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Studie: Private Hochschulen erleben starken Zulauf

Die Zahl der Studierenden hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Fast jeder elfte Studierende in Deutschland hat sich inzwischen für eine private Hochschule entschieden.

Die Zahl der Studierenden hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Fast jeder elfte Studierende in Deutschland hat sich inzwischen für eine private Hochschule entschieden.

Mehr als jeder zehnte Studierende in Deutschland ist inzwischen an einer privaten Hochschule eingeschrieben. Vor allem sind es Berufstätige und in Teilzeit Studierende, die die flexiblen Studienformate und den hohen Grad an Digitalisierung zu schätzen wissen. Dabei gibt es regionale Unterschiede. Das sind Ergebnisse der Studie „Private Hochschulen – Entwicklungen im Spannungsfeld von akademischer und gesellschaftlicher Transformation”, die der Stifterverband im Juni 2020 herausgegeben hat.

Demnach sind aktuell rund 244.000 Studierende an einer der 106 privaten Hochschulen in Deutschland eingeschrieben. Bei einem Anteil von 8,5 Prozent an allen Studierenden bedeutet dies, dass sich inzwischen mehr als jeder zehnte Studienanfänger trotz hoher Gebühren für eine private Hochschule entscheidet.

Wie der Stifterverband mitteilt, überzeugten vor allem die Praxisnähe und Flexibilität der Studienformate sowie der – verglichen mit staatlichen Hochschulen – hohe Grad an Digitalisierung. Anders als vielfach diskutiert, seien private Hochschulen nicht primär für Elite-Studierende interessant. Mehr als 90 Prozent der Hochschulen bilden demnach ältere, oft berufstätige und Teilzeit-Studierende aus. 48 Prozent aller Teilzeit und 41 Prozent der Fernstudierenden in Deutschland seien an einer privaten Hochschule, um sich weiter zu qualifizieren.

Regionale Unterschiede bei der Zahl der Studierenden

Die mit Abstand meisten Studierenden an privaten Hochschulen sind laut Studie in Nordrhein-Westfalen immatrikuliert, gefolgt von Hessen, Hamburg und Berlin. Dabei macht sich zum Beispiel eine hohe Unternehmensdichte in einem Bundesland bemerkbar. Knapp 70 Prozent der privat Studierenden ist in Wirtschafts-, Rechts- oder Sozialwissenschaften eingeschrieben.

Finanzierung bisher zu drei Vierteln aus Studienbeiträgen

Private Hochschulen finanzieren sich nach Angaben des Stifterverbandes zu 75 Prozent aus Studienbeiträgen, staatliche Hochschulen dagegen zu 73 Prozent aus öffentlichen Trägermitteln. Öffentliche Drittmittel spielten bei privaten Hochschulen demnach kaum eine Rolle. Noch seien sie oft von Bund-Länder-Programmen ausgeschlossen. Hinzu komme, dass sie sich an möglichen Wettbewerben für öffentliche Fördermittel nur selten beteiligen.

„Um das Potenzial der gesamten Hochschullandschaft zu heben, müssen öffentliche wettbewerbliche Förderprogramme künftig auch für private Hochschulen geöffnet werden. Diese müssen sich dann auch intensiv daran beteiligen“, fordert Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes. „Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Studie, dass das hohe Maß an Digitalisierung und die enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft die Attraktivität privater Hochschulen ausmachen. Diese können flexibler auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes reagieren.“

Im Stifterverband haben sich nach eigenen Angaben rund 3.000 Unternehmen, Unternehmensverbände, Stiftungen und Privatpersonen zusammengeschlossen. Ziel sei „Bildung, Wissenschaft und Innovation gemeinsam voranzubringen”.

Die gesamte Studie ist im Internet unter www.stifterverband.org/private-hochschulen einsehbar.

 

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