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Gutachten: Monopolkommission für mehr Wettbewerb bei der E-Mobilität

In ihrem 7. Sektorgutachten für die Energiemärkte macht die Monopolkommission auf Wettbewerbsprobleme aufmerksam, die mit der Energiewende verbunden sind.

LichtBlick SE

In ihrem 7. Sektorgutachten für die Energiemärkte macht die Monopolkommission auf Wettbewerbsprobleme aufmerksam, die mit der Energiewende verbunden sind.

„Wir sehen sowohl bei den Ausschreibungen für Windenergie als auch beim Aufbau der Ladeinfrastruktur für elektrisch betriebene Kraftfahrzeuge Wettbewerbsprobleme, die das Gelingen der Energiewende gefährden“, so Prof. Achim Wambach, Vorsitzender der Monopolkommission, einem unabhängigen Expertengremium, das unter anderem die Bundesregierung berät, in einer Pressemitteilung von Mitte September. Die Monopolkommission schlägt daher Maßnahmen vor, die einen funktionsfähigen „Wettbewerb mit neuer Energie“ sicherstellen.

Ergebnisse und Empfehlungen

  • Verbreitung der Elektromobilität wird durch Monopole erschwert: Kommunen sollten sich beim Ladesäulenausbau für die Konkurrenz verschiedener Betreiber einsetzen.
  • Unzureichender Wettbewerb bei Ausschreibungen für Windenergie: mehr verfügbare Flächen und Genehmigungen notwendig.
  • Stromgroßhandel mit Problemen bei Preisspitzen: Preisaufsicht sollte nachsteuern.

Ladesäulencheck: Lichtblick sieht sich bestätigt

Der in Hamburg ansässige Ökostromanbieter Lichtblick sieht sich laut Unternehmensmitteilung durch das Gutachten der Kommission in seinen Recherchen zum „Ladesäulencheck” bestätigt, die er nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Statista durchgeführt hat.

Danach sei Gesamtzahl der Ladesäulen viel zu niedrig, in den meisten Regionen Deutschlands beherrsche ein einziger Betreiber den Markt und kontrolliere so Zugang und Preise zu den Ladesäulen. Über alle E-Zapfsäulen für Ladestrom gerechnet, kämen die Betreiber auf jeweils mehr als fünfzig Prozent Marktanteil und damit marktbeherrschende Stellungen in ihren Regionen.

Und auch bei den Preisen bestätige die Kommission die Recherchen des Ladesäulenchecks, heißt es weiter: „Sie liegen teilweise erheblich über den Kosten für Haushaltsstrom. Die Kunden werden durch verschiedene Abrechnungsmethoden verwirrt und erfahren den tatsächlichen Preis häufig erst nach dem Laden.”

Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft bei Lichtblick SE, fordert einen Paradigmenwechsel, um für vielfältigen Wettbewerb und faire Preise an den Stromsäulen zu sorgen. Das System müsse aus der Kundenperspektive gedacht werden. „Die Elektromobilität und die Kunden benötigen endlich ein dichteres Netz, mehr Transparenz über die Standorte, einheitliche Zugangsbedingungen und vor allem keine prohibitiven Preise für Ladestrom, die für die Kunden teuer und die schnelle Einführung der Elektromobilität kontraproduktiv sind.”

Hintergrund

Die Monopolkommission ist ein ständiges, unabhängiges Expertengremium mit fünf Mitgliedern, das die Bundesregierung und die gesetzgebenden Körperschaften auf den Gebieten der Wettbewerbspolitik, des Wettbewerbsrechts und der Regulierung berät. Zu ihren gesetzlich festgelegten Aufgaben zählt unter anderem die Erstellung eines Sektorgutachtens, das die Wettbewerbsentwicklung auf den Strom- und Gasmärkten untersucht.

Das Sektorgutachten der Monopolkommission von 2019 „Wettbewerb mit neuer Energie” ist über die Webseite der Monopolkommission abrufbar: www.monopolkommission.de/index.php/de/

Lichtblick hatte im Juni 2019 die Ergebnisse des dritten Ladesäulenchecks veröffentlicht. Weitere Hintergrundinformationen finden sich auf http://bit.ly/Ladesaeulencheck_2019

 

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