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Wasserstofftechnologie: Norddeutschland will die Chancen nutzen

Beim Treffen der internationalen Wasserstoffszene mit über 700 Teilnehmern und mehr als 30 Referenten Ende Oktober 2019 in Hamburg stellten Unternehmen Verfahren und Projekte für den Einsatz von Wasserstoff vor.

Beim Treffen der internationalen Wasserstoffszene mit über 700 Teilnehmern und mehr als 30 Referenten Ende Oktober 2019 in Hamburg stellten Unternehmen Verfahren und Projekte für den Einsatz von Wasserstoff vor.

Auch mit der Wasserstofftechnologie verbinden Wirtschaft und Politik Hoffnungen auf eine gelingende Energiewende. Das zeigte sich schon im Vorfeld des Internationalen Wasserstoff-Symposiums am 23. und 24. Oktober 2019 in der Hansestadt. In diesem Szenario soll Norddeutschland nach dem Willen von Hamburgs Wirtschafts- und Innovationssenator Michael Westhagemann und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther eine besondere Rolle spielen.

Plädoyer für Aufbau grüner Wasserstoffwirtschaft

Beide Politiker betonten bereits vorab in einer gemeinsamen Presseinformation der IHK Nord und der Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg die Bedeutung Norddeutschlands für die Wasserstofftechnologie. „Grüner Wasserstoff bietet die Chance, erneuerbare Energien – etwa in den Bereichen Mobilität und Industrie – sinnvoll zu nutzen. Der Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft ist eine große industriepolitische Chance für Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Diese Chancen wollen wir in Schleswig-Holstein nutzen“, sagte etwa Ministerpräsident Daniel Günther. Bei dem Symposium stellten Unternehmen aus Norddeutschland bewährte Verfahren und innovative Projekte zur Dekarbonisierung vor.

Zum Auftakt der Veranstaltung stellten die Vorsitzende der IHK Nord, Friederike C. Kühn und Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg, ihr gemeinsames Ziel heraus: Wasserstoff als vielfältig einsetzbaren Energiespeicher aus der Forschung und Planung in die Umsetzung zu führen. Getreu dem Motto des Symposiums „the future ist now“ warben sie für mehr politische Unterstützung für die nachhaltige Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff.

„Wasserstoff kann einen echten Paradigmenwechsel für unsere Region bedeuten. Er hat großes Potenzial zur Steigerung der Wertschöpfung zahlreicher Sektoren und Branchen unseres Wirtschaftsraumes“, so Friederike C. Kühn. Wasserstoff könne das entscheidende Element zu einer erfolgreichen Energiewende und Dekarbonisierung verschiedener Sektoren sein. Doch noch sei nachhaltig produzierter Wasserstoff nicht in größeren Mengen und zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar.

Umwandlung von überschüssigem Windstrom

Norddeutschland berge das Potenzial, das zu ändern, wie es in der Mitteilung heißt: Jährlich werden rund 4.500 Gigawattstunden Windstrom abgeregelt, da die Stromnetze die Leistung nicht aufnehmen können. Per Elektrolyse könnte dieser Überschussstrom in 83 Millionen Kilogramm grünen Wasserstoff umgewandelt werden. Mit dieser Menge könnten zum Beispiel eine Million Wasserstofffahrzeuge je rund 8.000 Kilometer pro Jahr fahren.

Die Panels des ersten Veranstaltungstages widmeten sich der Produktion und „Power-to-Gas“-Verfahren, also der Umwandlung elektrischer Energie in Gas, sowie dem Stichwort Mobilität. Referenten aus den Niederlanden, Japan und der südkoreanischen Hyundai Motor Group geben Einblick in ihre Projekte und stellen das europäische „Hydrogen-Valley“ vor. Vertreter unter anderem von Mercedes-Benz Fuel Cell, Siemens Hydrogen Solutions und Alstom Transport Deutschland sprachen über Wasserstoff in der Brennstoffzellentechnologie und die Kombination von Energie- und Verkehrswende.

Der zweite Veranstaltungstag stand ganz im Zeichen der deutschen Industrie und synthetischer Kraftstoffe, mit Teilnehmern von MAN Energy Solutions, Lufthansa, Shell Global Solutions Deutschland und weiteren Unternehmen und Wissenschaftlern.

Eine Übersicht über Wasserstoffprojekte in den Norddeutschen Bundesländern findet sich auf der Webseite der Veranstaltung unter www.h2symposium.de/projects.

 

Bildquellen

  • wasserstoff_1910hhzz199: Michael Zapf / IHK Nord
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