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Bedeutung des Dienstleistungssektors im Land Bremen wächst

Die Industrie ist nicht mehr der Hauptarbeitgeber im Land Bremen. Fast 80 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten mittlerweile im sogenannten Dienstleistungssektor – vom Gesundheitsbereich über den Einzelhandel bis zu Unternehmensdienstleistern. Welche Auswirkungen dieser Strukturwandel auf die Arbeitswelt hat, betrachtet die Arbeitnehmerkammer Bremen in der aktuellen Studie „Strukturwandel in Bremen – Befunde und Herausforderungen“.

MediaService Osnabr�ck

Die Industrie ist nicht mehr der Hauptarbeitgeber im Land Bremen. Fast 80 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten mittlerweile im sogenannten Dienstleistungssektor – vom Gesundheitsbereich über den Einzelhandel bis zu Unternehmensdienstleistern. Welche Auswirkungen dieser Strukturwandel auf die Arbeitswelt hat, betrachtet die Arbeitnehmerkammer Bremen in der aktuellen Studie „Strukturwandel in Bremen – Befunde und Herausforderungen“.

Die Ergebnisse wurden im Kultursaal der Kammer in der Bürgerstraße vorgestellt. Dabei zeigte sich: Die Industrie im Land Bremen stellt zwar immer noch viele sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze. Neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze sind in den vergangenen Jahren jedoch fast ausschließlich im Dienstleistungssektor entstanden – rund 22.000 von 2008 bis 2014.

 Bemerkenswert ist vor allem der Wandel der Dienstleistungen. Aus einfachen Tätigkeiten für Privatpersonen sind komplexe Aufgabenprofile entstanden. „Das betrifft den international agierenden Logistiker genauso wie den Ingenieur, der am Computer Bauteile konstruiert, den Sozialarbeiter mit akademischem Abschluss oder den Softwareentwickler. In vielen Bereichen ist der Wissensanspruch an die Beschäftigten gestiegen“, sagte Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer.

Hohe Innovationskraft

 „Die Kombination aus bewährten Industrien, wie Bremen sie zum Beispiel in der Logistik, in der Automobilbranche und in der Luft- und Raumfahrt hat, und einer großen Dichte an Forschungseinrichtungen führen zu einer hohen Innovationskraft. Dazu stellen die technischen Veränderungen beinahe täglich neue Anforderungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber auch an die Arbeitgeber“, kommentierte Dr. Dirk Kühling, Abteilungsleiter beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, die Situation im Land Bremen. „Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften hat zu der höchsten Anzahl von sozialversicherungspflichtigen Angestellten in Bremen geführt, die wir jemals hatten. Gleichzeitig sind wir dafür sensibilisiert, dass wir uns darauf nicht ausruhen dürfen, um keinen Mangel an geeigneten Fachkräften entstehen zu lassen.“ Der Senator selber war kurzfristig verhindert.

Wissensintensive Tätigkeiten gelten als krisenfest

 Gerade wissensintensive Tätigkeiten gelten laut Studie der Arbeitnehmerkammer als krisenfest – nicht nur in der Industrie sondern auch im Dienstleistungssektor. Ingenieurbüros, IT-Dienstleister oder Banken bieten teilweise Verdienstmöglichkeiten, die an die Industrie heranreichen. „Das sollte bei der Wirtschaftsförderung und bei neuen Ansiedlungsprojekten besonders berücksichtigt werden, auch um das Image von Bremen und Bremerhaven als Wissenschafts- und Forschungsstandorte weiter zu verbessern“, sagte Ingo Schierenbeck.

Teilzeitstellen und Minijobs erfahren Wachstum

 Ein weiteres Ergebnis der Studie: Pauschale Aussagen über die Dienstleistungsbranche lassen sich nicht treffen. Während in wissensintensiven Branchen gute Voraussetzungen für gute Arbeit bestehen (teilweise mit Verdiensten bis zu 5.000 Euro brutto), herrschen in anderen Sparten (Einzelhandel, Gesundheits- und Sozialbereich) eher schlechte Rahmenbedingungen. „Teilzeitstellen und Minijobs erfahren Wachstum und die Leiharbeit ist in den vergangenen zehn Jahren sprunghaft angestiegen“, sagte Ingo Schierenbeck im Rahmen der Veranstaltung. Auch die Tarifbindung sinke in vielen Branchen. Um dem entgegenzuwirken, regte Schierenbeck sogenannte Branchendialoge an. „Die Landesregierung sowie Arbeitnehmer- und Wirtschaftsvertreter besonders betroffener Bereiche sollten versuchen, gemeinsame Lösungen zur Umwandlung von prekären Arbeitsverhältnissen in existenzsichernde Beschäftigungsformen zu finden“, so Schierenbeck.

 

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