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Krankentage wieder auf Stand von 2003

Die Zeiten extrem geringer Krankenstände sind vorüber: Seit 2007 steigen die krankheitsbedingten Fehlzeiten leicht, aber kontinuierlich an. Von Januar bis Oktober 2009 lag der Krankenstand bei 4,0 Prozent, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 3,8 Prozent (2007: 3,7 Prozent): Die gravierendsten Steigerungsraten weisen nach wie vor psychische Erkrankungen auf.

Die Zeiten extrem geringer Krankenstände sind vorüber: Seit 2007 steigen die krankheitsbedingten Fehlzeiten leicht, aber kontinuierlich an. Von Januar bis Oktober 2009 lag der Krankenstand bei 4,0 Prozent, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 3,8 Prozent (2007: 3,7 Prozent): Die gravierendsten Steigerungsraten weisen nach wie vor psychische Erkrankungen auf.

Die Zeiten extrem geringer Krankenstände sind vorüber: Seit 2007 steigen die krankheitsbedingten Fehlzeiten leicht, aber kontinuierlich an. Von Januar bis Oktober 2009 lag der Krankenstand bei 4,0 Prozent, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 3,8 Prozent (2007: 3,7 Prozent): Die gravierendsten Steigerungsraten weisen nach wie vor psychische Erkrankungen auf.

Im gesamten Jahr 2008 fehlten die Arbeitnehmer krankheitsbedingt an
13,4 Tagen, zuletzt lagen vor sechs Jahren die Fehltage auf diesem Wert,
während 2006 mit 12,4 Tagen die geringsten Krankentage seit 30 Jahren
gemeldet wurden.

Der BKK Bundesverband erfasst und analysiert die gesundheitlichen
Befunde von jedem vierten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
in Deutschland; im Jahr 2008 waren dies 6,5 von 27,5 Millionen. Diese
Analyse bildet damit ein repräsentatives Bild des Krankheitsgeschehens in
der Arbeitswelt.

Häufigste Krankheitsursachen

Auf Muskel- und Skeletterkrankungen gehen mit 26 Prozent die meisten
Krankentage zurück, gefolgt von Atemwegserkrankungen mit 16 Prozent.
An dritter Stelle folgen Verletzungen (14 Prozent), deren Anteil gegenüber
den Vorjahren abnahm, was auf den Rückgang besonders gefährdender
gewerblicher Tätigkeiten zurückzuführen ist. Aktuell sind psychische Erkrankungen 10 Prozent aller Krankentage die viert wichtigste Krankheitsgruppe; vor rund 30 Jahren tauchten sie in den Gesundheitsstatistiken kaum auf (1976: 2 Prozent).

Rund ein Drittel nur kurz krank – Fehlanzeige für „blauen Montag“

Krankheiten, die bis zu drei Tagen dauern, machen 36 Prozent aller
Krankschreibungen aus, obwohl hierfür nicht alle Arbeitnehmer eine Bescheinigung vorlegen müssen. Allerdings ist der Anteil dieser kurzen Fälle mit rund 6 Prozent recht gering. Der so genannte „blaue Montag“ ist bei der kalendertäglichen Erfassung der Krankentage nicht belegbar. Die Verteilung des Beginns von Krankschreibungen belegt, dass Krankenscheine
– gerade bei Kurzzeiterkrankungen – keineswegs nachweislich häufiger am
Montag eingeholt werden.

Tendenz steigend: Fast die Hälfte fehlen länger als sechs Wochen

Entscheidend für die Höhe des Krankenstands sind Fälle, die länger als
sechs Wochen dauern. Obwohl sie nur 4 Prozent der Fälle ausmachen,
verursachen sie 45 Prozent der Ausfalltage. Gegenüber dem Vorjahr nahmen die langwierigen Erkrankungen noch einmal um 3 Prozent zu. Dies
korrespondiert mit dem Ansteigen der Krankengeldzahlungen, die für die
meisten Arbeitnehmer ab der 7. Krankheitswoche einsetzen.
Von Krankheiten am meisten Betroffene Arbeitslose haben mit durchschnittlich fast 26 Krankentagen den höchsten
Krankenstand aller Gruppen, wobei es im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von rund 4 Tagen gab. Häufiger krank als andere Arbeitnehmer
waren gewerblich Beschäftigte mit hoher körperlicher Belastung: So weisen beispielsweise ältere Maurer und Betonbauer (über 55 Jahre) fast
doppelt so viele Fehltage als der Durchschnitt aller Arbeitnehmer auf.
Ebenfalls überdurchschnittlich gesundheitlich belastet sind sozialpflegerische Berufe und Reinigungskräfte.

Mehr Krankentage auch bei Führungskräften

Führungskräfte im Management und Ingenieure fehlen krankheitsbedingt
mit ein bis zwei Wochen im Jahr weitaus seltener als gewerbliche Arbeitnehmer.
Jedoch gibt es auch bei Beschäftigten mit hohen Qualifikationen
und Einkommen leichte Steigerungsraten: Freiwillig Versicherte sind gegenüber dem Vorjahr rund einen halben Tag länger krank. Analysiert man
die Diagnosen, lassen sich überdurchschnittlich steigende Zunahmen der
psychisch bedingten Leiden bei Führungskräften feststellen.

Psychische Erkrankungen: Betroffene Berufe und Diagnosen

Die steilsten Steigerungsraten bei psychischen Krankheiten weisen
Arbeitslose auf. In den letzten vier Jahren verdoppelten sich ihre psychisch
verursachten Krankheitstage. Bei Beschäftigten haben überdurchschnittlich
häufig Telefonistinnen, Krankenpflegerinnen und Sozialarbeiterinnen;
bei den Männern Sozialpädagogen und Sozialarbeiter, Sozialarbeiter
und Schienenfahrzeugführer wie auch Krankenpfleger seelische
Leiden. Aber auch in Branchen mit insgesamt niedrigen Krankenständen
wie den Informationsdienstleistungen, dem Kredit- und Versicherungsgewerbe sowie bei Verlagen und Medien liegen psychisch
bedingte Krankentage 3 Prozent über dem Durchschnitt (alle Beschäftigten: 10 Prozent).

Häufigste psychische Erkrankungen sind Angststörungen und Depressionen.

Bei rund 20 Prozent aller weiblichen und jedem zehnten
männlichen Versicherten über 50 wurden Depressionen diagnostiziert. Die
Zunahme dieser Erkrankungen liegt auch an verstärkter Diagnostik und
Dokumentation durch die behandelnden Ärzte. Auch rücken „neuere“ Erkrankungen wie das Burnout-Syndrom in den Vordergrund. In der ICD-10
wird dieser Zustand zwar als Einflussfaktor erfasst, das Syndrom aber
nicht als eigenständige Krankheit behandelt. Dennoch steigen die Arbeitsunfähigkeitstage mit dieser Diagnose.

 

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