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Buchtipp

Agil leben – agil coachen

Wie arbeiten eigentlich agile Coaches und Trainer? Was macht sie so besonders in ihrer Ausrichtung als Lebens- und Berufscoaches? Sie bringen ihren Coachees agile Methoden und Kompetenzen nahe, die es braucht, um in der VUCA-Welt erfolgreich zu sein. Horst Lempart fordert in seinem Buch „Mini-Handbuch Agiles Arbeiten für Coaches & Trainer“: Wer agil coachen will, der muss auch selbst agil leben.

Agilität gibt es nicht

Seine erste und wichtigste Feststellung ist: „Agilität“ gibt es nicht – es ist etwas, das wir (er)leben müssen, kein feststehender Begriff in Form eines Substantivs. Und das erscheint auch logisch, weil sich der Begriff sonst selbst ad absurdum führen würde. „Das agile Mindset lässt sich ja gerade nicht in einen Begriff packen, sondern stellt sich selbst kontinuierlich infrage, um den Rahmenbedingungen bestmöglich zu entsprechen“, erklärt er. „Agil“ ist ein Verb – etwas, was man tut. Was genau das dann ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Und diese Herangehensweise berührt damit auch ganz klar das Selbstbild eines agilen Coaches: Er kann gar nicht nach einem vorab festgelegten Plan durch sein Coaching-Programm durchgehen, ohne sich die eben genannten individuellen Rahmenbedingungen des Klienten anzuschauen. Ein agiler Coach sollte also selbst agil denken und handeln.

Willkommen in der AGIL-LIGA

Ein agiles Mindset besteht für Horst Lempart vor allem aus den vier folgenden Attributen:

  • achtsam
  • ganzheitlich
  • initiativ
  • lösungsorientiert

In seinem Handbuch zeigt er, wie eine solche agile Haltung Coaches und Trainer achtsamer für die Bedürfnisse ihrer Klienten macht. Aber es geht auch um die Rahmenbedingungen des eigenen Coaching-Business: In den letzten Monaten mit Lockdowns und Kontaktbeschränkungen konnten sich Coaches mit einem agilen Mindset schneller in der neuen Situation orientieren als andere. „Nach einer anfänglichen Schockstarre analysierten einige (…) fleißig, welche Möglichkeiten der Geschäftstätigkeit es in den ,abgeschalteten‘ Märkten noch geben kann“, sagt er, „innerhalb von drei Wochen nach Schließung der meisten Betriebe und der weitgehenden Versammlungsverbote schossen die Online-Angebote von Coaches und Trainerinnen durch die Decke.“

Wer als Coach immer wieder seine Methoden und Überzeugungen hinterfragt, einen ganzheitlichen Blick einnimmt und mit sich selbst achtsam umgeht, der ist laut dem Supervisor auf dem besten Weg in die AGIL-LIGA. Diese Wortkombination ist mehr als ein bloßes Palindrom. „Agiles Handeln baut auf agilem Denken auf, das zukünftige Spielfolgen im Blick hat und gleichzeitig wachsam im Hier und Jetzt agiert“, fasst Lempart zusammen. „Während in der Einsteiger-Liga noch stark sequenziell gedacht und gehandelt wird, erfordert die Agil-Liga eine parallele Verarbeitung sehr komplexer Zusammenhänge.“ Und wer in dieser Liga mitspielt, der ist auch bestens für die VUCA-Welt gerüstet – und ist damit für die eigenen Klienten das beste Vorbild.

Roter-Reiter-Fazit: Ein kluges Buch, das eindrücklich zeigt, warum ein agiles Mindset für Coaches und Trainer unabdingbar ist, um erfolgreich im Job zu sein und immer die echten Bedürfnisse von Klienten im Blick zu behalten.

Das Buch: Horst Lempart, „Mini-Handbuch Agiles Arbeiten für Coaches & Trainer“, Beltz Verlag, 2020, ISBN 978-3-407-36760-0

 

— Roter Reiter —

Bildquellen

  • Mini-Handbuch Agiles Arbeiten: Beltz Verlag
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Andreas Ballnus erzählt in seiner Kolumne „Kann passieren“ reale Begebenheiten, fiktive Alltagsgeschichten und manchmal eine Mischung aus beidem. Diese sind wie das Leben: mal humorvoll, mal nachdenklich. Die Geschichten erscheinen jeweils am letzten Freitag eines Monats in business-on.de.

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