 2009. Mehrere Landesfinanzministerien hätten bestätigt, dass der Grund hierfür Software-Probleme des Fiskus (zur Fiskus Definition) seien. Die Panne treffe Anleger, die in ihrer Steuererklärung die Anlage KAP für Einkünfte aus Kapitalvermögen ausgefüllt hätten. Die Amtscomputer seien oftmals „unfähig“, diese Erklärung zu bearbeiten. Auch der Deutsche Steuerberaterverband geht mittlerweile von hunderttausenden Betroffenen aus. Dies zeigt wieder einmal eindrucksvoll, dass die als Vereinfachung gedachte Abgeltungsteuer in ihrer praktischen Durchführung alles andere als einfach ist und selbst die Finanzämter vor erhebliche Umsetzungsprobleme stellt.

 

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